21.10.2018

Das zweite Böse

Geschichte aus Frankreich
Russen hat man in Europa nicht besonders gern. Warum? Vielleicht ist das die Angst vor etwas, was unerklärlich und unvorhersehbar ist.


Hier kommt ein Erlebnisbericht - eine Geschichte, die angeblich in dem französischen Avignon stattgefunden hat.

Im dortigen Wohnbezirk gibt es einen kleinen Bäckerladen, wohin jeden Tag zu einer bestimmten Zeit frische und warme Baguettes zum Verkauf gebracht werden. Die Franzosen aus der Nachbarschaft kennen inzwischen den Lieferplan und nehmen ein paar Minuten in einer kleineren Schlange gern in Kauf, bis Stangenbrot in Körben ausgelegt wird.

Da taucht das Böse plötzlich im Laden auf: Fünf laute bärtige Araber drängeln sich rücksichtslos vor und holen sich alle frisch ausgelegten Baguettes. Dann laufen sie zur Kasse von den Blicken der stumm gewordenen Franzosen begleitet. Tolerantes aber auch bedrückendes Schweigen dauert an.

Dann klingt im Raum eine heisere und durchaus bedrohliche Stimme in einer fremden Sprache, die weder Franzosen noch Araber kennen. Dennoch kann man den Sinn der Phrase intuitiv verstehen: „Was soll jetzt der Scheiß?!“

Darauf sondern sich aus der Kundschaft drei düstere kahlköpfige männliche Gestalten aus. Der russische Stil ist unverkennbar. So taucht das zweite Böse in dem Landen auf. Das wird den Franzosen eindeutig zu viel. Am besten würden sie an der Stelle verduften.

Inzwischen kommt das zweite Böse zum ersten Bösen und nimmt ihm - lautlos und unabwendbar - alle Baguettes weg. Franzosen sind perplex. Aber man setzt sofort noch eins drauf, was das französische Gehirn endgültig zum Kochen bringt: Während kahlköpfige Männer an der Schlange vorbei gehen, verteilen sie Baguettes strickt nach der Regel: ein Kunde - ein Brot.

Egal ob jemand vielleicht gar keine Baguette kaufen wollte, die Menschen in der Schlange verstehen eher instinktiv, dass das ein Angebot ist, das man am besten annehmen sollte. Zumal passen die Männer genau auf, dass jeder Käufer sein Stangenbrot in der Hand hat. Danach nehmen sie sich auch ein paar Baguettes und begeben sich zum Ende der Schlange.

Das zweite Böse hat das erste Böse besiegt. Die Araber ziehen sich unbemerkt zurück.

Immer noch geschockte Franzosen tauen langsam auf und gehen lautlos zur Kasse. Das Einzige, was man beinahe hören kann, ist das Rauschen ihrer Gedanken: „Russen sind das: Sie zwingen nicht nur die Araber, das Brot zurückzugeben, sondern auch uns, es zu essen. Und das schaffen sie sogar ohne Kalaschnikows...“

Quelle


* Dieses Posting stellt eine Übersetzung aus dem Russischen ins Deutsche dar.
Das zweite Böse Rating: 4.5 Diposkan Oleh: Rus Funker

Kommentare:

Nephilim hat gesagt…

Schöne Geschichte. Ich fand Russen aber schon vorher cool.

Anonym hat gesagt…

Sehr schön, danke.
Die russische Mentalität fehlt den Deutschen.

commche1 hat gesagt…

Ich liebe die Russen. Wäre schön sie wieder in Deutschland (OST) zu haben. Da wäre wenigstens ruhe im Karton !

Unknown hat gesagt…

Teilen Ordnung Disziplin wieder herstellen super....

Anonym hat gesagt…

Ich habe in der Schule 8 Jahre Russisch gelernt. Im Osten war das früher so.
Auch war ich in Sotchi und Suchumi und die Russen sind gastfreundlich.
In der Sauna sind auch russische Frauen, wenn ich die Sauna hier in der Nähe von Bremerhaven mit einer Bekannten besuche.
Es gibt keinerlei Probleme mit den Frauen und fast alle davon kann man als gut integriert und sympathisch bezeichnen.
Also, mir sind die Russen, Polen, Spanier, Niederländer jedenfalls sympathischer als das was hier als Flüchtlinge aus fremden Kulturkreisen nach Deutschland kommt und zum Teil gar nicht daran denkt, sich auch nur minimal anzupassen.
Von mir aus kann auch ein Russe mit seiner Kalaschnikov nebenan ein Haus mit seiner Familie beziehen. Dann würde ich mir neue Kater mit den Namen Molotov und Gagarin zulegen und mit den Russen Wodka Gorbatschov trinken. Ich wette, das würde sehr gemütlich.... wenn wir auch noch zusammen Kapusta löffeln würden.
Ach, fast hätte ich es vergessen, einer unserer Kater hatte den Namen Sotchi ( bildschöner Russisch-blau-Kater) und leider ist unsere dreibarbige Perser-Mix-Katze Frau Putin im November mit 10 Jahren verstorben.
Einmal musste ich in der Tierarztpraxis in Bremerhaven anrufen. Am anderen Ende des Telefons war ein Vertretungstierarzt und ich bat ihn an die behandelnde Tierärztin auszurichten, dass es Frau Putin wieder gut ginge. Sehen Sie Russen sind hier allgemein sehr beliebt!

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