01.10.2019

Russische Opposition

Gegen Putin
Vor ca. 2 Jahren hat ein Blog-Leser die folgende Frage gestellt:


"Warum kein Artikel über Herr Navalny nur Putin Propaganda? Deutschland unterstützt Herr Navalny ein richtiger Demokrat und hoffentlich nächste demokratische Präsident!!!".

Damals hatte ich leider nichts Substantielles (mangels des Substantiellen) über Herrn Navalny zu berichten. Heute eigentlich auch nicht...

...Außer vielleicht, dass er samt Familie kürzlich in den USA unterwegs war, um seine Tochter bei der Standford-Uni in Kalifornien als Studentin unterzubringen. Das klappte gut, worüber er selbst per Twitter stolz berichtete. Na, immerhin.

Dafür aber habe ich ein Interview von einem anderen unnachgiebigen russischen Demokraten (deutscher Abstammung) Alfred Koch im Internet gefunden. Das Interview stammt aus dem Jahr 1998. Damals war er allerdings noch gar kein Putin-Kritiker (Putin war ja auch noch nicht im Kreml). Sein Interview gab Herr Koch dem US-amerikanischen Radiosender WMNB kurz nach seinem Rücktritt vom Posten – sage und schreibe – des Vize-Ministerpräsidenten in der russischen Regierung!

Hoffentlich gibt dieser kleine Einblick in den Gedankenschatz von Alfred Koch ein bisschen Aufschluss, wieso die "dummen Russen" auch nach 22 Jahren auf Versprechungen einer wunderbaren "westlichen Zukunft" immer noch sehr allergisch reagieren und lieber für bösen Putin stimmen.

Nun zum Interview(ausschnitt), aber bitte jede Sekunde daran denken, dass dies Worte eines (damals - bis vor kurzem) russischen Vize-Ministerpräsidenten sind!


***

Reporter:
Heute wird davon gesprochen, dass die Lage Russlands katastrophal und seine wirtschaftliche Zukunft schwer vorhersehbar ist. Was meinen Sie dazu?

Koch:
Ganz meine Meinung.

Reporter:
Sehen Sie das Licht am Ende des Tunnels?

Koch:
Nein.

Reporter:
Wie prognostizieren Sie die wirtschaftliche Zukunft Russlands?

Koch:
Rohstoffanhängsel. Definitive Auswanderung (aus Russland-RF) aller Menschen, die denken und erfinden, also mehr als nur schaufeln, können. Danach kommt Zusammenbruch und Umwandlung in Dutzend kleiner Staaten.

Reporter:
Wie lange wird es dauern?

Koch:
Ich denke 10 bis 15 Jahre... Verstehen Sie... 70 Jahre lang wurde die Weltwirtschaft geformt. In dieser Zeit hat sich Russland oder besser gesagt die Sowjetunion gesondert, von der Welt getrennt und nach eigenen Gesetzen entwickelt. Die Weltwirtschaft wurde ohne Sowjetunion ausgebildet.
Heute ist die Weltwirtschaft autark, sie hat genügend Ressourcen, alles ist da. Und nun kommt Russland, und niemand braucht es.
(Lacht)
Es gibt keinen Platz für Russland in der Weltwirtschaft. Sein Aluminium, sein Öl wird nicht benötigt.
Russland stört nur, es generiert nur Dumping mit seinen Preisen. Darum denke ich, sein Schicksal ist natürlich traurig, zweifellos.

Reporter:
Prognostizieren Sie Investitionen für Russland? Werden sie in dem erwarteten Umfang kommen?

Koch:
Nein, denn niemand braucht Russland (lacht), niemand braucht Russland (lacht). Wieso können Sie das nicht kapieren?!

Reporter:
Russland hat doch enorme wirtschaftliche und personelle Ressourcen, und für den russischen Markt zu arbeiten wäre...

Koch:
Welche enorme Ressourcen hat Russland denn? Diesen Mythos will ich endlich entlarven. Erdöl?
Im Persischen Golf ist es deutlich billiger und leichter zu haben. Nickel kommt aus Kanada, Aluminium aus Amerika, Kohle aus Australien. Holz aus Brasilien. Ich begreife es echt nicht! Was ist denn an Russland so besonders?

Reporter:
Aber mit Russland zu handeln, mit diesem riesigen Land, in dem es einen enormen Kaufbedarf gibt...

Koch:
Um zu kaufen, muss man Geld haben. Russen können nichts erwirtschaften, also können sie nichts kaufen.

Reporter:
Kurz gesagt, sehen Sie keine Perspektiven.

Koch:
Absolut. (lacht) Nun, Primakow (damals Ministerpräsident-RF), wenn er welche sieht, dann soll er arbeiten (lacht).

Reporter:
Wie kann sich Ihrer Meinung nach die Wirtschaftspolitik der russischen Regierung ändern? Wird es eine Rückkehr zu den alten Methoden geben?

Koch:
Als ob das irgendeine Bedeutung hat... Egal, was man so alles unternimmt - Russland ist bankrott.

Reporter:
Und glauben Sie, dass keine weiteren wirtschaftlichen Vorhaben Russland retten können?

Koch:
Ich denke, es ist sinnlos.

Reporter:
Können Reformen im üblichen Sinne des Wortes für Russland akzeptabel sein?

Koch:
Nur wenn man in Russland endlich aufhört, über eine besondere Seelentiefe des russischen Volkes und seine besondere Rolle zu reden, dann kann es Reformen geben. Wenn aber die da drüben nur den nationalen Narzissmus ausleben und weiter denken, dass die Brötchen auf den Bäumen wachsen...
Sie bewundern sich ja so sehr, sie bewundern ihr Ballett und ihre klassische Literatur des 19. Jahrhunderts so sehr, dass sie nichts Neues mehr erschaffen können.

Reporter:
Wenn man Sie so reden hört, ist das Zukunftsbild Russlands ziemlich düster...

Koch:
So ist es – düster! Warum sollte es fröhlich sein?
(lacht)


***
Also nochmals: das war ein Ausschnitt aus dem Interview über Russland eines Vize-Ministerpräsidenten der russischen Regierung. Dieses Interview erschien zunächst in der investigativen Zeitung "Nowaja Gaseta" im Jahr 1998 (Ausgabe Nr. 48), dann als eine Episode im Buch vom bekannten russischen Publizisten Alexander Minkin "Präsidenten.Ru".

Heute im Jahr 2019 erklärt dieses Interview hoffentlich überzeugend genug, wieso viele Russen die "westlich orientierte Opposition" nicht wirklich gern haben.

P.S.
Übrigens, Herr Koch dürfte sich heute dauerhaft in Deutschland aufhalten. Ab und zu postet er nun in seinem FB pflichtbewusst Zwischenrufe gegen den "gemeinen Putinismus". Nachvollziehbar.
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29.09.2019

Skandalöse Erkenntnisse eines russischen Autojuristen

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Russischer Jurist gegen BMW

Russische Internetausgabe "Nowyje Koljosa" (Neue Räder) veröffentlichte einen ziemlich skandalverdächtigen Artikel (samt Video), der den deutschen Autoproduzenten BMW betrifft.


Im Artikel (und Videos) geht es um eine durchaus spektakuläre Untersuchung des russischen Autojuristen Andrej Podschiwalow und zwar:

Der Mandant von Herrn Podschiwalow hat einen neuen BMW 3er in Russland gekauft. Das Auto ging aber leider bald kaputt (Motorschaden). Die Panne passierte nicht in Russland, sondern in Georgien während einer Urlaubsreise des Mandanten.

Der Mandant wandte sich dann an lokalen georgischen BMW-Händler, doch zunächst erfolglos. Der Mandant hat angeblich gesagt bekommen, dass sich die BMW-Garantie auf seinen Wagen nicht erstrecken sollte, weil das Auto in einem Werk in Russland produziert worden sei.

Darauf hat sich Autojurist Podschiwalow der Sache angenommen und ist während seiner Recherchen auf folgende Umstände gestoßen:
  1. Das Werk in Russland (Kaliningrad), das BMW-Autos produziert, sei ein unabhängiges russisches Unternehmen, das statutmässig mit dem BMW-Konzern keinerlei verwandt ist: Es ist also kein BMW-Tochterbetrieb, kein Joint-Venture oder ähnliches.
  2. Jedoch würden offizielle russische BMW-Händler vertragsmäßig die "Kaliningrad-BMWs" neben den "echten" deutschen BMWs verkaufen.
  3. Dabei würden die "Kaliningrad-BMWs" von offiziellen BMW-Händlern praktisch als Autos eines Fremdproduzenten angekauft, um sie dann in Russland zu vertreiben. Der Vertreter vom BMW-Konzern in Moskau nannte diese Autos "BMW-Analoga".
  4. Dabei hätten die "Kaliningrad-BMWs" logischerweise (oder verrückterweise?) gar keine formulierte Garantie: weder vom BMW-Konzern noch vom russischen Produzenten (formell kein Verstoß gegen das russische Recht) noch von BMW-Händlern.
Der Autor der Artikels meint dazu:
Solche Infos bringen das Gehirn regelrecht zum Kochen. Entweder ist es eine Art globale Verbrauchertäuschung, oder es ist ein ungeheuerliches Missverständnis.
Der letzte Abschnitt im Artikel hat den Untertitel "Korruption im Head-Office" und lautet etwa so:
Was die Missgeschicke des Mandanten angeht, der so unbedacht einen russischen BMW kaufte, ging die Situation für ihn schließlich gut aus. Acht Monate später reparierte das BMW-Händlerhaus "Omega Motor Group" in Tbilisi sein Auto und wechselte den Motor.

Der Ruf der deutschen Marke wird in Georgien wohl mehr geschätzt als von russischen Autoherstellern, die auf ihre skandalösen "Garantieverpflichtungen" offensichtlich pfeifen. Sie haben jetzt andere Sorgen: Sie müssen weitere 370 Millionen Euro vom deutschen BMW-Konzern ergattern, um die Produktion von Fälschungen weiter auszubauen. Und seien Sie versichert, dass diese ihr Ziel erreichen werden. Aber das ist ein weiteres Gesprächsthema – das Thema über Korruption in der Zentrale der BMW AG.

Quellen:
Link zum Artikel
Youtube-Kanal von Andrej Podschiwalow
Video 1
Video 2

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24.09.2019

Russland: Aufnahmestopp für Flüchtlinge

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Flüchtlinge in Russland
Vor einiger Zeit fragte ein Blogleser, ob und wie man in Russland Asyl beantragen kann.


Diese Frage wurde nicht vergessen. Jedoch wollte ich dieses Thema nicht mit einer banalen Übersetzung der polizeilichen Instruktionen abfertigen.

Nun bin ich auf einen Artikel über Flüchtlinge in Russland gestoßen, der mir ziemlich aufschlussreich scheint. Das Tolle an diesem Artikel ist außerdem, dass er auf den Berichten von westlichen NGOs basiert und somit beim besten Willen nicht als russlandfreundlich eingestuft werden kann. Das Gegenteil ist eher der Fall.

***

In Russland leben nur 572 Flüchtlinge, gegenüber Hunderttausenden in den 1990er und frühen 2000er Jahren.

Obwohl die Zahl der Flüchtlinge in der Welt zunimmt, schränkt die Russische Föderation die Gewährung des Flüchtlingsstatus und des vorübergehenden Asyls massiv ein. Nach Angaben der Vereinten Nationen hat die Zahl der Flüchtlinge in der Welt seit dem Zweiten Weltkrieg einen Rekordwert von 25,9 Millionen erreicht. Unterdessen ist die Zahl der von Russland aufgenommenen Flüchtlinge auf historische Tiefststände gesunken.

Westliche Experten nennen die Flüchtlingssituation in Russland "traurig bis tragisch" und behaupten, dass der Flüchtlingsstatus oder vorübergehendes Asyl von russischen Behörden meistens auf der Grundlage nichtöffentlicher politischer Anweisungen gewährt wird.


Warum Russland kein Asyl gewährt?


Laut russischem Gesetz können Ausländer, die die Verfolgung zu Hause begründet fürchten, in Russland einen unbefristeten Flüchtlingsstatus beantragen, was auch den Forderungen der Genfer Konvention entspricht. Allerdings muss jeder Flüchtling in Russland alle 18 Monate neu registriert werden. Dabei wird auch über den Flüchtlingsstatus immer wieder neu entschieden, und die positive Entscheidung ist alles andere als selbstverständlich.

Darüber hinaus gibt es in Russland den Status des sogenannten vorübergehenden Asyls, was in der Realität eine aufgeschobene Ausweisung bedeutet. Die Menschen mit diesem Status gelten nicht als Flüchtlinge. Sie werden lediglich aus humanitären Gründen geduldet. Vorübergehendes Asyl wird maximal für 12 Monate gewährt, danach um weitere 12 Monate verlängert oder eben nicht.

Laut der offiziellen Statistik gibt es in Russland momentan 572 Flüchtlinge (meist Bürger Afghanistans und der Ukraine) und 76800 Menschen, die vorübergehendes Asyl erhalten haben (75000 davon sind Ukrainer).

Im Jahr 2018 erhielten 30 Personen den Flüchtlingsstatus, 6000 Personen wurde vorübergehendes Asyl gewährt. Die Zahl der Flüchtlinge in Russland ging von 1998 bis 2004 von 235000 auf 8700 zurück. Meistens waren das die Bürger von Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Tadschikistan und Usbekistan. Danach in Jahren 2004 bis 2019 lag die obere Grenze strikt bei 1000 p.a. Die Zahl der Personen mit vorübergehendem Asyl stieg bis 2016 auf 313700, sank dann jedoch zum Jahr 2019 auf 76800.

Pro hunderttausend Russen (bei der Bevölkerungszahl von 146 Millionen) gibt es 53 Ausländer, die den Flüchtlingsstatus oder vorübergehendes Asyl genießen, was im weltweiten Vergleich sehr wenig ist. Zum Vergleich: In den Niederlanden gibt es 101800 Flüchtlinge (598 Personen je 100000 Einwohner bei der Bevölkerung von etwa 17 Millionen). In der Türkei, die den Hauptstrom syrischer Flüchtlinge aufgenommen hat, haben 3,6 Millionen Menschen Asyl bekommen (4400 pro 100000 Einwohner bei 81 Millionen Türken).

Laut dem Bericht der NGO „Bürgerlicher Beistand“ sinkt in Russland nicht nur die Zahl der positiven Flüchtlingsentscheide, sondern auch die Zahl der gestellten Anträge. Dabei ist die amtliche Statistik, wie Experten feststellen, äußerst knapp und nicht detailliert. Sie berücksichtigt eigentlich nur Ausländer, die es überhaupt geschafft haben, ihre Anträge beim russischen Innenministerium einzureichen. Aber selbst dieser Schritt klappt nicht ohne weiteres. Wegen der politisch motivierten Anweisungen (wen man akzeptiert, wie viel, wen man ablehnt etc.) wird die Situation mit Flüchtlingen im Land als "traurig bis tragisch" bezeichnet.


Warum es so wenige Flüchtlinge in Russland gibt?


Es gibt keine formellen Beschränkungen für die Aufnahme von Flüchtlingen in Russland.
Stattdessen gibt es inoffizielle amtliche Vorgaben, die Asylsuchende im Allgemeinen sowie Flüchtlinge aus bestimmten Ländern betreffen.

Das erste Hindernis für Flüchtlinge ist der Mangel an Informationen über Asyl-Möglichkeiten. Es ist unmöglich, solche Infos in Flughäfen und Bahnhöfen zu bekommen. Auf der Website des Innenministeriums gibt es auch keine konkreten Hinweise, wie man als Asylsuchender zu handeln hat. Oft dauert es Monate, um nötige Informationen zu finden. Aber wenn das Visum eines Migranten vor dem Antrag abläuft, wird er schlicht ausgewiesen.

Jeder Antragstellung geht dann ein mehrstündiges Interview voraus. Dabei muss man es erstmal schaffen, den Termin fürs Interview trotz großer Warteschlangen und diverser bürokratischer Hürden zu ergattern. Während des Interviews werden die Antragsteller nachdrücklich angeregt, auf den Antrag zu verzichten. Wird der Antrag trotzdem gestellt, kann er jede Zeit und ohne Angabe von Gründen abgelehnt werden. Ablehnungsentscheide werden dermaßen intensiv produziert, dass Beamten manchmal Bewerberpersonalien in den Bescheiden verwechseln.

Verschärft wird die Situation durch Gesetzeslücken. Daher gibt es keine detaillierte Liste von humanitären Gründen für die Gewährung des vorübergehenden Asyls. Im entsprechenden Regierungsdekret wird lediglich "Gesundheitszustand“ erwähnt. Migrationsdienststellen berücksichtigen jedoch manchmal Faktoren wie bewaffnete Konflikte, Naturkatastrophen oder vom Menschen verursachte Katastrophen im Herkunftsland, aber auch die Androhung von Folter oder die Todesstrafe. Das passiert aber eher selten.

So wurde beispielsweise Bürger des afrikanischen Staates Togo, Bozobeidu Batoma, aus Russland abgeschoben, obwohl die UNO und der Menschenrechtsrat eingeräumt hatten, dass er zu Hause mit politischen Repressalien konfrontiert werden kann. Die Polizei im russischen Brjansk lehnte seinen Asylantrag jedoch ab, indem sie den Mann aus Togo als „Märchendichter“ brandmarkte.

Sowohl Flüchtlinge als auch Personen, denen vorübergehend Asyl gewährt wurde, können ihren Status verlieren. Die Neuerfassung der anerkannten Flüchtlingen findet alle anderthalb Jahre statt. Theoretisch bedeutet sie nicht unbedingt die Annullierung der früheren Entscheidung. In der Praxis verlieren Flüchtlinge dabei manchmal das Recht, in Russland zu bleiben. Vorübergehendes Asyl kann aufgehoben werden, wenn die Migrationsbehörde die Ansicht vertritt, dass "humanitäre Gründe" nicht mehr vorhanden sind.

2018 traten solche Probleme sogar unter Ukrainern aus den Regionen Donezk und Lugansk auf. Es wurden Fälle bekannt, dass russische Behörden bei der Verlängerung des Asylstatus die Vorlage der schriftlichen Bestätigung darüber verlangten, dass in dem jeweiligen Herkunftsort der Bewerbers immer noch scharf geschossen wird. Das Problem ist jedoch mittlerweile nicht mehr aktuell, weil die Ostukrainer nun russische Pässe direkt bekommen können.

Offizielle russische Daten geben keinen Aufschluss, warum die Gesamtzahl der in Russland lebenden Dauer- und vorübergehenden Flüchtlinge abnimmt. Vielleicht haben einige von ihnen (z.B. Ukrainer) die russische Staatsbürgerschaft bekommen. Andere sind wahrscheinlich nach Europa gezogen, wohin laut Medienberichten beispielsweise Syrer aus Norwegen über die Region Murmansk strömen.
Schließlich kann man annehmen, dass einige Personen ihren Flüchtlingsstatus verloren haben. Veröffentlichte Statistiken sind fragmentär und kaum nachvollziehbar.

Inoffizielle Anweisungen


Die Ukrainer machen etwa 97 % Derjenigen aus, die vorübergehendes Asyl oder Flüchtlingsstatus in Russland erhalten, 1 % sind Syrer und Afghanen und weitere 1 bis 2 % stammen aus anderen Ländern. Menschenrechtler glauben, dass informelle Anweisungen für bestimmte Flüchtlingsgruppen gelten, was die Behörden jedoch nicht bestätigen.

So erhielten 397000 Ukrainer in den Jahren 2014-2015 vorübergehendes Asyl in Russland (95,8 % der Antragsteller). Dabei wurde der Flüchtlingsstatus nur 325 von 5800 ukrainischen Bewerbern gewährt. Experten erklären dies damit, dass die Migrationsstellen des russischen Innenministeriums angewiesen wurden, den Ukrainern bei der Erlangung vorübergehenden Asyls zu helfen, nicht aber beim dauerhaften Flüchtlingsstatus.

Noch markanter sind die Daten über syrische Flüchtlinge. Im Jahr 2013 erhielten 67 % der 1800 Syrier vorübergehendes Asyl in Russland. Im Jahr 2014, inmitten der Vorbereitungen auf die russische Militäroperation in Syrien, erreichte der Anteil der positiven Entscheidungen 95%. Damals schrieben regierungsfreundliche russische Medien viel über die russisch-syrische Freundschaft.
Im darauffolgenden Jahr akzeptierten russische Migrationsbehörden jedoch nur 62 % der syrischen Anträge, ein Jahr später sogar nur 52 %. Auf diesem Niveau beleibt die Akzeptanz der syrischen Anträge bis heute.

Gleichzeitig sank die Zahl der in das Asylverfahren aufgenommenen Syrer von 1100 im Jahr 2015 auf 306 im Jahr 2018. Und nur eine einzige Person aus Syrien schaffte es bis zum unbefristeten Flüchtlingsstatus.

Da sich die humanitäre Lage in Syrien kaum verbessert hat, und die Zahl der Syrer in Russland seit Kriegsbeginn stabil bei 8000 bis1000 beliebt, ist es davon auszugehen, dass die Behörden syrische Antragsteller sowohl in der Antragsphase als auch im Prozess der Überprüfung "aussieben".

Warum Russland keine Flüchtlinge aus dem Nahen Osten aufnimmt?


2015 machte der Kreml die Länder, die "an der Destabilisierung der Region beteiligt waren", für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien verantwortlich und erklärte, es gebe Terroristen unter den syrischen Flüchtlingen. Viele russische Bürger haben auch Angst vor den als Flüchtlinge getarnten Terroristen (77% nach Ipsos-Daten für 2016).

Also will die russische Regierung die Verantwortung für das Schicksal von Flüchtlingen aus ideologischen Gründen nicht übernehmen. Das Thema Flüchtlinge aus dem Nahen Osten ist heute in zwei Registern zu hören:
- für die Außenwelt:
"Europa muss sich für den Bürgerkrieg in Syrien verantworten"
und
- intern:
In den russischen Zeitungen sieht man öfters umfangreiche Berichte aus dem "sterbenden Deutschland" oder "flammenden Frankreich", wo Flüchtlinge als zivilisationsfeindliche Barbarenströme dargestellt werden, die Europa zerstören. Vor diesem Hintergrund sieht Russland wie eine Insel der Stabilität aus.

Im kürzlich veröffentlichten Interview mit der Financial Times sagte der russische Präsident Wladimir Putin, dass der Massenstrom von Flüchtlingen nach Europa die Interessen der indigenen europäischen Bevölkerung verletze. Putin hat die Situation in einer überspannten Form präsentiert: Migranten sei alles erlaubt, und indigenen Europäern nichts. Diese Position fügt sich in offizielle russische Vorstellungen von internationaler Politik als Realpolitik ein, wo der Pragmatismus über moralische und ethische Motive hinausgeht, und wo niemand humanitäre Verpflichtungen hat.

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09.09.2019

Ironie Off

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Deutsche im Internet

Auszug aus einer FB-Diskussion.


Iwan:

Zunehmend stoße ich auf die Meinung, dass keiner im deutschsprachigen Internet die Ironie versteht. Diese Aussage hat sich bereits so tief festgesetzt, dass sie sich mittlerweile ihrer eigenen Werkzeuge bedient: Am Anfang jeder ironischen Aussage soll man angeblich eine Bemerkung "ironie on" und am Ende dementsprechend "ironie off" setzen. Sonst werden die Deutschen die ironische Nebenbedeutung gar nicht verstehen. Manchmal klingt diese Empfehlung wohl eher scherzhaft, aber die Deutschen verstehen die Ironie im Internet tatsächlich nicht, zum Teil selbst wenn die o.g. Bemerkungen eingesetzt werden. Eigentlich ist das beängstigend. Denn die Unfähigkeit, die Ironie zu erkennen, bedeutet zwangsläufig das Fehlen der Selbstironie (als Variante der Selbstkontrolle). Und dies ist nichts anderes als ein vollwertiges Symptom vieler psychiatrischer Erkrankungen, zum Beispiel Schizophrenie usw. Dabei ergibt die Google-Suchanfrage "ironie off" immerhin mehr als 6 Millionen (!) Treffer. Das bedeutet, dass deutsche Internet-Schreiber genau wissen, für welche Internet-Leser sie eben schreiben. Diese trockene Statistik lässt auch uns keine Wahl - wir haben zu entscheiden: Entweder wird das deutsche Internetsegment hauptsächlich von Anstalt-Patienten bewohnt, oder herrscht in Deutschland akuter Mangel an psychiatrischen Kliniken... So sieht's aus. Passt gut auf euch auf!

Polina:
Dabei nannte man doch die Deutschen früher Meister der raffinierten Ironie. Aber das Internet färbt wohl ab…

Iwan:
Ja, aber das Netzwerk wird von Tag zu Tag zu einem immer genaueren Spiegelbild der realen Gesellschaft.

Elan:
Iwan, noch vor 10 bis 15 Jahren gab es in Deutschland mehr als genug wirklich humorvolle Fernsehsendungen. Heute kann man sich sowas nur ganz selten auf wenigen Kanälen und gegen Mitternacht angucken. Das bestätigt nur die Tatsache, dass jemand versucht, den Spießbürger zu zombieren. Denn nur der gesunde Verstand erzeugt den gesunden Humor, geschweige denn zielbewussten Sarkasmus.

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18.08.2019

Lernen durch Handeln

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Migranten in Israel

Zwei wohlhabende Juden aus Brooklyn kauften mehrere Wohnungen in direkter Nachbarschaft zum privaten Haus der Richterin des Obersten Gerichts von Israel, Esther Hayut, wo sie nun Infiltranten aus afrikanischen Ländern ansiedeln wollen.

Nach Informationen des Fernsehsenders "Keshet" werden zunächst 15 eritreische Bürger zu neuen Nachbarn von Frau Hayut.

Diese Initiative zielt darauf ab, "die Richterin mit dem Alltagsleben der Bewohner von Süd-Tel Aviv vertraut zu machen".

Eigentlich ist das nicht die erste "Provokation" dieser Art. Bereits im Jahr 2011 rief ein israelischer Antimigrationsaktivist die Verwaltung eines Schwimmbades in Nord-Tel Aviv an und fragte, ob er eine Gruppe von 40 Personen mitbringen könnte. Das Telefongespräch, bei dem ihm mitgeteilt wurde, dass seinem Wunsch gern stattgegeben werden kann, schnitt er vorsorglich anhand seines Diktiergeräts mit.

Nachdem dann 40 Badehosen gekauft und ein Touristenbus gemietet wurde, gingen die rechtsgerichteten Aktivisten zum zentralen Busbahnhof in Tel Aviv, um dort badewillige Flüchtlinge abzuholen. Die Aktivisten versprachen jedem potentiellen Schwimmer aus dem Sudan oder Eritrea den freien Eintritt ins Bad, sowie eine neue Badehose als Geschenk.

Die Badewächter versuchten, die Gruppe von 40 schwarzen Männern zu stoppen mit der Begründung, dass man sich ohne Badehosen nicht in der Schwimmanlage aufhalten dürfte. Nachdem aber die ausreichende Zahl an Badehosen vorgezeigt wurde, musste die Pool-Verwaltung die Gruppe reinlassen.

Als 40 afrikanische Schwimmer dann ins Wasser rannten, mussten die meisten Besucher das Bad verlassen.

Der Journalist von NEWSru.co.il, der erst nach dem Ende der rechten Aktion im Schwimmbad eintraf, meinte, dass der Pool anschließend wohl desinfiziert wurde: In der Anlage roch es scharf nach Entseuchungsmitteln, und die Pool-Mitarbeiter forderten Gäste auf, eineinhalb Stunden "aus hygienischen Gründen" nicht ins Wasser zu gehen.

Im Januar diesen Jahres veranstalteten rechte israelische Aktivisten eine weitere Aktion gegen afrikanische Migranten. Sie verteilten Flugblätter an Flüchtlinge aus dem Sudan und Eritrea mit der vermeintlichen Einladung zum Mittagsessen mit migrantenfreundlichen Israelis. Dabei wurden auf den Flugblättern die Adressen von linken Aktivisten angegeben, die gegen die Abschiebung von Afrikanern protestierten.

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28.07.2019

Himmelschreiende Intoleranz

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Russischer Jude in Israel

Dieses Video ist der Inbegriff himmelschreiender Intoleranz aus der westeuropäischen Sicht. Aus der russischen und jüdischen Sicht ist das Video aber extrem beliebt, ganz besonders jedes Jahr kurz vor dem Tag des Sieges.


Die Handlung spielt hier auf dem Gelände einer Lehranstalt irgendwo in Israel. Der Bühnenheld ist Sergej Afanasjewitsch im Gespräch mit einem nordafrikanischen Migranten. Sergej ist Jude russischer Herkunft bzw. Russe jüdischer Herkunft. Wie auch immer halten Millionen Russen und Israelis diesen Mann definitiv für den "Unsrigen". Und das muss man verdient haben. 

Ansonsten ist das Video recht vielseitig wie mehrdeutig:

- hier beschimpft ein Jude einen Nordafrikaner aufs Übelste auf Hebräisch mit massiven Einschlüssen russischer Schimpfwörter (meistens leider kaum übersetzbar)
- hier hält sich ein Jude sichtbar gern für einen Russen (oder ein Russe für einen Juden)
- hier wird ein Jude von einem Nordafrikaner gern für einen Russen gehalten
- hier wird die Migrationsproblematik sehr rustikal erörtert
- genauso ungeniert setzt man sich hier mit ethnographischen, kulturellen und sogar kulinarischen Themen in Bezug auf Nordafrika auseinander
- bestimmte Fragen der europäischen Geschichte werden hier ziemlich derb berührt
- von einigen sexuellen Praktiken ganz zu schweigen…

Alles in allem ist das Video für Mitmenschen mit grünlich angeschlagenem Gehirn wohl schwer zu verkraften und daher auch nicht unbedingt zu empfehlen. Andererseits ist das eine recht typische Lebenssituation, die man nicht leugnen sollte. Mehrere Millionen Russen und Israelis, die das Video auf YouTube bis jetzt gesehen und mehrheitlich positiv bewertet haben, können sich nämlich nicht irren.



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27.07.2019

Idioten

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Migranten in Deutschland
Michail (Josefowitsch) Weller ist bekannter russischer Schriftsteller, Publizist und Philosoph ukrainisch-jüdischer Abstammung.

Er setzt sich oft mit der Thematik der Migrationsprozesse in Europa auseinander. Hier kommt nun ein kleiner Ausschnitt aus seinem (bis jetzt) letzten Auftritt, wo er seine Sicht auf das heutige Deutschland und Deutsche kurzgefasst präsentiert.




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17.07.2019

Das zweite Dritte Reich

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Europäisches Reich

Zwischenruf eines in Deutschland lebenden russischsprachigen Bloggers zur Wahl der neuen Präsidentin der Europäischen Kommission.

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Manche empfinden Merkels gelungene Inthronisation von Ursula von der Leyen als eine äußerst schlaue Taktik der Bundeskanzlerin.

Doch das Gegenteil ist der Fall.

Gegen die EU wächst Misstrauen und Hass. Immer mehr EU-Bürger halten das Euro-Reich für das deutsche dritte Reich. Und das tun sie auch zu Recht. Denn mittlerweile gilt Brüssel stellvertretend für Berlin und umgekehrt.

Nimmt man aber diesen heiklen Umstand unter die Lupe, wird es klar, dass das heutige "deutsche Euroreich" eher antideutsch ist. Denn das EU-Imperium wird massiv aus den Geldbörsen deutscher Bürger zwangsfinaznziert. Die Deutschen sind diejenigen, die wahnsinnige Ideen der verfaulten deutschen Oberschicht-Spinner zu bezahlen haben.

Das erste deutsche Reich war bekanntlich das Heilige Römische Reich deutscher Nation, das mit Rom eigentlich nichts zu tun hatte. Dann gab es das sogenannte Dritte Recht mit Hitler an der Spitze, das - wie auch immer - Europa unter einem  Stiefel kurz vereinigen konnte. Also ist das heutige Euroreich das dritte der Reihe nach, oder eben das zweite und eigentliche Dritte Reich.

Juncker stammt aus der Familie, deren männliche Mitglieder Wehrmacht-Soldaten waren. In Luxemburg wird auch Deutsch gesprochen. Doch Europäer haben Juncker nie als einen Deutschen empfunden. Und die Tatsache, dass er faktisch eine deutsche Marionette war, fiel so gut wie gar nicht auf.

Mit von der Leyen an der EU-Spitze wird sich die Situation drastisch ändern: Sie wird zum Symbol der deutschen Vorherrschaft. Dementsprechend wird der Hass gegen die EU schnell zum Hass gegen Deutschland mutieren. Und das ist eine ganz besondere Hassart, die Polen, Tschechen, Franzosen, Griechen oder Italiener nie verlernt haben.

In der EU hat das heutige Deutschland immer weniger Anhänger. Nun scheint der Zerfall der Europäischen Union nach deutscher Art einen entscheidenden Anstoß zu bekommen. Mit einer Deutschen an der EU-Spitze wollte Merkel lediglich den Rest ihrer Amtszeit möglichst gemütlich gestalten. Doch einen schlechteren Weg, dieses Ziel zu erreichen, konnte ihr wohl kaum einfallen.

Trotz dem überschwappenden Informationsstrom über Holocaust und Gräueltaten des Zweiten Weltkrieges begreifen die Deutschen erstaunlicherweise immer noch nicht ganz, wie sie von den europäischen Nachbarn tatsächlich empfunden werden. Deutsche Politiker kommen irgendwie nicht auf die einfache Idee, etwas in den Hintergrund zu treten und aus diesem Hintergrund bequem zu leiten.

Die Gewohnheit von den heute absolut subpassionären Deutschen, immer noch alle um sich herum zu belehren, führende Anweisungen auszuteilen, "Raketen" in italienische Häfen zu verschicken und ihre Gauleiter überall aufzusetzen ist offensichtlich unausrottbar und deswegen fatal.

Quelle
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14.07.2019

Willkommen in der Ukraine

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Willkür in der Ukraine

Ein Gericht in Italien hat ehemaligen ukrainischen Soldaten Vitaliy Markiv zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt.


Im Jahr 2014 tötete Vitaly Markiv im Donbass den italienischen Fotografen Andrea Rocchelli und seinen russischen Assistenten Andrej Mironow.

Darauf hat Dmitry Jarosch, der rechtsradikale ukrainische Abgeordnete, Sicherheitsberater des ukrainischen Verteidigungsministers und der “Führer“ (bis 2015) der ukrainischen Nazi-Organisation “Rechter Sektor“ aufgerufen, in die Ukraine reisende italienische Bürger amtlich zu misshandeln - als “Antwort“ auf die o. g. Entscheidung der italienischen Justiz.

Zitat:
Im Zusammenhang mit der Entscheidung des italienischen "unabhängigen" Gerichts im sogenannten Fall Vitaliy Markiv schlage ich vor, eine Sonderoperation durchzuführen. Wir verhaften Dutzend beliebige Italiener, die in die Ukraine kommen (die Hilfe der "Ukrainischen Freiwilligenarmee" kann ich garantieren). Dann beschuldigen wir sie der Teilnahme an den illegalen bewaffneten Gruppen "DNR" und "LNR", sowie der Ermordung ukrainischer Zivilisten in den Jahren 2014-2019 und werden sie mit endlosen Gerichtsverhandlungen zermürben. Und dann wird unser "objektivstes" Gericht sie zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilen.


Quelle des Zitats
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13.07.2019

Wodka

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Vodka
Wodka verdient in Russland die meiste Anerkennung. Und das völlig zu Recht.

Wodka ist vorhersehbar und verständlich. Er wird vom Körper genauso natürlich aufgenommen, wie die Luft von der Lunge.

Die ersten 50 g Wodka spürt man gar nicht. Sie verschwinden im Körper wie im Sand. Wenn man dann gleich weitere 50 g nachladet, kommt eine gewisse Leichtigkeit für 5 Minuten. Keine echte Leichtigkeit also. Es ist doch klar, dass 100 g Wodka nichts bewirken, außer dem unangenehmen Katergefühl.

Am besten sofort nochmals 50 g kippen. Mit 150 g blüht die Seele endlich langsam auf! Manchmal sagt man, dass 150 g Wodka den angenehmsten Rausch verschaffen. Es kommt Freude und Leichtigkeit auf, die man mit weiteren Portionen weder erhalten noch steigern kann.

Das würde ich aber bestreiten! Meines Erachtens kriegt man den besten Kick erst ab 200 g Wodka! Ab der 200-Marke erblüht man echt voll. Und ab dann gibt es auch kein Zurück mehr. Ja, man kann 100 oder 150 g trinken. Aber danach kommt man schnell wieder zu sich und kann zur Arbeit gehen.

Ab 200 g geht man nirgendwohin mehr. Ab 200 g gilt: „Ein Glas Wodka am Morgen macht den ganzen Tag zur Feier“.

Und nun Augen zu und tief einatmen...

Stell Dir vor: der frühe Morgen, und Du bist auf einer sonnigen Terrasse. Omas Pfannkuchen stehen auf dem Tisch, auch Kaviar und Sahne sind da. Das Fenster ist aufgemacht, und man hört Vögel im Garten singen. Das Sonnenlicht ist so stark, dass sich die schlechte Laune sofort darin auflöst.

Wie im Paradies - jedenfalls so wie es im Kino gezeigt wird - ist die ganze Gegend mit grellem Licht durchflutet. Menschen glauben ja, das Paradies wäre hell, die Hölle wäre dunkel. Doch auch ein Glas Wodka lässt das paradiesische Licht im Inneren aufflammen und das Gehirn von der Außenwelt abschalten.

Ab dann ist es unwichtig, welche Stimmung man vorher hatte. Alles wird unwichtig, denn eine unsichtbare Grenze ist bereits überquert worden: Du bist jetzt auf der sonnigen Seite. Das Beste aus Deiner Seele tritt in den Vordergrund. Das Böse aber schrumpft und verschwindet. 200 g Wodka machen das möglich, aber... gerade ab jetzt wird es ernst.

Für eine erfolgreiche Weiterfahrt ins Paradies muss man äußerst vorsichtig handeln, das heißt: das Alkoholniveau im Blut ist nun immer stabil zu halten. Also nicht zu viel und nicht zu wenig nachtanken. Das ist eine schwere Aufgabe, fast wie das Balancieren auf dem Seil.

Praktisch gesehen, funktioniert das etwa so: jede halbe Stunde ca. 50 - 100 g nachfüllen. Wenn es mal doch spürbar zu viel wird, dann trotzdem den Trinkrhythmus nicht stören, und lieber den Körper mit 50 g Wasser irreführen.

So kann man locker bis zu einem Liter Wodka tagsüber verspeisen und sich dabei perfekt fühlen. Auch am nächsten Tag behält man dann ziemlich sicher klaren Kopf und gute Laune.

Es gibt Laien, die sagen, dass man die Wodkaflasche nicht von dem Nachmittag anfassen darf. So was zu behaupten, ist einfach nur jämmerlich.

Der einwandfreie Wodka-Tag kann ruhig gleich am Morgen anfangen! Hauptsache, man ist in der Lage, seinem Körper zuzuhören und die Situation unter Kontrolle zu halten.

Wenn es klappt, dann wird der ganze Tag göttlich.

Na Sdorowje!

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11.07.2019

Weltfinsternis, Teil 2

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Ende der Welt kommt bald
Im Anschluss an seinen gestrigen Zwischenruf hat nun Herr Wojtenko heute nochmals nachgeladen. Hier kommt also Teil 2 seiner finsteren politischen Weltsicht.
***
Ich sehe das Hauptproblem nicht in einer Gruppe von Verschwörern, die es versuchen, die Welt nach ihrem Verständnis von harmonischem Frieden zu verändern.

Solche Gruppen gab es immer, und es wir sie immer geben, egal, wie sie heißen: ob Davos-Rotte oder irgendwelche andere Clubs. Es wäre grundsätzlich unklug, die Existenz der Gruppen von sehr (einfluss)reichen Menschen zu leugnen.

Irgendjemand initiierte und bezahlte doch all die Pläne und Projekte der UN. Jemand übernahm die Kontrolle über alle führenden Massenmedien der Welt. Jemand bezahlt die Massenmigration und bahnt den Weg für Flüchtlinge (das ist übrigens eine ganz besondere Geschichte, wie die UN-Strukturen in Nordafrika zu richtigen Stützpunkten für Flüchtlinge aus Afrika, dem Nahen Osten, Bangladesch usw. wurden). Jemand bezahlt sogenannte "Forscher", die dann die verrückten und misanthropischsten "Ideen" der UN gern "wissenschaftlich" untermauern. Jemand schüttet riesiges Geld in NGOs ein. Alles nur Verschwörungstheorien?

Auch die Verschwörungsvorwürfe können finanziert werden. Man darf sich nicht für dumm verkaufen lassen und sich wie intellektuelle Dogmatiker verhalten, die vor Verschwörungsvorwürfen Angst haben. Ich habe eine ziemlich gute Übersicht über die Situation, darum verstehe ich klar, dass der laufende Prozess ohne eine kritische „Substanzmasse“, sprich eine Handvoll machtsüchtiger Wahnsinniger, unmöglich wäre.

Aber, wie gesagt, diese Wahnsinnigen sind nicht das Hauptproblem. Das wichtigste Problem ist ein übermäßig hoher Prozentsatz der westlichen Bevölkerung, die an rasende Propaganda glaubt.

Nehmen wir Westeuropa, insbesondere Nordeuropa. Seine Völker waren ja entsetzt über die Massenmigration. Teilweise begannen sie sogar zu protestieren. Aber wen haben sie dann im Frühjahr gewählt? Sie haben schon wieder für Sozialisten gestimmt, die einfach versprochen hatten, die Migration zu zügeln, und für die Grünen, die eigentlich gar keine Grünen, sondern ökologisch gefärbte linke Radikalen und leidenschaftliche EU-Befürworter sind.

In Dänemark hat die Bevölkerung von ihren neu gewählten „Volksvertretern“ bereits eins auf die Fresse gekriegt, als umgehend ein Maßnahmenpaket gebilligt wurde, das nicht nur die Migration erleichtert, sondern auch drakonische Maßnahmen zur „Bekämpfung der Erwärmung“ voraussieht.

Was die Skandinavien in der letzten Zeit so anstellen, kann man generell nur als Schade bezeichnen. Die Geschichte mit dieser 17-jaehrigen Ikone der globalen Erwärmung ist einfach nur widerlich. Mittelalter pur! Ein psychisch krankes Mädchen wird durch Städte und Länder geschleppt und als Heiligenbild angebetet. Neuerdings sogar mit päpstlichem Segen. Total verrückt.

Nach allen möglichen Hochrechnungen billigt (mehr oder weniger) mindestens ein Drittel der US-Amerikaner den Sozialismus. Dabei liegt ausgerechnet die Millennium-Generation ganz vorne, dicht gefolgt von den ganzen geisteswissenschaftlichen Idioten, Künstlern, Journalisten, Politologen und dem übrigen derartigen Abschaum.

Ja, an all dem ist das von den Kommunisten besetzte Bildungssystem schuld. Das ist der absolute Sieg der UdSSR, wenn auch 30 Jahre nach ihrer Zerfall.

Doch die Unwissenheit ist bekanntlich keine Entschuldigung, besonders in unserer Zeit. Alle Menschen, egal ob jung oder alt, selbst diejenigen, die durch die geisteswissenschaftliche Ausbildung geisteskrank geworden sind, sind verpflichtet, sich für die Geschichte, aber auch für das Wesentliche in den laufenden gesellschaftlichen Vorgängen zu interessieren, um den gigantischen Unterschied zwischen der Realität und dem, was die Massenmedien für die Realität ausgeben, zu begreifen.

Eigentlich ist das gar nicht so schwer, sich in der heutigen Welt zurechtzufinden. Vorausgesetzt man will das. Es gibt doch Internet. Notfalls reicht auch Youtube, wenn man nicht einmal lesen möchte. Aber nein. Vorsintflutliche Ignoranz scheint attraktiver zu sein. Zwei plus zwei ist gleich so viel, was die Mainstream-Presse für richtig hält. Solche Dummköpfe sind die ideale Basis für linke Macher,
die mittlerweile ganz genau wissen, dass ein beträchtlicher Bevölkerungsanteil nicht mehr protestfähig ist. Genau deswegen sind sie so frech geworden.

Die Ereignisse der Realität beschleunigen sich rasant. Und man kann es regelrecht riechen, dass uns ein großer Umbruch erwartet. Eine tiefgreifende Krise gar eine Katastrophe scheint unumgänglich.
Aber nur ein Absturz in die linksradikale Kluft könnte die Menschen dazu bringen, die Welt weder adäquat wahrzunehmen. Nur eine umfangreiche Krise kann den linken Hurenpack nicht nur aus der Gesellschaft wegfegen, sondern auch auf die Anklagebank des internationalen Tribunals wegen zahlreicher Verbrechen führen.

Aber heute schaue ich sogar mit einer gewissen Erleichterung auf die in Smartphones versunkene Welt, denn das sind die letzten Bilder vor dem Ende. Was danach kommt, ist ungewiss. Klar ist nur, dass wir alle, ob in Europa, Russland, USA oder Thailand nicht mehr heil davonkommen. Der Übergang wird äußerst schmerzhaft sein.

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10.07.2019

Weltfinsternis

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Welt wird finster
Eine weitere interessante Person aus der russischen medialen  Welt ist Michail Wojtenko - bekannter russischer investigativer Journalist, der sich vor allem mit den Themen der internationalen Seefahrt sowie globaler Transport-Infrastruktur befasst.

Er ist also gut informiert, darum ist seine englischsprachige Online-Ausgabe "Maritim Bulletin" auch durchaus lesenswert. Michails journalistische Recherchen haben schon mal dazu geführt, dass er Russland - angeblich wegen krimineller Drohungen - verlassen musste.

Ganz im Geiste der Zeit war seine Wahl der neuen Niederlassung. Wider Erwarten landete er nicht im Westen, sondern in einem südöstlichen Land. Von der heutigen westlichen Welt hält Michail wahrlich nicht viel, was er mit seinen aufschlussreichen und ungeschminkten privaten Postings auch regelmäßig belegt.

Hier kommt sein aktueller Zwischenruf zur globalen politischen Situation in deutscher Übersetzung.

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Gleich zum Wichtigsten: die von allerlei Naturschützern und Planetenrettern lang ersehnte Show fängt nun an.

Ab dem nächsten Jahr führt Frankreich ökologische Steuer für Linienflüge ein. Vorerst gilt diese Steuer nur innerhalb des Landes und ist auch nicht allzu hoch, ca. 20 Euro. Aber diejenigen, die auch frühere Kampagnen „der Umwelt zuliebe“ (zum Beispiel Raucher-Hetze usw.) über sich bereits ergehen lassen mussten, können unschwer ahnen, wie bestialisch sich diese Sache im weiteren Verlauf entwickeln kann.

Innerhalb von 2 bis 3 Jahren werden dann Flugtickets spürbar teurer, so dass man gezwungen wird, tiefe Einschnitte in Urlaubsplanungen zu bringen. Und in 10 Jahren werden diejenigen, die sich den Luxus eines Linienfluges leisten können, genauso angesehen, wie heutige Privatjet-Besitzer.

Man soll sich nämlich klar vorstellen, mit wem und womit man zu tun hat. Und zu tun haben wir mit dem linken Abschaum, mit Unmenschen, sowie mit deren kommunistischen Ideologie und Praxis.
Und wie es sonst bei den Gangstern üblich ist, werden sie Druck machen, Rechte verletzen und Bevölkerung ausplündern, solange es überhaupt geht. Bis zum letzten Tropfen Blut also.

Jeder Tag bring immer düsterere Nachrichten mit sich. Es wird laufend etwas verboten oder „optimiert“. Die Hysterie der globalen Erwärmung wird immer lauter, genauso wie die Forderungen, sie umgehend zu bekämpfen. Warum? Der UN-Septembergipfel steht ja vor der Tür, wo zweifellos ein global koordinierter (sprich: von der UN gelenkter) Handlungsplan gefordert wird.

Wie wird denn dieser Handlungsplan aussehen? Daraus macht man kein Geheimnis: schauen Sie sich die Green New Agenda der USA an. Da ist er – der fertige UN-Handlungsplan!

Studieren Sie mal diesen Plan in Ruhe, und zwar unter dem Gesichtswinkel des eigenen Lebensstils, der Familie, Essgewohnheiten, laufender Ausgaben, Reisen, also des gewöhnlichen und vielleicht nicht unbedingt reichen, aber heute immer noch mehr oder weniger bequemen Lebens.
Sie werden entsetzt sein.

In den USA und der EU findet zur Zeit eine freche Machtübernahme statt. Wären unter den Putschisten nur Linke oder Sozialisten, wäre das halb so schlimm. An die Macht kommen aber echte Bolschewiken, und zwar radikale Bolschewiken. Ihre Faustregel: sittlich ist alles, was ihren Machtzwecken dient. Und umgekehrt: alles, was sie bei der Machtübernahme stört, muss eliminiert werden. Keine Gesetze, keine Prinzipien, keine Moral, kein Gewissen haben sie. Alles außer der Machtgier ist für sie zweitrangig. Die Wetten sind ja bereits gemacht.

Was in den USA vor sich geht, lässt den Mut vollkommen sinken. Es hat seit den Tagen des unvergesslichen Lenins und der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution keine so offensichtliche Verachtung der Gesetze und kein so ausgeprägtes Fehlen der elementaren Moral gegeben, wie heute in den USA.

Die Demokratische Partei und der ganze sie umrahmende Abschaum, d.h. die Mehrheit der Intellektuellen und Künstler, Lumpenproletarier aller Rassen und natürlich Islamisten, führen einen echten Vernichtungskrieg. Sie werden weder Trump noch seine Versuche, die Freiheit und wirkliche Demokratie zu retten, je hinnehmen. Das Einzige, was sie stoppen kann, ist eine reale Gegenwucht, ein entschiedener Widerstand. Sie sind total dialogunfähig, und sie gehen keine Kompromisse ein.
Das sind die leninschen Bolschewiken aus dem Jahr 1917. Das Einzige, was sie wollen, ist Macht.

Darum zerstören sie den US-amerikanischen Staat völlig offen und ohne Angst. Die staatliche Struktur, das Gerüst der Gesellschaft, ignoriert und sabotiert die Anweisungen des White Houses unverschämt.

Selbst bei Straftaten wird ein Auge zugedrückt. Unversehrt bleiben auch Straßengauner, extremistische und terroristische Antifa-Banden. Als ob man sie gar nicht sieht. Wenn eine Straftat nützlich für den Kampf gegen Trump, Freiheit und Demokratie ist, gilt sie eben als nicht geschehen.

So, das war's für heute.

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07.07.2019

Gedankenaustausch

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Gespräche im Facebook
Ein weiterer Gedankenaustausch (auszugsweise) aus der russischsprachigen Facebook-Gruppe "Quo vadis, Deutschland?", deren Mitglieder mehrheitlich in Deutschland leben.

Lea
Ein Posting aus meiner momentanen Laune heraus...
Hier reden wir doch nicht nur über die Politik, nicht wahr? Alle Mitglieder dieser tollen Gruppe dürften sich mittlerweile als Pathologen vorkommen. Jedes Posting ist eine Leichenbeschreibung. Das ist tatsächlich kein Todeskampf mehr. Das ist schon die Verwesung des Landes. Aber zurück zu meiner Stimmung.
Wir haben ja alle den schnellen Zusammenbruch des Landes, der UdSSR, erlebt. Damals war es mir  (vielleicht auch euch) jedoch ganz anders zumute. Es gab Zuversicht. Wir haben damals gehofft, dass wir bald frei werden und den Käfig hinter dem eisernen Vorhang verlassen können.
Wo bleibt dieses Gefühl jetzt? Vor unseren Augen bricht etwas Unschönes, Faules, Verlogenes zusammen. Warum freuen wir uns nicht darauf? Warum hat man das Gefühl, auf ein gruseliges und unumkehrbares Ende zukommen? Oder ist das nur mein Empfinden? Das Empfinden einer Frau, die nicht mehr allzu jung und naiv ist?
Was meint ihr dazu, meine Freunde, die dachten, ein neues Zuhause in Deutschland gefunden zu haben? Ein falsches Zuhause...

Olga
Ich habe genau dieselben Gefühle und Fragen.

Radmila
Ich kann nur zustimmen, leider.

Marina
Als man hier in Österreich damals über EU-Mitgliedschaft diskutierte, sagte mir meine ältere Nachbarin: „Die UdSSR ging ja unlängst zugrunde, und nun basteln wir an einer neuen Union schon wieder. Das wird nicht gut enden“.

Avrora
Lea, Sie sind nicht allein mit Ihrem Gefühl, falls es Sie tröstet.

Valentina
Was mich am meisten empört, sind die Deutschen, die - als ob nichts geschehen wäre - weiter fressen, trinken, zahlen und schweigen. In Russland wäre so was kaum vorstellbar. Andererseits gibt es auch dort viele Asiaten. Aber sie schuften mindestens. Allerdings vermehren sie sich auch vorbildlich...

Lea
Ungefähr einmal im Monat komme ich mit meinem ehemaligen (deutschen) Mann ins Gespräch.
Und dann höre ich immer wieder das Gleiche:
Wir hätten die Natur vernichtet, und das müssten wir nun ändern. Wir seien zu satt, und die Afrikaner verhungern. Also hätten wir kein Recht, satt zu sein. Technischer Fortschritt wäre schlimm. Elektrizität wäre schlimm. Atomkraft wäre schlimm. Hat einer den Totschlag verübt? Nicht voreilig sein! Und nach entlastenden Beweisen suchen. Vergewaltigung? Woher kannst Du das genau wissen? Vielleicht war das gar keine Vergewaltigung, nur Deine Paranoia! Die Grünen seien die Creme der Gesellschaft...
Und so weiter. Aber zu lange halte ich das Gelabere nicht mehr aus. Ich bin doch „Faschistin“!

Valentina
Einfach Nerven schonen. Mit solchen Menschen kann man heute nicht einmal die Wettervorhersage besprechen.

Ivan
Ihre Fragen enthalten teilweise Antworten. Als die UdSSR zusammenbrach, hatte man tatsächlich das Gefühl, den Käfig bald verlassen zu können. Der Käfig deckte zwar ein Sechstel des Festlandes ab, aber immerhin konnte man die Hoffnung auf fünf weitere Sechstel setzen.
Heute ist die ganze Welt zum einzigen Käfig geworden. Und eine besonders entmutigende Ecke dieses Käfigs stellt ausgerechnet Europa dar, das in seinem Inneren überraschend schnell verfaulte.
Eine unheimliche Entwicklung, muss man zugestehen. Daher kommt eben das Gefühl eines unumkehrbaren Endes...

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