05 Dezember 2021

Neuseeland: Gefängnisse als Quarantänelager?

Neuseeland
Neuseelands führendes Nachrichtenmedium 1News berichtet darüber, dass Jugendgefängnisse demnächst in Quarantänelager umgewandelt werden könnten.

Bislang ist dies jedoch ein strittiger Punkt, da es Gegenargumente gibt. Wie lange noch?

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Anwalt: Schließung von Jugendabteilungen in Gefängnissen gefährdet Insassen

Die Anwälte sagen, dass einige unserer schutzbedürftigsten Gefängnisinsassen gefährdet sein könnten, wenn zwei Jugendabteilungen in Christchurch und Hawke's Bay geschlossen werden, um Platz für Covid-Quarantäneeinrichtungen zu schaffen.

Am Mittwoch wurden die jungen Gefangenen in Christchurch über die mögliche Schließung informiert, weswegen sie in gewöhnliche Gefängnisse in verschiedenen Einrichtungen des Landes verlegt werden.

In der Jugendabteilung des Männergefängnisses von Christchurch geht es dabei nicht nur um Bestrafung, sondern auch um eine zweite Chance. "Gestern habe ich gesehen, dass einige sehr harte Jungs wirklich Angst haben", sagt Bronwyn Adams-Hooper, freiwillige Mitarbeiterin der Jugendabteilung. Sie arbeitet eng mit ihnen zusammen und kann den Gedanken nicht ertragen, dass junge Männer im Alter von 18 bis 21 Jahren in reguläre Zellenblöcke verlegt werden. "Sie werden innerhalb weniger Wochen den Gangs angehören, weil sie sonst nicht mehr sicher sind", sagt sie.

Die Justizvollzugsanstalt besteht aber darauf, dass neue Plätze für den Fall eines möglichen Ausbruch von Covid geschaffen werden müssen und prüft die Optionen. "Es ist noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden, und wir wollen die Auswirkungen dieser Entscheidungen minimieren. Es sind schwierige Entscheidungen, aber wir werden einige davon treffen müssen", so Neil Beales, leitender Beamter der Justizvollzugsanstalt.

Der Minister für Justizvollzug Kelvin Davis ist über die Beeinträchtigung der jungen Gefangenen besorgt und befürwortet deren Verlegung in gewöhnliche Einrichtungen nicht. Er will sich vergewissern, dass auch alle anderen Optionen für ihre Unterbringung in Betracht gezogen werden. "Wir müssten für jeden dieser jungen Männer eine individuelle Risikobewertung durchführen", meint er.

Die Anwältin Nicola Hansen sprach am Donnerstagmorgen mit ihren jugendlichen Mandanten in der Haftanstalt in Christchurch. "Einige dieser jungen Männer haben Tränen in den Augen gehabt", sagt sie. Trotz der Zusicherungen ist sie über ihre zukünftige Sicherheit besorgt. "Ich kann einfach nicht verstehen, wie man junge Menschen in allgemeine Gefängnisse schicken kann. Das ist eine Katastrophe, die unvermeidlich ist", sagt Hansen.

Es muss also eine andere Quarantänelösung gefunden werden. "Wenn wir diese jungen Männer in den gewöhnlichen Strafvollzug schicken, werden sie danach für eine sehr, sehr lange Zeit dort bleiben, und das ist ein hoher Preis, den wir zahlen müssen", sagt Adams-Hooper.

Quelle

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20 November 2021

Russischer Ideologe warnt den Kreml

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Surkow warnt

Der heute sonst fast unsichtbare inoffizielle russische "Chef-Ideologe" Wladislaw Surkow meldet sich nun mal wieder zu Wort und warnt den Kreml vor der Gefahr einer "irreversiblen Destabilisierung" der politischen Lage in Russland.


Hier sind einige Stellen aus seiner Warnung.

"Liberale Experimente auf dem Gebiet der Innenpolitik sind äußerst riskant. Das Undichtwerden des Systems, dieses heute gut funktionierenden 'sozialen Reaktors', birgt die Gefahr einer unkontrollierbaren Freisetzung ziviler Irritationen und könnte zu einer irreversiblen Destabilisierung führen. Siehe Beispiele aus den 1980er und 1990er Jahren".

Surkow schreibt auch, dass das russische Regierungssystem zu Beginn des 21. Jahrhunderts "eine Lawine des sozialen Chaos eingedämmt und ein traumatisiertes Land aus den Trümmern der Perestroika herausgezogen habe. Jene Jahre würden in der Zukunft sicherlich als ein goldenes Zeitalter in Erinnerung bleiben.

Den kompletten Artikel auf Russisch findet man hier.

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08 November 2021

Globalisierungsfaktor

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Deutsche Journalisten

Ab und zu finde ich in meinem Briefkasten jammernde E-Mails von einem deutschen News-Portal.

Seine Journalisten stufen sich selbst als regierungskritisch ein und beklagen sich deswegen über mächtige Feinde, die ihrer Website immer wieder das Licht auszuknipsen versuchen. Anschließend fordern sie natürlich ein bisschen Geld für ihren weiteren selbstlosen Einsatz.

Als Hauptbeweis ihrer Unterdrückung führen die virtuellen deutschen Freiheitskämpfer vor allem das Argument an, dass die größten Suchmaschinen ihre wirkungsvolle Artikel auf Betreiben der deutschen Bundesregierung vollständig aus den Suchergebnissen löschen.

Nun habe ich diese angeblich leidgeprüfte regierungskritische Website besucht, um zu sehen, ob sie noch am Leben ist. Aber auch um zu überprüfen, wie schlimm es tatsächlich um die Indexierung deren Seiten durch führende Suchmaschinen bestellt ist.

Die Überprüfung ergab, dass die Indexierungszeit für die neuesten sog. "Anonymous News" durchschnittlich bis ca. 5 Stunden beträgt. Dabei werden die Artikel - entgegen den o.g. Behauptungen - doch zu Hunderten im Suchmaschinenindex wiedergefunden. Also halb so schlimm.

Dann beschloss ich bei dieser Gelegenheit, die Indexierung der Postings des Rusfunker-Blogs zu überprüfen, das bekanntlich weder das Regime noch die Globalisten bekämpft. Und während die Nachrichten mutiger deutscher Journalisten Stunden brauchen, um indexiert zu werden, dürften meine naiven Postings sekundenschnell von jeder Suchmaschine aufgegriffen werden. Das dachte ich mir. Totale Fehlanzeige.

Hier sind die Ergebnisse vom 7. November 2021:

Posting "Archivbericht" vom 03. November 2021: nach 5 Tagen immer noch nicht indexiert
Posting "Krypto-Rebellen" vom 26 Oktober 2021: nach 14 Tagen nicht indexiert
Posting "Impfstoff hat Marker" vom 25. Oktober 2021: nach 15 Tagen nicht indexiert
Posting "Grüße an Annegret" vom 25. Oktober 2021: nach 15 Tagen nicht indexiert

Übrigens, das Posting über Margarita Simonjan "Verwünschung als Mittel zum Zweck?" vom 25. Oktober 2021 ist jedoch sauber indexiert worden! Warum sollte das bloß so passieren?

Eine mehr oder weniger regelmäßige Indexierung der Artikel des Russischen Funkers beginnt erst drei Wochen nachdem sie "in Quarantäne" gestellt worden waren. Aber auch nach Ablauf dieser Frist werden Beiträge, die bestimmte wichtige Länder oder Städte in zweideutiger Weise erwähnen (z. B. das Posting "Genf"), nicht in den Suchindex aufgenommen.

Fazit
Globalisten sind - grob formuliert - diejenigen, die wollen, dass (fast) alle Menschen auf dem Planeten gleich (schlecht?) leben. Wie das obige Beispiel zeigt, stimmt eine ca. fünfstündige "globalistische Indexierungsverzögerung" verzärtelte deutsche "Regimekritiker" hysterisch. Die Beiträge eines russischen Bloggers für dieselben Leser werden dagegen im Durchschnitt 500 Stunden (3 Wochen) lang von globalistischen Suchmaschinen nicht indexiert. Mit stiller Hinnahme - wie auch sonst?

Damit bietet sich eine tolle Möglichkeit, einen imaginären Globalisierungsfaktor mindestens in diesem speziellen Fall zu berechnen. Dazu dividieren wir einfach 500 durch 5. Das Ergebnis ist 100. Also wird ein russischer Blogger von Globalisten und ihren Suchmaschinen bei der Indexierung per se 100-mal schlechter behandelt (gefährlicher eingestuft?), als kühne deutsche Online-Journalisten.

Könnte dieser Faktor auch in anderen Lebensbereichen genutzt werden? Warum nicht. Aber wie wird dann die Angleichung erfolgen? Werden die deutschen Probleme mit 100 multipliziert, oder werden die russischen durch 100 dividiert? Das Letztere bezweifle ich sehr.

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03 November 2021

Archivbericht

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Impfstoff gegen Grippe

Bei der Durchsicht einer Archive des sowjetischen Fernsehens stieß ich auf einen bemerkenswerten Fernsehbericht der Sendung "Wremja" (so etwas wie deutsche "Tagesthemen") vom 06. Mai 1979.

Im ersten Teil des Berichts wird eine neue Methode der Impfstoffherstellung in der Sowjetunion präsentiert, und im zweiten Teil spricht der Journalist mit einem der Entwickler dieser neuen Methode Professor Friedrich Saweljewitsch Noskow, der damals am Pasteur-Forschungsinstitut (Leningrad / Sankt-Petersburg) als stellvertretender Direktor für wissenschaftliche Arbeit tätig war. Herrn Noskow zufolge gelang den Virologen selbst in jenen "vorsintflutlichen" Zeiten locker, eine effektive und schnelle Zusammenarbeit auf internationaler Ebene zu organisieren, um den richtigen Impfstoff im Voraus herzustellen sowie eine entsprechende Impfkampagne lange vor dem Auftreten einer neuen Infektion durchzuführen. Im 21. Jahrhundert scheint dies eine nicht mehr erreichbare Leistung zu sein.


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29 Oktober 2021

Newsticker

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Newsticker installiert
Auf der Rusfunker-Sonderwebsite ist nun ein Newsticker installiert worden, der aus diversen Quellen (russische Massenmedien, Behörden- bzw. Betriebsmitteilungen sowie Sozialnetze) gespeist wird.

Sie finden ihn unter der Webadresse https://newsticker.rusfunker.com/.

Der Newsticker wird laufend aktualisiert, sodass deutschsprachige Blogleser einige Nachrichten merklich schneller erfahren, als die Leser so mancher deutschsprachiger und sogar russischer Internet-Ausgaben.

Viel Spaß am neuen Newsticker!

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26 Oktober 2021

Krypto-Rebellen

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Krypto-Rebellen von heute

Die neue Weltordnung bedeutet vor allem die totale Kontrolle.

Diese Aussage suggeriert die Unmöglichkeit jedes Widerstands. Doch sei das grundsätzlich falsch, meint ein in der EU lebender russischer Blogger und argumentiert folgendermaßen:

Vor der Oktober-Revolution forderte Lenin bekanntlich, dass die Rebellen vor allem "Post, Telegraf und Telefon" einnehmen müssen.

In den späten 1980er Jahren ging es schon um Fernsehtürme und Fernsehstudios.

All das haben die Rebellen heute per se in der Hand. Nichts davon muss eingenommen werden. Denn die Rebellen haben Internet, und das ist Post, Telegraph, Telefon und Fernsehen - alles in Einem.

Außerdem kam es den Bolschewiken, der ägyptischen und lateinamerikanischen Junta sowie allen anderen Rebellen auf der Welt immer auf die Übernahme der jeweiligen Zentralbank an, selbst wenn nach einem erfolgreichen Putsch die eigene neue Währung später emittiert wurde.

Für moderne Rebellen spielt die Kontrolle über Zentralbank gar keine Rolle mehr: Token, Kryptowährungen und Smartcontracts machen das komplette Bankensystem überflüssig. Genau so überflüssig sind auch die herkömmlichen Fiat-Währungen, sobald die Mehrheit der Bevölkerung eines Tages auf den Krypto-Zahlungsverkehr umsteigt. Keine Bank und keine Behörde kann dabei in irgendeiner Weise effektiv mitmischen.

Man kann natürlich sagen, dass diese Krypto-Freiheit komplett von der Stromversorgung abhängig ist. Aber auch das ist falsch. Das traditionelle Bankensystem hängt tatsächlich komplett von der Elektrizität ab. Nach einem Kollapse wird der Wiederaufbau des Bankensystems viel Zeit in Anspruch nehmen, aufwendig sein und von einem unvermeidlichen Wertverlust der Währung begleitet.

Die Blockchain würde sich nach der Instandsetzung minimaler Infrastruktur ohne besonderen Aufwand, praktisch sofort und damit ohne Wertverlust erholen.

Also der Fazit:
Rebellen + Internet + Kryptowährung = Ausstieg aus dem System = Vernichtung des Systems

Ob das die Biester an der Macht verstehen? Natürlich verstehen sie das sehr gut. Genau deswegen sieht man eine ganze Menge Abschaum auf den Fernsehkanälen und in den Sozialnetzen, die die Kryptowährungen auftragsgemäß anschwärzen.

Diese Aufgabe ist für die Biester heute viel wichtiger als der Kampf gegen Korruption, Drogen oder Pädophilie.

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25 Oktober 2021

Impfstoff hat Marker

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Impfstoff hat Marker
Hier ist der Wortlaut der Nachricht, die heute am 25.10.2021 um 04:03 auf der offiziellen Website der größten russischen staatlichen Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht (Link) und immer noch nicht dementiert wurde.

Etwa 80 Prozent der Bürger, die behaupten, mit "Sputnik V" geimpft worden zu sein, gleichzeitig aber an der neuen Coronavirus-Infektion in schwerer Form erkrankt sind, haben Impfausweise gekauft. Diese Meinung hat der Direktor des Nationalen Gamaleya-Forschungszentrums für Epidemiologie und Mikrobiologie Alexander Ginzburg (Entwickler von Sputnik V) geäußert.

"Wenn diejenigen, die angeblich mit Sputnik V geimpft worden sind, in schwerer Form erkranken, dann, wie die Daten zeigen, sind dies Menschen, die leider gekaufte Impfausweise, gefälschte Impfausweise, verwendet haben. Unter ihnen sind 80 % derjenigen, die sie gekauft haben", sagte er.

Ob eine Person mit Sputnik V geimpft wurde oder nicht, könne anhand einer speziellen Analyse des Vorhandenseins von Präparatmarkern überprüft werden, erklärte Ginzburg: "Wir sehen, dass Menschen in 80% der Fälle diese Marker nicht haben."

Der Wissenschaftler vermutet, dass die heute bekannten Fälle des Kaufs von Impfausweisen nur ein Teil dessen sind, was tatsächlich passiert. "Menschen geben Geld aus, und dann werden sie krank und sterben für ihr eigenes Geld. Sie betrügen sich selbst. Sie scheinen eine psychologische Verzerrung in ihren Vorstellungen zu haben. Sie denken, dass sie wirklich geimpft sind, schwächen alle Quarantänebeschränkungen ab. Sie haben Verhaltensänderungen. Außerdem bringen sie andere in Lebensgefahr“, meint er.

Anmerkung von RF:
Alexander Ginzburg ist Mikrobiologe, Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften und der eigentliche Entwickler von Sputnik V.
Am 9. Juni 2021 wurde ihm durch einen Erlass des russischen Präsidenten Wladimir Putin der Staatspreis der Russischen Föderation auf dem Gebiet der „Naturwissenschaft und Technik“ für die „Entwicklung und Einführung in die Praxis des nationalen Gesundheitswesens von wirksamen rekombinanten Impfstoffen gegen das Ebolafieber und die Infektion mit dem neuen Coronavirus (COVID-19) sowie für die Entwicklung der Technologie für das Design von viralen Systemen mit einem Insert des Ebolavirus-Glykoprotein-Gens und des SARS-CoV-2-Protein-Gens“ verliehen.

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Grüsse an Annegret

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Annegret Kramp-Karrenbauer gegen Russland

Vor einigen Tagen sagte die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer gegenüber dem Deutschlandfunk, dass das Verteidigungsbündnis NATO angesichts zunehmender Herausforderungen durch Russland "sehr deutlich machen" müsse, dass es auch zu militärischen Maßnahmen bereit sei...

Dazu gab es natürlich eine ganze Menge Meinungen und Kommentare in Massenmedien und Sozialnetzen. Hier kommt ein Kommentar aus dem Facebook:

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Kann hier jemand schöne Grüße aus Russland und mindestens die folgenden zwei Tatsachen an Annegret ausrichten (falls „Russland-Experten“ aus dem BND bzw. der Bundeswehr-Aufklärung in der Schule den Geographieunterricht geschwänzt haben und heute nicht einmal in der Lage sind, sich mit russischen Nachrichten und Google-Karten vertraut zu machen):

Tatsache 1: Im heutigen Russland hat sich die Armee zu einem der mächtigsten Mittel des sozialen Aufstiegs und größtem Arbeitgeber entwickelt. Junge Russen sind regelrecht begierig, in die russische Armee einzutreten, um - am besten - an richtigen Kampfhandlungen teilzunehmen. Denn dafür bekommen sie neben zahlreichen staatlichen Leistungen auch gutes Geld.

Tatsache 2: Aus militärstrategischer Sicht liegt die Stadt Moskau praktisch am westlichen Rand des Landes. Von Moskau bis zur lettischen Grenze sind es nur lächerliche 600 Kilometer und die einzige (!) Autobahn, die durch den sonst unwegsamen Wald führt. Nicht jeder Russe ist ohne weiteres bereit, diese Straße mit friedlichen Zwecken zu fahren. Hinter Moskau in Richtung Osten sind es dann nochmals über 6000 Kilometer beinahe unpassierbarer Wildnis, die weder praktisch noch theoretisch von keiner Armee der Welt im Marschtempo überwindbar ist, selbst wenn es gar keinen Widerstand geben würde.

Übrigens, wie ist das Wetter in Deutschland? Wir hatten heute in Moskau viel Sonne. Doch für morgen ist der erste Schnee angesagt. So ein Mist...

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Verwünschung als Mittel zum Zweck?

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Margarita Simonjan
Kürzlich platzte die Chefredakteurin des RT-Senders, der internationalen Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya und der Nachrichtenagentur Sputnik, Margarita Simonjan, mit einem emotionalen Text heraus, der sich an diejenigen richtete, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, schreibt der russische Telegram-Kanal "Stolowaja" und setzt fort:

Diese sozusagen Journalistin, die zunächst einen angeblich starken Anstieg der Kindersterblichkeit durch COVID-19 erwähnte, griff die Ungeimpften mit heftiger Kritik an und machte sie direkt für diese Todesfälle verantwortlich. Zum besseren Verständnis der Intensität ihrer Anschuldigungen werde ich einige Stellen aus dem Text von Simonjan hier zitieren, aber ich würde auch empfehlen, den gesamten Text zu lesen, um sich von ihrem Stil richtig durchdringen zu lassen.

"Wenn ihr keine Antikörper habt und bewusst nicht geimpft seid, dann kommt nicht zu mir nach Hause. Kommt nicht in mein Büro. Auch auf der Straße und auf einer Party kommt bloss nicht auf mich zu. Ich kenne euch nicht. Ohne euch hätten wir das Covid-Problem hinter uns. Und wegen euch können meine Kinder jetzt sterben. Ich habe drei davon. Die Älteste ist acht, die Jüngste zwei Jahre alt", beschuldigt  Simonjan die Menschen, die sich nicht mit experimentellen Impfstoffen impfen lassen wollen.

Die Chefredakteurin großer russischer Medienkonzerne macht dann weiter und übermittelt ihre Wünsche an die Ungeimpften: "Ihr sollt am Beatmungsgerät ersticken, ihr sollt durch die Gänge überfüllter Krankenhäuser mit 70% der Sauerstoffsättigung kriechen  – das ist gut für eure Gesundheit. Aber ich kann euch den Tod der Kinder meines Landes nicht vergeben. Ich werde Kommentare unter diesem Beitrag deaktivieren, da ein normaler Mensch hier nichts zu kommentieren hat. Und abnormalen Menschen geschieht es recht. Aber ohne unsere Kinder."

Ich möchte sofort auf die eklatante Unethik dieses Postings hinweisen. Der bloße Vorwurf einer gigantischen Zahl von Menschen, am Tod von Kindern beteiligt zu sein, ist jenseits von Gut und Böse, von den Verwünschungen für die Ungeimpften ganz zu schweigen.

Aber nicht das hat mich an Simonjans Beitrag am meisten beeindruckt, sondern ihre äußerst sonderbare Logik. Der Mensch, der sich einen Journalist nennt, muss verstehen, welche Reaktionen sein Text in der Gesellschaft auslösen kann, besonders wenn es sich dabei um eine prominente Autorin handelt. Das ist dann kein privates Posting mehr, sondern ist ein Mittel für die Beeinflussung von riesigen Menschenmassen.

Und dann stellt sich die Frage: Was wollte Frau Simonjan mit einem dermassen beschuldigenden und beleidigenden Text erreichen? Wenn sie das Coronavirus-Problem so beunruhigt, und sie glaubt, dass nur eine Impfung es besiegen kann, dann ist es logisch anzunehmen, dass ihre Texte Menschen vor allem dazu anregen sollen, sich impfen zu lassen.

Aber es ist offensichtlich, dass ein solcher Text keinen zur Impfung anregen kann. Im Gegenteil, ich bin sicher, er hat viele Unentschiedene von der Impfung abgestoßen.

Also ist sie entweder eklatant unprofessionell, weil sie nicht begreifen kann, dass ihr Posting die Situation mit Impfungen nicht verbessert. Oder hatte sie ein anderes Ziel.

Welches denn? Hier bin ich ratlos. Ich weiß nur, dass sie mit ihrem Posting sicher Eines erreicht hat: Sie hat die Spaltung der Gesellschaft entlang der Linie der Gegner und Befürworter der Impfpflicht weiter verschärft.

Vielleicht war das ihr Ziel? Wenn das stimmt, müssen wir zugeben, dass Frau Simonjan Wasser auf die Mühlen der Feinde des russischen Staates gießt. Denn die heftigen Auseinandersetzungen rund um das Thema Totalimpfung sind für die Existenz des Landes viel gefährlicher als das Coronavirus selbst.

RF-Anmerkung:
Das Posting von Mergarita Simonjan erschien am 20.10.2021 um 20:19. Am 21.10.2021 um ca. 21:00 konnte man Frau Simonjan im engen Kreis der Eingeladenen bei der Podiumsdiskussion der Valdai-Konferenz mit Wladimir Putin sehen und hören. Ihre Worte (zu den anderen dort erörterten Themen)  wurden vom Staatsoberhaupt sehr wohlwollend empfunden.

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