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19 Dezember 2021

Flüchtlingsroute Weißrussland - Deutschland

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Flüchtlinge aus Weissrussland
Der Artikel aus der russischen Online-Ausgabe RBC, in dem Flüchtlinge erzählen, wie ein illegales Migrationsschema von Weißrussland nach Deutschland funktioniert.

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Neun Tage im Wald

Matin und sein Freund Kejser (Namen geändert), die in Minsk die Rolle von Dolmetschern für ihre Landsleute übernahmen, weil sie Englisch beherrschen, erzählen nun aus Deutschland, dass sie einige Tage nach dem Treffen in Minsk zur weißrussisch-polnischen Grenze fuhren.

Die Männer können nicht genau sagen, um welchen Grenzabschnitt es sich handelte. Sie waren mit dem Taxi dorthin gefahren worden, wie der Reiseveranstalter zuvor auch versprochen hatte. Das Einzige, was sie wissen, ist, dass dies nicht der Ort war, an dem sich das bekannte spontane Flüchtlingslager befand.

Zeitnah mit ihnen kamen etwa weitere 60-70 Personen an die Grenze, die sie zuvor nicht gesehen hatten. Sobald die Gruppe gebildet war, ließen weißrussische Grenzschützer die Flüchtlinge auf den neutralen Streifen durch (Lukaschenko gab zu, dass das Militär den Migranten möglicherweise aus Mitleid geholfen habe). Dort versteckten sie sich drei Tage lang im Wälder und konnten dann in die neutrale Zone auf der polnischen Seite gelangen. Es folgten sechs Tage, in denen sie ohne Essen im Wald übernachteten und nach einem Weg durch das Land suchten. Am letzten Tag wurde die gesamte Gruppe jedoch von polnischen Grenzschützern entdeckt. "Wir rannten alle in verschiedene Richtungen, die meisten von uns wurden erwischt. Mir und neun weiteren Personen gelang es, zu entkommen und ins Land zu gelangen. Was ist mit den anderen passiert? Sie wurden nach Weißrussland deportiert, ich weiß nicht, wo sie jetzt sind, wir haben keinen Kontakt zu ihnen", sagte Kejser. Sie konnten nicht sofort nach Deutschland gelangen, sondern mussten noch drei Tage in Polen verbringen. Die ganze Zeit warteten sie auf ein Auto, das sie zu ihrem endgültigen Ziel bringen sollte. "Der Fahrer war ein Pole, ein Einheimischer. Wir haben auch für seine Dienste wie für alle anderen, die uns in Weißrussland geholfen haben, bereits im Irak bezahlt, bevor wir das Land verließen. Es lief also alles wie vereinbart", sagte Matin.

Danach, so Matin, wurden sie nach Frankfurt am Main gebracht (er zeigt Bilder aus der Stadt). Dort blieben sie eine Woche lang, dann wurden sie von der Polizei festgenommen und in ein Migrationszentrum gebracht, von wo aus sie einen Tag später nach Dresden transportiert wurden. Sie befinden sich nun seit einer Woche in einem Verteilungszentrum für Flüchtlinge und Asylbewerber.

Das Zentrum in Dresden wurde 2017 eröffnet, um Menschen aus Syrien aufzunehmen, ist aber inzwischen zu einer vorübergehenden Unterkunft für Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt geworden. Derzeit sind es etwa 200 Personen, aber es gibt eine ständige Rotation. Jeden Tag verlassen einige Menschen das Zentrum. Sie werden weiter verteilt oder erhalten einen Platz im Wohnheim bzw. in einer Wohnung. Andere kommen, um ihren Platz einzunehmen. Bei den meisten Bewohnern würde es sich nach wie vor um Syrer handeln, die allerdings nicht über Weißrussland nach Deutschland gekommen sind, sondern die Route Syrien-Türkei-Serbien oder andere Balkanländer genommen hätten, so Matin.

Der Journalistin zufolge ist diese Route derzeit nicht mehr aktiv, weil Weißrussland keine Visa mehr für potenzielle Flüchtlinge aus dem Nahen Osten ausstellt und die Fluggesellschaften sie nicht an Bord nehmen. Auch Polen verstärkt weiterhin die Grenzsicherung. Andererseits gibt es bereits mehrere tausend Flüchtlinge in Weißrussland.

Quelle

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18 März 2020

An der türkisch-griechischen Front

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flüchtlinge

Unter dem Ablenkungsmanöver des Coronavirus wird die Europa-Invasion an der Südostflanke fortgesetzt.


So versuchte eine Gruppe von etwa 500 gut gebauten "Flüchtlingen" in der Nacht zum heutigen Mittwoch schon wieder nach Griechenland einzudringen.

Türkische Grenzer blieben dabei nicht unbeteiligt. Vielmehr unterstützten sie "Flüchtlinge" tatkräftig, indem sie ihre griechischen Kollegen mit Tränengas- Granaten intensiv bewarfen, wie man dem u.a. Dienstvideo entnehmen kann.

UP: Flüchtlinge entern nun Griechenland mit selbstgebauten Flössen



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24 September 2019

Russland: Aufnahmestopp für Flüchtlinge

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Flüchtlinge in Russland
Vor einiger Zeit fragte ein Blogleser, ob und wie man in Russland Asyl beantragen kann.


Diese Frage wurde nicht vergessen. Jedoch wollte ich dieses Thema nicht mit einer banalen Übersetzung der polizeilichen Instruktionen abfertigen.

Nun bin ich auf einen Artikel über Flüchtlinge in Russland gestoßen, der mir ziemlich aufschlussreich scheint. Das Tolle an diesem Artikel ist außerdem, dass er auf den Berichten von westlichen NGOs basiert und somit beim besten Willen nicht als russlandfreundlich eingestuft werden kann. Das Gegenteil ist eher der Fall.

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In Russland leben nur 572 Flüchtlinge, gegenüber Hunderttausenden in den 1990er und frühen 2000er Jahren.

Obwohl die Zahl der Flüchtlinge in der Welt zunimmt, schränkt die Russische Föderation die Gewährung des Flüchtlingsstatus und des vorübergehenden Asyls massiv ein. Nach Angaben der Vereinten Nationen hat die Zahl der Flüchtlinge in der Welt seit dem Zweiten Weltkrieg einen Rekordwert von 25,9 Millionen erreicht. Unterdessen ist die Zahl der von Russland aufgenommenen Flüchtlinge auf historische Tiefststände gesunken.

Westliche Experten nennen die Flüchtlingssituation in Russland "traurig bis tragisch" und behaupten, dass der Flüchtlingsstatus oder vorübergehendes Asyl von russischen Behörden meistens auf der Grundlage nichtöffentlicher politischer Anweisungen gewährt wird.


Warum Russland kein Asyl gewährt?


Laut russischem Gesetz können Ausländer, die die Verfolgung zu Hause begründet fürchten, in Russland einen unbefristeten Flüchtlingsstatus beantragen, was auch den Forderungen der Genfer Konvention entspricht. Allerdings muss jeder Flüchtling in Russland alle 18 Monate neu registriert werden. Dabei wird auch über den Flüchtlingsstatus immer wieder neu entschieden, und die positive Entscheidung ist alles andere als selbstverständlich.

Darüber hinaus gibt es in Russland den Status des sogenannten vorübergehenden Asyls, was in der Realität eine aufgeschobene Ausweisung bedeutet. Die Menschen mit diesem Status gelten nicht als Flüchtlinge. Sie werden lediglich aus humanitären Gründen geduldet. Vorübergehendes Asyl wird maximal für 12 Monate gewährt, danach um weitere 12 Monate verlängert oder eben nicht.

Laut der offiziellen Statistik gibt es in Russland momentan 572 Flüchtlinge (meist Bürger Afghanistans und der Ukraine) und 76800 Menschen, die vorübergehendes Asyl erhalten haben (75000 davon sind Ukrainer).

Im Jahr 2018 erhielten 30 Personen den Flüchtlingsstatus, 6000 Personen wurde vorübergehendes Asyl gewährt. Die Zahl der Flüchtlinge in Russland ging von 1998 bis 2004 von 235000 auf 8700 zurück. Meistens waren das die Bürger von Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Tadschikistan und Usbekistan. Danach in Jahren 2004 bis 2019 lag die obere Grenze strikt bei 1000 p.a. Die Zahl der Personen mit vorübergehendem Asyl stieg bis 2016 auf 313700, sank dann jedoch zum Jahr 2019 auf 76800.

Pro hunderttausend Russen (bei der Bevölkerungszahl von 146 Millionen) gibt es 53 Ausländer, die den Flüchtlingsstatus oder vorübergehendes Asyl genießen, was im weltweiten Vergleich sehr wenig ist. Zum Vergleich: In den Niederlanden gibt es 101800 Flüchtlinge (598 Personen je 100000 Einwohner bei der Bevölkerung von etwa 17 Millionen). In der Türkei, die den Hauptstrom syrischer Flüchtlinge aufgenommen hat, haben 3,6 Millionen Menschen Asyl bekommen (4400 pro 100000 Einwohner bei 81 Millionen Türken).

Laut dem Bericht der NGO „Bürgerlicher Beistand“ sinkt in Russland nicht nur die Zahl der positiven Flüchtlingsentscheide, sondern auch die Zahl der gestellten Anträge. Dabei ist die amtliche Statistik, wie Experten feststellen, äußerst knapp und nicht detailliert. Sie berücksichtigt eigentlich nur Ausländer, die es überhaupt geschafft haben, ihre Anträge beim russischen Innenministerium einzureichen. Aber selbst dieser Schritt klappt nicht ohne weiteres. Wegen der politisch motivierten Anweisungen (wen man akzeptiert, wie viel, wen man ablehnt etc.) wird die Situation mit Flüchtlingen im Land als "traurig bis tragisch" bezeichnet.


Warum es so wenige Flüchtlinge in Russland gibt?


Es gibt keine formellen Beschränkungen für die Aufnahme von Flüchtlingen in Russland.
Stattdessen gibt es inoffizielle amtliche Vorgaben, die Asylsuchende im Allgemeinen sowie Flüchtlinge aus bestimmten Ländern betreffen.

Das erste Hindernis für Flüchtlinge ist der Mangel an Informationen über Asyl-Möglichkeiten. Es ist unmöglich, solche Infos in Flughäfen und Bahnhöfen zu bekommen. Auf der Website des Innenministeriums gibt es auch keine konkreten Hinweise, wie man als Asylsuchender zu handeln hat. Oft dauert es Monate, um nötige Informationen zu finden. Aber wenn das Visum eines Migranten vor dem Antrag abläuft, wird er schlicht ausgewiesen.

Jeder Antragstellung geht dann ein mehrstündiges Interview voraus. Dabei muss man es erstmal schaffen, den Termin fürs Interview trotz großer Warteschlangen und diverser bürokratischer Hürden zu ergattern. Während des Interviews werden die Antragsteller nachdrücklich angeregt, auf den Antrag zu verzichten. Wird der Antrag trotzdem gestellt, kann er jede Zeit und ohne Angabe von Gründen abgelehnt werden. Ablehnungsentscheide werden dermaßen intensiv produziert, dass Beamten manchmal Bewerberpersonalien in den Bescheiden verwechseln.

Verschärft wird die Situation durch Gesetzeslücken. Daher gibt es keine detaillierte Liste von humanitären Gründen für die Gewährung des vorübergehenden Asyls. Im entsprechenden Regierungsdekret wird lediglich "Gesundheitszustand“ erwähnt. Migrationsdienststellen berücksichtigen jedoch manchmal Faktoren wie bewaffnete Konflikte, Naturkatastrophen oder vom Menschen verursachte Katastrophen im Herkunftsland, aber auch die Androhung von Folter oder die Todesstrafe. Das passiert aber eher selten.

So wurde beispielsweise Bürger des afrikanischen Staates Togo, Bozobeidu Batoma, aus Russland abgeschoben, obwohl die UNO und der Menschenrechtsrat eingeräumt hatten, dass er zu Hause mit politischen Repressalien konfrontiert werden kann. Die Polizei im russischen Brjansk lehnte seinen Asylantrag jedoch ab, indem sie den Mann aus Togo als „Märchendichter“ brandmarkte.

Sowohl Flüchtlinge als auch Personen, denen vorübergehend Asyl gewährt wurde, können ihren Status verlieren. Die Neuerfassung der anerkannten Flüchtlingen findet alle anderthalb Jahre statt. Theoretisch bedeutet sie nicht unbedingt die Annullierung der früheren Entscheidung. In der Praxis verlieren Flüchtlinge dabei manchmal das Recht, in Russland zu bleiben. Vorübergehendes Asyl kann aufgehoben werden, wenn die Migrationsbehörde die Ansicht vertritt, dass "humanitäre Gründe" nicht mehr vorhanden sind.

2018 traten solche Probleme sogar unter Ukrainern aus den Regionen Donezk und Lugansk auf. Es wurden Fälle bekannt, dass russische Behörden bei der Verlängerung des Asylstatus die Vorlage der schriftlichen Bestätigung darüber verlangten, dass in dem jeweiligen Herkunftsort der Bewerbers immer noch scharf geschossen wird. Das Problem ist jedoch mittlerweile nicht mehr aktuell, weil die Ostukrainer nun russische Pässe direkt bekommen können.

Offizielle russische Daten geben keinen Aufschluss, warum die Gesamtzahl der in Russland lebenden Dauer- und vorübergehenden Flüchtlinge abnimmt. Vielleicht haben einige von ihnen (z.B. Ukrainer) die russische Staatsbürgerschaft bekommen. Andere sind wahrscheinlich nach Europa gezogen, wohin laut Medienberichten beispielsweise Syrer aus Norwegen über die Region Murmansk strömen.
Schließlich kann man annehmen, dass einige Personen ihren Flüchtlingsstatus verloren haben. Veröffentlichte Statistiken sind fragmentär und kaum nachvollziehbar.

Inoffizielle Anweisungen


Die Ukrainer machen etwa 97 % Derjenigen aus, die vorübergehendes Asyl oder Flüchtlingsstatus in Russland erhalten, 1 % sind Syrer und Afghanen und weitere 1 bis 2 % stammen aus anderen Ländern. Menschenrechtler glauben, dass informelle Anweisungen für bestimmte Flüchtlingsgruppen gelten, was die Behörden jedoch nicht bestätigen.

So erhielten 397000 Ukrainer in den Jahren 2014-2015 vorübergehendes Asyl in Russland (95,8 % der Antragsteller). Dabei wurde der Flüchtlingsstatus nur 325 von 5800 ukrainischen Bewerbern gewährt. Experten erklären dies damit, dass die Migrationsstellen des russischen Innenministeriums angewiesen wurden, den Ukrainern bei der Erlangung vorübergehenden Asyls zu helfen, nicht aber beim dauerhaften Flüchtlingsstatus.

Noch markanter sind die Daten über syrische Flüchtlinge. Im Jahr 2013 erhielten 67 % der 1800 Syrier vorübergehendes Asyl in Russland. Im Jahr 2014, inmitten der Vorbereitungen auf die russische Militäroperation in Syrien, erreichte der Anteil der positiven Entscheidungen 95%. Damals schrieben regierungsfreundliche russische Medien viel über die russisch-syrische Freundschaft.
Im darauffolgenden Jahr akzeptierten russische Migrationsbehörden jedoch nur 62 % der syrischen Anträge, ein Jahr später sogar nur 52 %. Auf diesem Niveau beleibt die Akzeptanz der syrischen Anträge bis heute.

Gleichzeitig sank die Zahl der in das Asylverfahren aufgenommenen Syrer von 1100 im Jahr 2015 auf 306 im Jahr 2018. Und nur eine einzige Person aus Syrien schaffte es bis zum unbefristeten Flüchtlingsstatus.

Da sich die humanitäre Lage in Syrien kaum verbessert hat, und die Zahl der Syrer in Russland seit Kriegsbeginn stabil bei 8000 bis1000 beliebt, ist es davon auszugehen, dass die Behörden syrische Antragsteller sowohl in der Antragsphase als auch im Prozess der Überprüfung "aussieben".

Warum Russland keine Flüchtlinge aus dem Nahen Osten aufnimmt?


2015 machte der Kreml die Länder, die "an der Destabilisierung der Region beteiligt waren", für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien verantwortlich und erklärte, es gebe Terroristen unter den syrischen Flüchtlingen. Viele russische Bürger haben auch Angst vor den als Flüchtlinge getarnten Terroristen (77% nach Ipsos-Daten für 2016).

Also will die russische Regierung die Verantwortung für das Schicksal von Flüchtlingen aus ideologischen Gründen nicht übernehmen. Das Thema Flüchtlinge aus dem Nahen Osten ist heute in zwei Registern zu hören:
- für die Außenwelt:
"Europa muss sich für den Bürgerkrieg in Syrien verantworten"
und
- intern:
In den russischen Zeitungen sieht man öfters umfangreiche Berichte aus dem "sterbenden Deutschland" oder "flammenden Frankreich", wo Flüchtlinge als zivilisationsfeindliche Barbarenströme dargestellt werden, die Europa zerstören. Vor diesem Hintergrund sieht Russland wie eine Insel der Stabilität aus.

Im kürzlich veröffentlichten Interview mit der Financial Times sagte der russische Präsident Wladimir Putin, dass der Massenstrom von Flüchtlingen nach Europa die Interessen der indigenen europäischen Bevölkerung verletze. Putin hat die Situation in einer überspannten Form präsentiert: Migranten sei alles erlaubt, und indigenen Europäern nichts. Diese Position fügt sich in offizielle russische Vorstellungen von internationaler Politik als Realpolitik ein, wo der Pragmatismus über moralische und ethische Motive hinausgeht, und wo niemand humanitäre Verpflichtungen hat.


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03 Dezember 2018

Erinnerungsstütze

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Russische Statistik
Auf der offiziellen Webseite des russischen Verteidigungsministeriums wurde neulich das aktuelle (vom 1. Dezember 2018) Informationsblatt des Zentrums zur Aufnahme, Verteilung und Unterbringung von Flüchtlingen veröffentlicht.

Insbesondere steht dort geschrieben, dass russische Botschaften u.a. in Deutschland, Österreich und der Schweiz inzwischen die von den jeweiligen Regierungen angeforderten Daten zur Zahl der syrischen Flüchtlinge in diesen Ländern erhalten haben.

Diese Daten sehen wie folgt aus:

Deutschland:
1) im Land amtlich registrierte syrische Flüchtlinge: 534 011 Personen
2) voraussichtlich heimkehrwillige syrische Flüchtlinge: 174 897 Personen

Österreich:
1) im Land amtlich registrierte syrische Flüchtlinge:  42 505 Personen
2) voraussichtlich heimkehrwillige syrische Flüchtlinge: 68 Personen

Schweiz:
1) im Land amtlich registrierte syrische Flüchtlinge: 6 702 Personen
2) voraussichtlich heimkehrwillige syrische Flüchtlinge: keine Angabe

Quelle nicht mehr online (Stand: 07.12.2025)
http://syria.mil.ru/syria/refugee_center/more.htm?id=12206341@egNews

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04 Oktober 2018

Putin erstaunt

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Putin und Flüchtlinge

Laut dem Bericht der staatlichen russischen Presseagentur zeigte (und äußerte) sich Wladimir Putin beiläufig während des Treffens mit dem österreichischen Kanzler Kurz ziemlich erstaunt über die Situation mit Flüchtlingen in Deutschland und der EU. 

„Flüchtlinge aus dem Nahen Osten bekommen in Deutschland Sozialhilfe, die dreimal so hoch wie Gehälter in ihrer Heimat ist. Darum ist es wohl kaum zu erwarten, dass sie nach Hause zurückkommen wollen“, meinte der russische Präsident: „Das ist aber die Sache der Europäischen Union“.

„Ja, ich habe es mir von meinen Kollegen sagen lassen, dass diejenigen, die bereits nach Deutschland kamen und dort es sich als Sozialhilfeempfänger gemütlich machten, wahrscheinlich nicht mehr heimkehren möchten. Das ist aber eure Sache, wenn ihr bereit seid, große Sozialhilfe-Beträge an Flüchtlinge aus dem Nahen Osten oder Afrika auszuzahlen. Aber warum sollen diese Leute dann zu Hause hocken? Als Gehalt bekommen sie in ihrer Heimat doch dreimal weniger als eure Sozialhilfe“, sagte Putin zum Abschluss der Verhandlungen mit dem österreichischen Kanzler Sebastian Kurz.

Nach seinen weiteren Worten könnte man aber die Personen, die sich in den Flüchtlingslagern befinden, durchaus heimkehren lassen, damit sie keine zusätzliche Belastung als potentielle Migranten in der EU darstellen: „Aus meiner Sicht ist das doch offensichtlich. Das liegt ja regelrecht auf der Hand“, fügte Putin hinzu.

Quelle

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19 Juli 2018

Heimkehrwillige Syrier weltweit gesucht

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Flüchtlinge
Das offizielle russische "Zentrum für Aufnahme, Verteilung und Unterbringung der Flüchtlinge in Syrien" berichtet in seiner Presse-Mittelung vom 18. Juli 2018, dass inzwischen mehr als 330 000 Plätze für Aufnahme und Unterbringung von heimkehrwilligen Flüchtlingen in verschiedenen syrischen Städten fertiggestellt wurden.

Diese Arbeit wird vom russischen Verteidigungsministerium und dem russischen Außenministerium gemeinsam organisiert und koordiniert.

Im Jahr 2018 kamen bis dato 101 641 Flüchtlinge nach Syrien zurück, darunter 37 521 Frauen und 48 282 Kinder. Männer machen also lediglich knapp 15% aller heimkehrwilligen Syrier aus.

Desweiteren wird in der o.g. Presse-Mittelung betont, dass russische diplomatische Auslandsvertretungen in 36 Ländern vorab damit beauftragt wurden, die Zahl der heimkehrwilligen Flüchtlinge jeweils zu präzisieren, sowie zu klären, welche Mechanismen in diesen 36 Ländern eingesetzt werden, um syrische Flüchtlinge wieder nach Syrien zurückzubringen.

Ob auch Deutschland unter diesen 36 Ländern mit dabei ist, und ob russische Koordinatoren eine diesbezügliche Antwort von deutschen Behörden bereits erhalten haben, wird in der Presse-Mittelung leider nicht erwähnt.

Quelle nicht mehr online (Stand: 07.12.2025)
http://syria.mil.ru/syria/peacemaking_briefs/brief.htm?id=12186539@egNews

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11 Juli 2018

Fußball-Flüchtlinge

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Flüchtlinge als Fußball-Fans
Die russische NGO „Bürgerlicher Beistand“, die sich mit Flüchtlingsangelegenheiten befasst, meldete sich in der Internet-Ausgabe „Kommersant“ wieder mal zu Wort. Diesmal geht es um die als Fußballfans getarnten Flüchtlinge in Russland.

Es berichtet die Pressesprecherin der NGO Darja Manina:

Neulich wandte sich an uns ein nigerianischer Bürger mit der Fan-ID, der behauptete, dass er gezielt nach Russland kam, um hier Asyl zu beantragen, weil er in seiner Heimat angeblich zur LGBT-Szene gehöre, und deswegen nach Scharia-Gesetzen die Todesstrafe bekommen könnte. Nun sind die Juristen der NGO zusammen mit den Vertretern der UNO-Flüchtlingsagentur im Einsatz, um dem Nigerianer zu helfen, einen aussagekräftigen Asylantrag in Russland zu stellen. Jedoch meinen lokale Menschenrechtler, dass eine positive Entscheidung der russischen Behörden in diesem Fall gleich Null sei, denn bis jetzt ist in der Russischen Föderation kein einziger Fall bekannt, wo die LGBT-Zugehörigkeit als Asylgrund anerkannt wurde. Alle derartigen Asylbewerber werden abgeschoben.

Die NGO „Bürgerlicher Beistand“ besuchten neulich auch zwei Kurden aus dem Iran. Sie erzählten, dass sie ebenfalls mit der Fan-ID nach Russland kamen, um dann die russische Grenze in Richtung Finnland zu passieren. Sie wurden aber an der Grenze (noch auf der russischen Seite) von gewissen „Menschen in Zivil“ festgenommen und zur Polizei gebracht. Im Polizeirevier gab es in dem Moment bereits ein paar andere ausländische Bürger aus Pakistan, dem Iran, Bangladesch und aus afrikanischen Ländern. Die Grenzverletzer wurden dann zügig abgefertigt: Fotos, Fingerabdrücke, Fahrkarten bis nach St-Petersburg, dann weiter nach Moskau.  Die Fahrkarten mussten sie übrigens selbst bezahlen. Die Kurden geben aber immer noch nicht auf und wollen Asylanträge als politisch Verfolgte stellen, denn ihnen hätte man angeblich in dem Iran die Zusammenarbeit mit dem dortigen Sicherheitsdienst angeboten, was sie jedoch abgelehnt hätten. Nun drohe ihnen deswegen die Todesstrafe.

Es ist inzwischen auch ein bizarrer Fall bekannt, als ein Ausländer aus Kongo nach Russland nicht einreisen durfte, obwohl seine Reisepapiere (auch die Fan-ID)  in Ordnung waren. Er kam nach Russland als Fußball-Fan, erklärte aber den russischen Beamten an der Grenze, dass er in Wirklichkeit ein oppositioneller Journalist sei, der in der Heimat verfolgt wird und darum Asylantrag in Russland stellen möchte. Darauf hat man ihm die Einreise verwehrt und ihn kurzerhand zurück nach Afrika verfrachtet.

Die NGO findet diese Entscheidung rechtswidrig, denn, so die Sprecherin, in allen europäischen Ländern kann man an der Grenze das Zauberwort „Asyl“ sagen, und danach muss man auf jeden Fall die Möglichkeit bekommen, den Asylantrag zu stellen. Außerdem hatte ja der Kongolese gültige Reisepapiere und durfte sich zumindest bis zum 26. Juli in Russland aufhalten. Darüber hinaus gäbe es ja auf der Fan-ID-Webseite keine Hinweise, dass man ein Fußballfan kein Asylbewerber sein darf. Das russische Innenministerium hat eine entsprechende NGO-Anfrage bis jetzt nicht beantwortet.

Quelle
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06 Juli 2018

Flüchtlinge aus Südafrika ziehen nach Russland

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Buren wollen nach Russland
Die Delegation der Buren (Weißafrikaner  meistens niederländischer, deutscher oder französischer Abstammung) aus Südafrika, die neulich in der südrussischen Region Stawropol ankamen, machen sich ernsthaft Gedanken über eine baldige Übersiedlung nach Südrussland.

Nach Worten von Jan Slebus, dem Leiter der Buren-Delegation in Russland, verschlimmern sich Lebensbedingungen in seiner Heimat in Südafrika von Tag zu Tag:

"Wir werden ständig angegriffen. Gangster überfallen unsere Farmen. Die südafrikanische Regierung hat vor, uns unser Land wegzunehmen. Aus allen Teilen Südafrikas werden täglich Berichte über Morde an Buren gemeldet. Allein im Juni wurden drei unserer Leute getötet. Es kommt inzwischen soweit, dass einige südafrikanische Abgeordnete während der Parlamentssitzungen Lieder singen, wo es darum geht, dass die Buren getötet werden müssen. Und so was wird nicht bestraft. Wir in Südafrika können keine Beamtenposten mehr belegen, aber auch im privaten Sektor sind unsere Rechte beschränkt. Unsere Afrikaans-Sprache wird aus den Universitäten vertrieben. Männliche Buren dürfen keine Waffen zur Selbstverteidigung tragen. Inzwischen sind unsere Frauen manchmal gezwungen, uns zu verteidigen, weil sie leichter einen Waffenschein bekommen können. Deshalb wollen wir nach Russland ziehen."

Jan Slebus erklärt auch, warum die Buren nicht mehr nach Europa oder in die USA auswandern möchten:

"Wir sind sicher, dass es im Westen einen Rückgang der kulturellen und geistigen Werte gibt, und als Folge kommt es dann zu einer starken wirtschaftlichen Rezession. Der Westen hat die christlichen Grundsätze vergessen, man erlebt einen starken Niedergang der christlichen Werte, deshalb sind auch dort massive Probleme unumgänglich. 

In Russland sehen wir dagegen eine geistige Entwicklung und Wiedererlangung traditioneller Werte. Wir wissen, dass es in Russland immer noch bestimmte - vor allem wirtschaftliche - Schwierigkeiten gibt. Aber wir können mit Sicherheit sagen: Das wirtschaftliche und demographische Wachstum Russlands steht vor der Tür, das Land hat eine große Zukunft. Deshalb wollen wir nach Russland ziehen. Und es macht uns nichts aus, wenn unsere Kinder Russisch sprechen und sich Russen nennen.

Was ich in Stawropol gesehen habe, begeistert mich unheimlich. Es gibt viel Gemeinsames zwischen den Buren und den Kosaken. Wir freuen uns, dass es hier viele christliche Kirchen gibt."

Herr Slebus ist zuversichtlich: bereits in naher Zukunft könnten mehrere Buren-Familien aus Südafrika nach Südrussland ziehen.

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Quelle 2
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20 Juni 2018

Flüchtlinge aus Russland: geprüfte Qualität

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Mit der russischen Fan-ID nach Deutschland
Auf der offiziellen (Aushilfs-)Webseite mit dem vielsagenden Namen rumoursaboutgermany.info (Artikel nicht mehr online) kümmert sich plötzlich das deutsche Außenamt darum, dass Flüchtlinge mit einer russischen Fan-ID der Fußball-Weltmeisterschaft statt dem Reisepass mit Schengen-Visum in die EU (sprich Deutschland) einreisen könnten.

Das ist aber eine – um gewählt zu formulieren – recht merkwürdige Aussage, denn man muss dann wohl davon ausgehen, dass die europäischen Grenzbehörden nicht einmal in der Lage sind, zwischen einer Fan-ID (!) und dem Reisepass mit Visum zu unterscheiden.

Ganz zu schweigen, dass die Ausstellung einer russischen Fan-ID eine durchaus aufwendige Prüfung der Personalien durch den russischen Sicherheitsdienst FSB voraussieht. Dann werden diese Personalien bei der Einreise nach Russland nochmals genau vom russischen Grenzdienst (gehört auch zum FSB) kontrolliert.

Es findet also eine doppelte Überprüfung jeder Person, die nach Russland einreist, statt. Und das ist genau zweimal mehr, als bei den "Flüchtlingen", die direkt nach Deutschland ohne Papiere kommen.

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26 April 2018

Treffen auf Lesbos

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Zusammenstöße auf Lesbos
Israelische russischsprachige Internet-Ausgabe Iland.tv berichtet:

Auf der griechischen Insel Lesbos kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Flüchtlingen und griechischen Nationalisten. Mehrere dutzend Menschen von beiden Seiten erlitten schwere Verletzungen. Mindestens 10 Flüchtlinge aus Afghanistan wurden in örtliche Krankenhäuser gebracht.


Die Zusammenstöße begannen, als eine Gruppe aggressiver ultrarechter griechischer Jugendlichen versuchte, Bewohner eines Flüchtlingslagers mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern zu bewerfen. Dann schlugen die mit Messern und Metallstäben "bewaffneten" Flüchtlinge zurück.

Die Insel Lesbos ist inzwischen zum Symbol für illegale Migration geworden. Heute gibt es auf dieser kleinen Insel in der Ägäis ca. 6,5 tausend Flüchtlinge, obwohl die auf Lesbos gebauten Flüchtlingslager nur für dreitausend Menschen ausgelegt sind. Die gesamte Insel-Bevölkerung beträgt ca. 80 Tausend Menschen.

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06 April 2018

Rekordmeldung aus der Türkei

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IS-Kämpfer in Türkei
Das Nachrichtenportal afghanistan.ru berichtete am 05.04.2018: 

In den ersten drei Monaten dieses Jahren ist eine Rekordzahl illegaler Flüchtlinge aus Afghanistan in der Türkei angekommen, hieß es aus dem türkischen Zentralamt für Sicherheit. 

Berichten zufolge verhafteten die Strafverfolgungsbehörden zwischen dem 1. Januar und dem 29. März 17847 afghanische Migranten, also fast doppelt so viel wie Syrer und mehr als viermal so viel wie Iraker.

Ungefähr 500 illegale afghanische Einwanderer kommen täglich in die Türkei. Diese Flüchtlinge dringen aus dem Iran über das angrenzende Bergland ein. Die Meisten von ihnen passieren die türkische Stadt Erzerum, dann reisen die Migranten nach Istanbul, um dann über Griechenland und Bulgarien in die europäischen Länder weiterzuziehen. Dabei bekommen sie Unterstützung von organisierten Gruppen illegaler Schlepper, die an der iranisch-türkischen Grenze aktiv sind.

Der Transfer einer Flüchtlingsgruppe auf das türkische Territorium kostet ca. 500 US-Dollar. Danach müssen die Migranten einige Kilometer bis nach Erzurum zu Fuß überwinden. Ab dort werden sie  mit Minibussen und Lastwagen nach Istanbul transportiert, wie die Zeitung "Hürriyet Daily News“ berichtet.

Die türkischen Strafverfolgungsbehörden sind um die Beteiligung der Flüchtlinge an illegalen Geschäften besorgt, denn die Migranten werden oft in die Prostitution verleitet bzw. zum Betteln und Stehlen gezwungen, weil sie während ihres vorübergehenden Aufenthalts in der Türkei oft über keine Dokumente verfügen und sich demnach im Land illegal aufhalten.

Trotz Gefahren und Demütigung sind aber viele Migranten bereit, alle Risiken einzugehen, in der Hoffnung, Geld für einen weiteren Transfer nach Europa zu sammeln, wo sie ein wohlhabenderes Leben erwarten. Dennoch sollten diese Flüchtlinge in aller Regel in ihre Heimat deportiert werden, was ihre Hoffnungen vereiteln sollte.

Gegenwärtig führt die afghanische Regierung eine Propagandakampagne durch, die darauf abzielt, der Auswanderung entgegenzuwirken und die Bevölkerung vor den Risiken von Fluchtversuchen zu warnen. Viele Bewohner des Landes bleiben jedoch aufgrund ernsthafter Sicherheitsbedrohungen und fehlender wirtschaftlicher Aussichten in ihrer Heimat, durchaus risikobereit.
Quelle

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NB: Zweieinhalb Stunden später erschien auf demselben News-Portal ein weiterer Artikel mit dem Titel "Tadschikische Sicherheitsdienste berichten über die Massenwanderung von syrischen IS-Kämpfern nach Afghanistan".
Zitat:
Tausende syrische IS-Kämpfer, so die Nachrichtendienste Tadschikistans, seien jetzt nach Afghanistan gezogen, sagte in seiner Presseerklärung Armeegeneral Sergej Smirnow, der erste stellvertretende Direktor des russischen FSB.
Quelle
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06 März 2018

Werdegang einer Heimleiterin

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Weissrussische Heimleiterin
Der Artikel in der weißrussischen Online-Ausgabe "KP Belarus" heißt „Eine Weißrussin in Berlin: Wir verdienen so viel, dass wir uns ein Privathaus leisten können. Aber wir wollen nicht an einen bestimmten Ort gebunden sein“.

In diesem Beitrag (hier als eine etwas gekürzte Nacherzählung) geht es um die Weißrussin namens Oxana. Sie wollte schon immer das düstere Weißrussland verlassen. Noch als Studentin ging sie öfters nach Amerika, um dort zu arbeiten. Und so hat sie nach und nach genug Geld gesammelt, um ihr Studium in Österreich fortzusetzen.

Als Oxana in Österreich ankam, konnte sie noch gar kein Deutsch, aber diese Sprache schien ihr „ziemlich leicht beherrschbar“. Mit der Unterkunft in Wien hat sich alles irgendwie von alleine bestens geregelt: ein Österreicher stellte ihr seine Wohnung gegen Gegenleistung zur Verfügung: er wollte brennend Russisch lernen, und Oxana brachte ihm die Sprache bei.

Dann wurde sie – auch irgendwie von selbst – bald Studentin an der Uni Wien, Fachrichtung “Soziale Anthropologie“ mit dem Schwerpunkt „Kulturelle Unterschiede und übernationale Prozesse“.

Doch mit der Zeit begriff Oxana, dass Österreich nicht wirklich gut für Sie ist: „Österreicher sind geschlossen und konservativ, und den Ausländern gegenüber sind sie nicht besonders freundlich". Sie fühlte sich ausgegrenzt. Dazu noch weigerte sich das österreichische Arbeitsamt immer wieder, ihr eine Arbeitserlaubnis zu geben. Also musste sie, wie gesagt, mit Russisch- und Englischunterricht auskommen.

Dann lief ihr eines Tages Daniel über den Weg, der junge Mann aus Berlin, der in Wien arbeitete. Zurück in die deutsche Hauptstadt kehrte er bereits mit seiner Ehefrau Oxana.

In Berlin fühlte sich Oxana schon erheblich besser, als in Wien, praktisch wie zu Hause: „Hier schaut keiner auf deine Nationalität, keiner verletzt deine Rechte! Hier kannst du sein, wer du willst!“

Daniel nahm in Berlin das Studium im Fach Softwareentwicklung auf, Oxana unterrichtete an einer Privatschule. Aber ein Jahr später hat sie sich doch entschlossen, einen Arbeitsplatz zu finden, der ihrer Ausbildung („Soziale Anthropologie“) entspricht.

Im Jahr 2013 kam sehr gelegen „die Welle der tschetschenischen Flüchtlinge in Deutschland“ angerollt. Das war die Sternstunde für die Weißrussin. Die Flüchtlingsheime brauchten Helfer, und Oxana wurde sofort eingestellt, denn - so ein glücklicher Zufall - schrieb sie noch in Wien ihre Magisterarbeit ausgerechnet zum Thema „Tschetschenische Kultur und militärische Konflikte“!

Die Arbeit war „neu, schwer und herausfordernd, aber sehr interessant“. Drei Monate vergingen wie im Flug, und eines Tages hat Oxana die Stelle der Leiterin eines kleineren Heimes angeboten bekommen. Und heute in fünf Jahren ist sie schon die stellvertretende Leiterin des größten Flüchtlingsheimes in Berlin!

Oxana ist sicher, dass die meisten Deutschen die Flüchtlingspolitik der Regierung unterstützen, denn die Deutschen sind weltoffen und wollen, dass ihre Gesellschaft noch bunter wird. Oxanas Freunde aus Weißrussland halten aber Deutsche für naiv, und Flüchtlinge sind für sie Schmarotzer und Heimatverräter. Oxana weiß aber, das die Flüchtlinge für Deutsche vor allem Menschen sind, die Hilfe brauchen.

Die einzigen Deutschen, so Oxana, die gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung auftreten, sind Obdachlose oder Arbeitslose, weil diese glauben, dass Flüchtlinge ihnen ihr Geld wegnehmen. Das deutsche Asylsystem sei tatsächlich noch nicht perfekt, meint versierte Weißrussin. Andererseits ist die demographische Situation in Deutschland kritisch: zu viele Rentner und zu wenig junge Leute. Dabei ist ein durchschnittlicher Flüchtling, so Oxana, „ein junger erwerbsfähiger Mann, der bereit ist für ganz wenig Geld zu arbeiten und Steuern zu zahlen, aus welchen dann deutsche Renten finanziert werden“.

Die aufstrebende Heimleiterin weiß, dass Deutschland ca. 20 Milliarden jährlich für Flüchtlinge ausgibt. Dabei wächst aber die deutsche Wirtschaft ständig, darum geht es den Deutschen unverändert gut, behauptet die neue Berlinerin.

Oxana persönlich geht es aber immer besser. Daniel ist inzwischen mit dem Studium fertig und arbeitet als IT-Fachmann bei einer Bank. Oxana sagt offen (wie es in Berlin ja üblich ist): ihr Familieneinkommen ist heute so üppig, das die Familie sich eine Eigentumswohnung oder sogar ein Privathaus locker leisten kann.

Aber irgendwie will das Ehepaar langfristig nicht an Berlin gebunden sein. Oxana und Daniel wollen in Zukunft „vielleicht auch in anderen Ländern arbeiten“ und „das Gefühl der Freiheit genießen“.

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02 Januar 2018

Ultimatum: Ausreise oder Knast

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Abschiebung aus Israel
Die Melde- und Migrationsabteilung des israelischen Innenministeriums kündigte am Montag an, dass illegale Einwanderer aus Afrika das Land innerhalb von drei Monaten zu verlassen und nach Eritrea und in den Sudan oder in Drittländer Uganda oder Ruanda auszureisen haben.

Mit den beiden letzteren Ländern schloss die israelische Regierung ein Abkommen über die Übergabe illegaler Einwanderer.

Ab April beginnen dann die Behörden, Eritreer und Sudanesen zu zwingen, Israel zu verlassen. Diejenigen, die die Abschiebung sabotieren, werden auf eine unbegrenzte Zeit inhaftiert.

Wie die Zeitung „Ha'aretz“ schon in der letzten Woche berichtete, wird auch die Geldprämie für das freiwillige Verlassen des Landes (heute 3.500 Dollar) in drei Monaten allmählich schrumpfen.

Die Regierung von Netanjahu hat die Zustimmung aus Uganda und Ruanda für die Abschiebung illegaler Einwanderer in diese Länder erhalten. Dabei darf die eventuelle Unwilligkeit der Auszuweisenden, das zu tun, ignoriert werden.

Momentan leben in Israel 35.000 Afrikaner mit befristeten Visa, die bis jetzt alle drei Monate verlängert wurden. Nun informiert der israelische Staat Eritreer und Sudanesen darüber, dass ihre Visa nicht mehr erneuert werden, und sie das Land nach Ablauf der in Visa angegebenen Frist zu verlassen haben.

In der heutigen Erklärung des Ministeriums für Innere Angelegenheiten heißt es weiter, dass die Ausweisung nur durch Stellung eines Flüchtlingsantrags aufgeschoben werden kann. Dafür hat die Behörde jedoch einen einzigen Tag eingeräumt: „Alle Anträge, die nach dem 1. Januar 2018 eingereicht werden, werden die Abschiebung aus Israel in ein Drittland nicht verhindern".

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19 Dezember 2017

Wunderrettung aus estnischer Hölle

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Aus Estland nach Deutschland
Das estnische Nachrichtenportal "Postimees" berichtet über eine journalistische Recherche der amerikanischen Zeitung „Time“.

Sie verfolgt nämlich das Schicksal einer syrischen Flüchtlingsfamilie seit September 2016, als diese sich noch in Griechenland befand und dort das zweite Kind der Familie das Licht der Welt erblickte. Die Syrier träumten jedoch vom Leben in Deutschland, wurden aber nach einer längeren Wartezeit nach Estland in eine Kleinstadt Pölwa verwiesen, wo sie auch eine Wohnung bekamen.

Im Sommer sprach der Time-Journalist mit den Mitgliedern dieser syrischen Flüchtlingsfamilie. Die Syrier klagten über ihre Integrationsprobleme in der Situation, wo sie keine Verwandten oder Bekannten in der Nähe hatten. Ihnen fehlte auch die Moschee sowie das gewöhnliche Essen. Darum haben die Flüchtlinge den Wunsch geäußert, aus Estland nach Deutschland zu ziehen. Darüber hinaus beklagte sich die Mutter der Familie namens Tajmaa bei Journalisten über die unsaubere Wohnung, wo das Klosettbecken nicht richtig funktionierte und auch übler Geruch zu spüren war.

„Es ist schwer in der Gesellschaft zu leben, wo man gezielt ausgegrenzt wird“, - erzählte Tajmaa. Sie behauptete, dass die Ortseinwohner sie nicht begrüßen wollten. Ihr Mann Mohammad konnte zudem keinen Job in der Ortschaft finden. „Sie starrten mich immer so ätzend an, als ich zum Beispiel im Bus unterwegs war, dass ich jeden Augenblick ihre Aggression wegen meines Kopftuches erwarten musste“ - fuhr Tajmaa fort.

Im September verließen die Syrier Estland. Sie waren sich bewusst, dass eine Reise nach Berlin mehrere hundert Euro kostet. Trotzdem waren sie bereit, Vieles zu opfern, damit ihr sehnlichster Wunsch in Deutschland zu leben endlich in Erfüllung geht, obwohl sie zunächst gar nicht daran denken können, sich ein eigenes Haus zu leisten.

Der Time-Journalist berichtet dann abschließend, dass sich die Familie in einem deutschen Flüchtlingslager niederließ, wo der erste Geburtstag des kleinen Kindes auch gefeiert wurde. „Hier bin ich viel glücklicher!“ - sagt Tajmaa. Nach Recherchen der Time-Zeitung, hat die Familie gegen ihr Abschiebungsverfahren in Deutschland eine Berufung bereits erfolgreich eingelegt. Der Familienvater arbeitet jetzt in der Wäscherei für Flüchtlinge, wo er 80 Cent pro Stunde bekommt. Aber Tajmaa kommt immer noch nicht ganz zur Ruhe. Sie hat Angst, dass eines Tages jemand an ihre Tür klopft und verlangt, Deutschland zu verlassen.

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12 November 2017

Interview mit dem Fachflüchtling

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Bericht-Übersetzung: Fachflüchtling aus der Ukraine
Der Journalist des weißrussischen „Euroradios“ lernte Igor per Zufall kennen. Hier kommt sein Bericht in deutscher Übersetzung.

Dieser gepflegte Mann in mittleren Jahren begegnete ihm auf dem Minsker Bahnhof. Igor will nicht fotografiert werden. Er sagt, das wäre geschäftsschädigend. Er nennt sich einen Fachflüchtling und macht aus seinem Knowhow kein Geheimnis.


Euroradio:
Wie wurden Sie zum professionellen Flüchtling?

Igor:
Eigentlich rein zufällig. Ich komme aus der Westukraine. 1993-1994 arbeitete ich in Polen und Tschechien. Mein Arbeitgeber schuldete mir Geld. Eines Tages sagte er mir: „Wenn Du willst, gebe ich Dir statt des Geldes einen sehr guten Tipp. Dafür wirst Du mir Dein ganzes Leben dankbar sein, denn er bringt Dir viel mehr, als die Summe, die ich Dir schulde. Abgemacht?“ Ich stimmte zu.

Dann erzählte er mir, wie man zu einem Illegalen Einwanderer in Bayern wird, und wie man sein Leben dort in vollen Zügen genießen kann. Diese Anweisungen habe ich mir tüchtig eingeprägt.

Ich erinnere mich immer noch sehr gut an meinen ersten „Einsatz“. Es war im Oktober 1994. Ich weiß sogar immer noch ganz genau, wie meine Route ins neue Leben verlief. Der Weg startete im tschechischen Domažlice, dann lief ich durch den Wald über die Grenze in Richtung Bayern. Der Chef gab mir eine gute Karte.

Genaugenommen waren wir zu zweit mit meinem Freund, beide knapp 25 Jahre alt. Wir haben uns auf diese Reise wie richtige Spione vorbereitet: zum Essen hatten wir sogar Marmelade in Tuben gekauft. Wir wussten auch, dass ein richtiger Flüchtling unbedingt neue Kleider (Schuhe, Hosen, Jacke) mitnehmen muss. Man muss sich auch sofort umziehen, sobald man es über die Grenze schaffte. Alte Klamotten sind dabei umgehend zu entsorgen - am besten in einen Sack einpacken und im Wasser versenken.

In Deutschland ging es dann ganz flott: Per Anhalter fuhren wir mit einem Bus nach Regensburg, dann weiter bis nach München. Die Adresse der Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München war uns natürlich auch bekannt. Dort haben wir uns „ergeben“. Wichtig: ohne Pässe!

Euroradio:
Also ins neue Leben ohne Pass?

Igor:
Das ist ein Muss! Nur so bekommt man die nötige Handlungsfreiheit, indem man jede beliebige Identität annehmen kann, Hauptsache - nicht die eigene!

Wenn man aber seinen Pass nur versteckt, dann kommt früher oder später bestimmt ein Moment, wo der Pass sehr unpassend zum Vorschein kommt. Die Faustregel ist: ohne Pass bis du ein König, mit dem Pass hast du Probleme. Also jenseits der Normalität.

Die weitere Prozedur ist dann eigentlich routinehaft: in der Aufnahme erklärt man, dass man Asyl braucht und keine Papiere hat. Die Beamten fragen nach dem Namen. Man nennt sich, wie man will. Als Nächstes wird man in den Speiseraum verwiesen. Das bedeutet, dass man schon „an Bord“ ist.
Es vergehen dann ein paar Wochen in einem Umverteilungslager. Dort wird entschieden, wohin der Migrant weiter verlegt wird. Bei meinem ersten Mal in Deutschland bin ich schlussendlich in Kempten gelandet. Während meines Aufenthalts gab es Interviews. Als Erstes kommt die Frage nach dem Weg, wie man also nach Deutschland gekommen ist. Dann muss man Motive nennen, warum das Asyl beantragt wird. Die Motive können unterschiedlich sein: politisch, religiös, moralisch und, nicht zuletzt, gesundheitlich.

Das mit der Gesundheit wird oft und unverdient außer Acht gelassen, ist aber eine tolle Begründung: Man kann tatsächlich sagen, dass man krank sei, und diese Krankheit in der Heimat nicht kurierbar wäre. Und die Behörden haben das hinzunehmen. In diesem Fall werden manche Formalitäten sogar zurückgesteckt. Und man wird dann monatelang ärztlich behandelt, dabei kriegt man einen anständigen Wohnraum und ein paar hundert Euro bar.

Aber auch in den Heimen lebt es sich gar nicht so schlimm. Die Verpflegung ist perfekt: Fleisch, Fisch, alles, was man will. Essen gibt es dreimal pro Tag, und in keiner Weise limitiert.

Der Tagesablauf gestaltet sich in etwa so: der Tag beginnt mit dem Frühstück, dann geht man in die Stadt spazieren, danach kommt man zum Mittagessen, anschließend folgen ein weiterer Spaziergang und das Abendessen.

Als Asylbewerber bekommt man, wie gesagt, auch bares Geld. Aber mit der Zeit reicht es immer weniger aus. Andererseits darf man in diesem Status nicht arbeiten. Darum werden so gut wie alle Flüchtlinge zu Dieben. Man fängt praktisch zwangsläufig an, alles Mögliche in Geschäften zu klauen: Essen, Kleider, alles.

Und wenn man so was mehrere Jahre lang Tag für Tag macht, dann stellt man sich am Ende gar kein anderes Leben vor. Und man kommt schon gar nicht mehr auf den Gedanken, eine Arbeit zu suchen. Diebstähle werden auch dadurch provoziert, dass man dafür nur sehr milde bis gar nicht bestraft wird.

Auch sonst kann ich mir keine Situation vorstellen, wo sich die Behörden einen Flüchtling so richtig vornehmen. In der Regel kriegt man ganz schnell neue Papiere und Kärtchen (Bankkarte und Krankenversicherung), und ist dann ein freier Mann.

Die Prozedur der regelmäßigen Verifizierung des Flüchtlingsstatus ist bei weitem formell. Und wenn man bereit ist, ein paar hundert Euro für den Anwalt auszugeben, dann verlässt man Deutschland garantiert nie.

Euroradio:
Na gut, aber auch dieses Geld muss man erst finden...

Igor:
Wie ich schon sagte, es wird geklaut auf Teufel komm raus. Zum Beispiel lässt man ein paar teuere Jacken aus den Geschäften mitgehen. Dann werden sie an bekannte Schieber zum halben Preis verkauft. Mit etwas Glück hat man dann ganz schnell bis 500 Euro in der Tasche. Die Technik, wie man unbemerkt klaut, wird schnell erlernt. In jedem Heim gibt es genug gute Lehrer. Aber selbst wenn man auf frischer Tat ertappt wird, ist das überhaupt kein Problem. Man wird ja sowieso fast nie verhaftet und bestraft. Und wenn schon, dann kann der deutsche Knast eher als eine Art Erholungsheim betrachten werden. Alle wissen das, und keinen schreckt das ab.

Euroradio:
Bestimmt besuchen Sie Ihre Heimat. Oder?

Igor:
Ab und zu schon. Zum Beispiel als meine Mutter krank wurde. Manchmal wird einem auch der endlose asylantische Müßiggang zum Kotzen. Dann geht man zur zuständigen Behörde und sagt, dass man nun Schluss mit dem Theater machen möchte. Dann wird die Akte ordnungsgemäß abgeschlossen, und man kriegt sogar eine Abrechnung. Einmal konnte ich auf diese Weise 6700 Euro „für die Heimreise“ ergattern.

Die Ausreise sieht nicht nach einer Abschiebung aus. Man kriegt einfach Geld und Tickets in die Hand gedrückt und fliegt bequem nach Hause. So ist das System. Ich habe es bereits in den Niederlanden, Deutschland, Norwegen, Schweden und Finnland ausprobiert. Es funktioniert überall bestens. Aber in meiner Liste gibt es immer noch Länder, die einen Flüchtlingsbesuch wert sind.

Euroradio:
Warum haben Sie als Flüchtling nicht geheiratet? Zum Beispiel in Deutschland.

Igor:
Es gibt nichts Einfacheres als das. Eine deutsche Dame hat es mir sogar selbst angeboten. Sie wollte mich naiv damit locken, dass ich dadurch einen vollwertigen legalen Status bekomme. Aber wenn ich mit diesem legalen Status gegen das Gesetz verstoße, dann gerate ich definitiv hinters Gitter. Brauche ich das wirklich? Der Flüchtlingsstatus ist doch viel günstiger.

Euroradio:
Alles klar. Sie sind ja sowieso verheiratet...

Igor:
Ja, ich habe in der Ukraine geheiratet. Jetzt habe ich schon zwei Söhne: 7 Jahre und 3 Monate alt. Aber es ist natürlich schwer, ohne Familie im Ausland zu leben.

Euroradio:
Wozu verlassen Sie dann immer wieder Ihre Heimat?

Igor:
Das ist doch wie eine Dienstreise: man kommt nach Europa als Flüchtling, um die Familie zu Hause zu versorgen. Aber denken Sie bitte bloß nicht, dass mein Leben leicht ist. Man ist ja immer allein, man hat Heimweh. Und man spielt öfters mit dem Gedanken, die Familie zu sich zu holen. Das ist aber nicht so einfach. Eigentlich ist es finanziell viel günstiger, Kinder und Ehefrau nach Europa zu bringen. So kann man in 5 Jahren sogar ein kleines Vermögen fürs Leben ansammeln... Ich denke darüber nach.

Euroradio:
Und was halten Sie von Weißrussland?

Igor:
Nichts. Aus der Sicht eines Flüchtlings ist das Land uninteressant. Ich habe hier sofort gesagt bekommen, dass ich keine Chancen als Flüchtling habe. Etwas bessere Aussichten haben nur Ostukrainer und nur aus den Gebieten, wo es wirklich Krieg gibt. Gute Flüchtlingsperspektiven haben Ukrainer in Russland, besonders wenn sie wehrpflichtig sind. So versucht Russland wohl die Kampfkraft der ukrainischen Armee zu schwächen. Für mich als Westukrainer wäre das alles aber völlig sinnlos: ein russisches Heim würde für mich sofort zur Hölle. Außerdem mag ich die russische Mentalität nicht. Also komme ich bald schon wieder nach Europa.

Aber mein großes Ziel ist Kanada. Die sind richtig großzügig! Besonders, wenn man die Familie gleich mitnimmt. Ich weiß, dass Flüchtlinge in Kanada sehr große Kredite aufnehmen dürfen. Bis zu einer Million Dollar. Dann haben wir ein ganz leichtes Spiel: mit dem großen Geld zurück nach Hause. Das würde uns ja bis zum Lebensende reichen!

Euroradio:
Wie lange sind Sie schon in Weißrussland?

Igor:
Seit einer Woche. Aber ich habe es satt. Neulich wurde ich hier fast verhaftet, weil ich im Park Alkohol getrunken habe. Ich habe das unauffällig gemacht, trotzdem hat die Polizei mich erwischt, allerdings dann auch bald freigelassen.

Euroradio:
Wollen Sie, dass auch Ihre Kinder Fachflüchtlinge werden?

Igor:
Eigentlich nicht, aber sie sollten wissen, dass es sowas gibt. Vielleicht können sie meine Erfahrung eines Tages gut gebrauchen. Ich bleibe aber in diesem "Beruf" für den Rest meines Lebens. Das ist profitabel und... romantisch, verstehen Sie. Man gewöhnt sich daran, und jede andere Lebensweise wird dann zu fade.

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22 Oktober 2017

In jeder Maschine

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Flüchtlinge aus Griechenland

Hier kommt die Übersetzung eines russischen Livejournal-Postings, das angeblich (laut der Info aus dem Account-Profile) von einer russischsprachigen und in Deutschland lebenden Frau stammt.


Das Posting stellt gefühls- und gesinnungsbetonte Beobachtungen einer Reisenden dar, es lassen sich aber dahinter auch einige durchaus interessante Tatsachen erkennen.
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An meinem letzten Tag in Athen habe ich völlig vergessen „to check in on-line“. Darum saß ich während des Fluges aus Athen nach Frankfurt ganz hinten im Fluggastraum.

Unmittelbar vor dem Abflug, als alle Fluggäste bereits auf ihren Plätzen waren, führte die Stewardess eine junge Frau mit zwei kleinen Mädchen (im Alter von ca. 2 bis 4 Jahren) und einen jungen Mann mit sehr großen barmherzigen Augen (er gehörte offensichtlich nicht zum weiblichen Trio, zumal er auch noch junger als die Frau war) in die Maschine. Sie haben Plätze in zwei freien Reihen direkt vor uns angewiesen bekommen.

Vom Aussehen her waren sie unter den anderen Fluggästen - Griechen und Europäern - sehr auffällig. Sie waren sicher Araber. Und sie sahen ärmer aus.

Während des Fluges überkam mich ein paar mal ein unangenehmes Gefühl, dass die Stewardess sie wie die Menschen zweiter Sorte behandelte. (Ohne vorzügliche Höflichkeit, die den Anderen entgegengebracht wurde. Gar keine Spur davon.) Darum habe ich sie bei Gelegenheit gefragt:

- Flüchtlinge?
- Ja.
- Und woher?
- Syrien. In jeder Maschine, aber wirklich in jeder!

Ihre Stimme klang dabei irgendwie vorwurfsvoll (oder vielleicht neidisch). Dann unterhielt sie sich mit drei (männlichen) Fluggästen - recht lange und auf Griechisch. Männer haben ihr dabei sehr aufmerksam zugehört.

Ich freute mich aber für die Frau und ihre Töchter, auch für den jungen Mann. In meinen Augen waren sie die einzigen Fluggäste, die unseren Flug rechtfertigten.

Nach der Landung, während ich in meiner Tasche nach griechischen Bonbons suchte, waren alle anderen Fluggäste schon weg (aber was soll's, wir saßen ja ganz hinten und mussten sowieso warten).
Ich wurde dann extra gebeten, die Maschine zu verlassen, weil anschließend die Polizei kommen sollte, um die Flüchtlinge abzuholen. Allein durften sie nicht raus.

Und als ich durch das leere Flugzeug ging, sah ich rechts und links Kinder sitzen. Mädchen. Maximal 13 Jahre alt. Insgesamt ca. 15 Personen.

Knaben und Erwachsene habe ich nicht gesehen oder vielleicht einfach nicht gemerkt.

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Beglaubigte Übersetzung
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Litauische Zuversicht

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Litauen will mehr Flüchtlinge aufnehmen
Litauische Republik ist fest entschlossen, die Aufnahme von Flüchtlingen auch nach dem Ablauf des entsprechenden EU-Programms zu forcieren.

Nach Worten des litauischen Innenministers macht Litauen alles Mögliche, um neue Flüchtlinge ins Land zu holen.

Es klemmt aber an Italien und Griechenland, die es wegen dem Migrantenzustrom nicht mehr schaffen, nötige Begleitpapiere schnell genug zur Verfügung zu stellen. Aber italienische und griechische Kollegen hätten, so der Minister, schon angekündigt, dass die bürokratischen Probleme bald gelöst werden, und die Flüchtlinge wieder nach Litauen kommen!

Der Innenminister ist zuversichtlich, dass sich das litauische Zwischenergebnis in Bezug auf die Aufnahme der Flüchtlinge nach der vorgegebenen europäischen Quote im Vergleich mit anderen EU-Ländern durchaus sehen lassen kann. Es wurden nämlich beireits ganze 414 Flüchtlinge (von den geplanten 1105) in Litauen untergebracht.

Unabhängige Beobachter sind jedoch eher skeptisch, was die Effizienz dieses Programms auf dem litauischen Boden angeht. Denn es ist auch bekannt, dass mehr als 300 aufgenommene Flüchtlinge inzwischen Litauen wieder verlassen haben. Über das Endziel ihrer Weiterreise wird im Artikel leider nicht berichtet.

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21 Oktober 2017

Estnische Besorgnis

4
Esten besorgt über Flüchtlinge
Estland hat sich im Rahmen des EU-Programms verpflichtet, innerhalb von zwei Jahren ganze 550 Flüchtlinge aufzunehmen.

Bis heute sieht aber die Situation völlig anders aus: in der baltischen Republik sind nur 161 Flüchtlinge angekommen, die Hälfte davon ist aber auf dem estnischen Boden nicht mehr aufzufinden.

Die Leiterin des estnischen Ministeriums für Soziales gesteht, dass es wohl ein Fehler war, die Flüchtlinge ausgerechnet in den Kleinstädten unterzubringen.

Die Flüchtlingshelferin Agnes Nurme erzählt, dass 22 Flüchtlinge regelrecht schockiert waren, als sie in der estnischen Pölwe ankamen: in dieser winzigen Stadt (ca. 9500 Einwohner) konnten die Flüchtlinge weder Halal-Speisen kaufen, noch die Moschee besuchen. So was konnten sie nicht lange aushalten und in einem Monat waren sie weg - zurück nach Deutschland.

Mitglieder der estnischen Regierung zeigen sich sehr besorgt um diese Entwicklung, geben aber keine weiteren Kommentare im Zusammenhang mit so einem bedauernswerten Integrationsproblem.

Quelle nicht mehr online (Stand: 07.12.2025)
https://www.kompravda.eu/online/news/2904987/
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21 September 2017

Flüchtlinge beeinflussen Ostsee-Region

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Bericht über Flüchtlinge
Die regionale Internet-Ausgabe Vesti-Kaliningrad (= Nachrichten Kaliningrad, Regionale Stelle der Allrussischen staatlichen Fernseh- und Radiogesellschaft) berichtet: 

In Deutschland hat die Zahl der Verbrechen in Verbindung mit der gesetzwidrigen Einreise der Flüchtlinge zugenommen. Das erklärte der Generalstaatsanwalt des deutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern Helmut Trost bei seinem Auftritt am 20. September im Rahmen des Treffens der Generalstaatsanwälte des Ostseerates, das in der Stadt Swetlogorsk im Gebiet Kaliningrad stattgefunden hat.

Seit 2015 hat sich die Zahl der Verbrechen im Zusammenhang mit der illegalen Einreise und dem Aufenthalt in Deutschland im Vergleich mit der Gesamtzahl der Straftaten deutlich erhöht, sagte der Staatsanwalt. Ein intensiver Flüchtlingsstrom hat die Situation in der Ostsee-Region beeinflusst. Die Flüchtlinge versuchen, auf der sogenannten Nordroute also über Norwegen und Finnland in die EU zu gelangen. Viele Migranten kamen nach Dänemark und Schweden durch den deutschen Hafen von Rostock, so der Staatsanwalt von MV.

Es wurden, so Trost weiter, im Jahr 2015 etwa 1 Million Flüchtlinge in Deutschland registriert, was zu einer sehr hohen Arbeitsauslastung für die Strafverfolgungsbehörden führte.

Im Jahr 2016 wurden 3670 Fälle von illegalen Grenzübergängen und 250 Fälle vom illegalen Transport durch organisierte Gruppen untersucht", berichtete der Staatsanwalt: "Die Mehrheit der Täter wird an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich aufgedeckt, dabei fungieren Taxifahrer oft als Schlepper".

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt von Russland Saak Karapetjan fragte seinen deutschen Kollegen, wie denn das weitere Schicksal der Flüchtlinge, die illegal nach Deutschland einreisen, aussieht.

"Zuerst werden notwendige Prozeduren durchgeführt, um zu verstehen, woher Flüchtlinge kommen. Aber wenn sie sich für den Flüchtlingsstatus bewerben, bleiben sie in Deutschland ", antwortete der deutsche Staatsanwalt.

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31 August 2017

Mama, mach die Tür auf!

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Mach die Tür auf!
Wie die griechische russischsprachige Zeitung "Russisches Athen" am 30.08.2017 berichtete, fand in der griechischen Hauptstadt eine Protestaktion statt.

An dieser Aktion vor dem Hauptgebäude des griechischen Amtes für Angelegenheiten der Flüchtlinge nahmen mehrere Dutzend syrische Migranten samt Kindern teil.

Die Demonstranten hielten die Transparente mit den Forderungen, sie nach Deutschland reinzulassen, wo ihre Familienmitglieder bereits als anerkannte Flüchtlinge leben (z.B. "Mama Merkel, mach die Tür auf!").

Die protestierenden Syrier glauben, dass der Flüchtlingsstrom von der deutschen politischen Führung im Moment absichtlich gedrosselt wird, weil im Herbst die Bundestagswahlen anstehen. Dabei sind Flüchtlinge eines der wichtigen Themen der Wahlkampagne.

UP: Zu diesem Artikel gib es übrigens einen interessanten Kommentar:

Diese <Flüchtlinge> sind aber ziemlich schlau. Wenn sie mit ihren Schlauchbooten in Zypern anlegen, suchen sie sich irgendwie immer ein Strandstück aus, der nicht Zypern, sondern Großbritannien (Militärbase) gehört. Wenn sie dann gerettet werden, fordern sie die Abwicklung  nach dem britischen Recht und zwar direkt in Großbritannien.

Also gibt es wohl doch mehrere hochqualifizierte Fachleute unter den Flüchtlingen, denn so perfekt in einem Schlauchboot mitten im Meer zu navigieren ist wahrlich nicht jedermanns Sache...

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