15.12.2017

Stiftung der Anstifter

Friedrich-Eber-Stiftung in Russland
Vor einigen Wochen erschütterte Russland ein Skandal.

Es ging dabei um russische Schüler, die aus der russischen Sicht nicht eindeutige Reden im Deutschen Bundestag über Schicksale deutscher Wehrmacht-Soldaten in sowjetischer Gefangenschaft hielten.

Darüber berichteten zwar einige deutsche Ausgaben – zum Beispiel der Spiegel – recht ausführlich, wenn auch tendenziös, ansonsten war das wohl kein großes Thema in Deutschland.

In Russland dagegen recherchierten manche Blogger in dieser Sache viel tiefer und wurden dabei auf interessante Tatsachen in dem geschilderten Zusammenhang aufmerksam.

Erstens hielten russische Schüler ihre Reden im Bundestag auf Russisch, dabei hatten die russischen Wortlaute aller Reden sehr ähnliche Floskeln und Phrasen. Darüber hinaus waren diese Phrasen für das russische Ohr zu konstruiert aufgebaut, als ob jemand die Original-Texte zuerst auf Deutsch schrieb und danach den Kindern in russischer Übersetzung zum Vortragen gab.

Des Weiteren konnten angeblich Beweise gefunden werden, dass die ganze skandalöse Geschichte  massiv von der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) gefördert wurde, also von der deutschen NGO, die mit der Bundesregierung direkt verbunden ist. Laut der lokalen russischen Webseite dieser Stiftung „bietet die FES Impulse für eine Politik der Sozialen Demokratie - nicht nur in Deutschland, sondern weltweit“. In der Realität scheinen die Impulse aber etwas großer angelegt zu sein, einschließlich Provokationen und Volksverhetzung.

So hat die FES vor einigen Monaten eine Studie bei dem russischen Institut für Soziologie bestellt und bezahlt. Das Fazit dieser Studie könnte selbst durchgeknallte russische Nationalisten verblüffen: 

Russland wäre ein blutdürstiges und fremdenfeindliches Land, in welchem fast 40% der Bevölkerung bereit wären, alle Menschen, kurzerhand zu erschießen, die an ihrer aktuellen Lebenssituation schuld sein könnten. Dabei hätten 70% der Russen zugestanden, dass sie gegen Menschen anderer Nationen feindselig gestimmt seien und eine Zwangsaussiedlung Fremder aus ihren Ortschaften zustimmen würden.

Eine weitere „wissenschaftliche Studie“ hat die Friedrich-Ebert-Stiftung Sibirien gewidmet. Diese hatte ebenfalls ein durchaus prognosierbares Ergebnis: es gebe laut EFS

Menschen, die Sibirier sind, also Nicht-(Ganz)-Russen, die „ihre eigene kulturelle, territoriale und politische Gemeinschaft bilden“.

Für wohl besonders urwüchsige nicht-russische Sibirier hat die gute Stiftung anschließend sogar eine Reise nach Deutschland und Dänemark im Rahmen eines Seminars zum unauslöschlich brennenden Thema „Sexuelle Minderheiten und Demokratie“ organisiert. Auf dem Programm standen – versteht sich – auch Besuche in europäischen Gay-Clubs und Podiumsdiskussionen über die russische Regierung, die Gay-Propaganda unter den Jugendlichen – man stelle sich nun vor! – verboten hatte.

Derartige „an den Grundwerten der Sozialen Demokratie basierenden" Aktivitäten der FES sind in Weißrussland inzwischen strafrechtlich verfolgbar.

Auch in der Türkei gab es bereits vor 15 Jahren einigen einen Gerichtsprozess, wo festgestellt wurde, dass die lokalen Mitarbeiter der FES nebenamtlich als BND-Agenten fungierten.


Quelle
0 Weiter »

13.12.2017

Reportage aus Jordanien

2

Reporter der Deutschen Welle berichtet
Hier ist die Videoreportage von Jaafar Abdul Karim, dem Journalisten und Reporter der Deutschen Welle, der in Deutschland lebt und arbeitet.

In seiner Reportage berichtet Jaafar Abdul Karim aus Amman, der Hauptstadt Jordaniens.

Leider konnte der Video-Bericht bis jetzt nicht auf der Webseite der Deutschen Welle, sondern nur im Facebook und nur mit den englischen bzw. russischen Untertiteln (hier) gefunden werden.

Wie auch immer kommt die Reportage hier auch mit den Untertiteln in deutscher Übersetzung.



Weiter »

11.12.2017

Nacherzählung

0
Nacherzählung: politische Talkshow
Ein politisch engagierter russischsprachiger deutscher Blogger erzählt (hier in deutscher Übersetzung) seinen russischen Lesern den Inhalt einer populären politischen Talkshow des deutschen Fernsehens kurz nach.

Ins Deutsche übersetzt (und dabei noch etwas gekürzt) sieht diese Nacherzählung so aus:

Zu Gast im bekannten Fernsehstudio sitzen ein paar ganze Dreckfinke sowie ein halber Dreckfink – der „Historiker“, der zwar gegen Trump und Netanyahu schürt, verfällt aber noch nicht ganz dem blanken Wahn.

Dann, mitten in dieser Anstalt-Versammlung, erklärt eines der Dreckschweine, auch als das Faktotum der EU-Häuptlinge bekannt, kurzerhand Israel zu einem „Apartheid-Staat“. Dabei meckert er, dass osteuropäische Länder seine Chefs gestört hätten, Trump und Netanyahu zu verurteilen (obwohl der Letztere ja gar nichts getan hat).

Und alle schweigen. Nur der oben genannte Halbdreckfink versucht ganz schüchtern den Nazi zu überzeugen, dass es zwischen einem Apartheid-Staat und dem heutigen Israel eigentlich noch ein paar Zwischenstufen geben könnte.

Aber was soll’s. Ein weiterer Gesprächsteilnehmer, der Sohn eines Nazis und selbst ein Nazi, nannte auch schon mal Israel einen Apartheid-Staat. Allerdings wagt er es jetzt nicht, Palästinenser, aber auch die Türkei oder Russland zu kritisieren. Zudem drückt er sich geschickt vor EU-Meetings, wo der ukrainisch-russische Konflikt erörtert wird, denn er leckt nun tüchtig den Arsch von Putin in der Hoffnung, sich neben seinem Landsmann auf das Gasrohr rittlings zu setzen.

So sieht also die deutsche Zombieglotze im Jahr 2017 aus. Goebbels dreht sich im Grabe um – stolz auf seine Nachfolger…


Link zum ungekürzten Original-Fundstück
Weiter »

09.12.2017

Keine Syrier in Deutschland?

1
Syrier im Ausland
Wie die staatliche syrische Presseagentur SANA berichtet, verfolgen viele Syrier, die im Ausland in nationalen Gemeinden leben, aufmerksam aktuelle politische Ereignisse aus ihrer Heimat.

Hier ist die deutsche Übersetzung des SANA Berichtes:

Syrische Gemeinden und Studenten in Bulgarien, Kuba und in der Tschechischen Republik verurteilten die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, Jerusalem als die israelische Hauptstadt anzuerkennen.

Dieser Schritt wäre eine Aggression gegen historische Rechte des palästinensischen Volkes, sowie Verletzung aller UN-Resolutionen und Normen des internationalen Rechts.

Die Demonstranten bekundeten ihre Unterstützung für das palästinensische Volk in seiner Ablehnung der zionistischen Besatzung, sowie äußerten sich gegen die unfairen amerikanischen Maßnahmen. Die Syrer betonten, dass Jerusalem die arabisch-palästinensische Stadt und historische Hauptstadt Palästinas war, ist und bleiben wird.


Anscheinend ist – aus der Sicht der syrischen Regierung und ihrer Presseagentur – die syrische Gemeinde in Deutschland (im Unterschied z.B. zu Tschechien) nicht nennenswert bzw. nicht wirklich an den Geschehnissen in der Heimat interessiert.
Weiter »

24.11.2017

Moskauer Impressionen

0
Eindrücke von Moskau
Ein älterer Mann russischer Herkunft, der aber schon lange in Deutschland lebt, beschreibt in seinem LiveJournal-Posting (hier in der deutschen Übersetzung), was er im heutigen Moskau erlebte.

---

Wenn man russische Presse und Nachrichten liest, allem voran russische Blogosphäre, kriegt man unvermeidlich den Eindruck, dass das Leben in Russland immer schlechter werde, die Sanktionen das Land ruinieren würden, die Machtorgane marode und korrupt wären, und so weiter.

Es kam aber so, dass ich drei Wochen lang in Moskau verbringen musste, und diese Wochen änderten meine Haltung zu dieser Stadt, ihren Bewohnern und generell zur Situation in Russland.

Drei Wochen eines „tiefen Untertauchens“ zeigten mir eine ganz andere Welt.
Ich möchte nun erzählen, was mich am meisten in Moskau wunderte.

1.
Die Stadt ist nun frei von allerlei Kiosken und anderen derartigen Buden, die gewöhnlich neben Metrostationen und Wegunterführungen zu sehen waren. Man hat jetzt das Gefühl, das die Stadt mehr Luft bekommt.

2.
Öffentliche Verkehrsmittel
So ganz pünktlich wie in Deutschland sind sie wohl immer noch nicht, aber mit den Sowjetzeiten ist es definitiv nicht mehr zu vergleichen. Alle Verkehrsmittel, die ich benutzte, waren warm, sauber und gepflegt. Wenn mir früher jemand erzählt hätte, dass die Moskauer und Moskaus Gäste an den Haltestellen ganz brav und der Reihe nach in ihre Busse einsteigen, hätte ich das nicht geglaubt. Heute ist das aber so. Die Menschen verhalten sich ruhig, gar keine Hektik, kein Gedränge. Man bezahlt die Fahrt diszipliniert beim Einsteigen an der vorderen Tür.

3.
Metro.
Das ist eine besondere Geschichte. Obwohl ich in Russland auch sonst ziemlich oft war, liegt meine letzte Metro-Erfahrung ca. 20 Jahre zurück.
An jedem Metroeingang gibt es Polizisten und Metalldetektoren. Das macht einen zunächst etwas stutzig, aber nur am Anfang. Das Informativitätsniveau im Moskauer Metro ist weder mit Berlin noch mit Paris, noch mit London zu vergleichen. In Moskau ist es deutlich höher.
Infos in den Waggons sind praktisch erschöpfend, und dazu auch ohne Werbung im Unterscheid z.B. zu Kiew.
Mich verblüffte aber etwas Anderes, was ich im Laufe des Lebens in Westeuropa längst abgewöhnte:
Ausnahmslos jedes Mal, wo meine Frau und/oder ich das Metro benutzten, fand sich jemand, der uns seinen Sitzplatz anbot. Das taten sowohl junge Leute, als auch etwas ältere Fahrgäste.
Auf jeden Fall waren das nicht mehr die strikt erzogenen Vertreter der „sowjetischen Generation“, sondern ganz moderne junge Leute. Ich bin nicht jung, aber nicht behindert, brauche keinen Spazierstock und habe keine ausgeprägten Altersmerkmale, vielleicht vom vergrauten Bart abgesehen. Trotzdem war für mich immer der freie Platz da.
Das wunderte mich sicherlich auch im Gegensatz zu dem, was man in solchen Situationen in Deutschland erlebt, denn in der BRD ist das halt anders. Und das änderte sich auch mit dem sprunghaften Zuwachs der moslemischen Mitbürgern nicht.
Das finde ich übrigens recht sonderbar, denn der Islam pocht ja auf den angeblich besonderen Respekt den alten Menschen gegenüber. In der Realität ist das aber in Deutschland nicht so. Oder vielleicht sind wir nicht diejenigen Alten, die es wert sind, respektiert zu werden. Das verdienen wohl nur rechtgläubige ältere Menschen...

Taxi.
Taxi per Anruf zu bestellen ist natürlich kein Problem. Das Auto kommt in der Regel rechtzeitig.
Damit kommt man auch optimal an. Alle Taxifahrer benutzen Navis. Aber gebürtige Moskauer sind in diesem Geschäft eher rar. Meistens arbeiten Kaukasier als Taxifahrer, aber das läuft problemlos.

4.
Behörden.
Die Qualitätssteigerung ist auf diesem Gebiet sowas von drastisch, dass man es einfach nicht glauben kann. Es gibt nun in Russland sogenannte „multifunktionale Zentren für staatliche und munizipale Dienstleistungen“.
Sie sind einfach perfekt organisiert, und wirklich kundenorientiert.
Man kann darüber nur staunen, wie man es überhaupt schaffte, die ganze traditionelle Arroganz, Ignoranz und Missachtung der (post)sowjetischen Beamten auszurotten. Selbst bei ungewöhnlichen Problemen der Bürger spielen sie sogar mit! Jedenfalls erlebte ich das so.

5.
Städtische Betriebe
Ich musste mich in Moskau mit Bestattungsfragen befassen. Und in dieser Stadt gehört das Bestattungswesen zur städtischen Kompetenz. Man erzählte mir schon, dass das eine richtige Mafia-Branche sei: Man werde gnadenlos betrogen und abgezockt. Ich war also auf alles gefasst.
Nur nicht darauf, dass diese städtische Firma alle Formalitäten plötzlich ganz flott und reibungslos organisierte, ohne einen Rubel Schmiergeld zu verlangen. An keinem Schalter mussten wir mehr als 5 Minuten verbringen. Dazu noch waren sie wirklich pünktlich. Wie sie das ausgerechnet im riesigen und staugeplagten Moskau schaffen, bleibt für mich ein Rätsel.
Im Endergebnis gab ich für die ganze Prozedur etwa ein Viertel davon aus, was ich eingeplant hatte.

6.
Wohnwirtschaft
Über diese Branche in Russland las ich auch sehr viel Negatives: Alle Wohnverwalter seien Gauner und Diebe, man werde abgezockt usw. Vielleicht stimmt das auch in vielen Fällen. Ich erlebte aber eine andere Situation.
Ich wohnte in einem Haus aus den 80-er Jahren, das einer Wohnbaugenossenschaft angehört. Gemeinschaftsräume sind sehr gepflegt. Vor zwei Jahren wurde das Haus neu abgedämmt. Neue Fahrstühle wurden installiert. Am Haus wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten auch in der Zeit durchgeführt, als ich dort wohnte. Mir war dabei aufgefallen, dass die ganze Arbeit sehr ordentlich organisiert wurde. Wie in Deutschland - mit großer Rücksicht auf die Hausbewohner. Selbst Industriestaubsauger wurden von Bauarbeitern täglich vor dem Feierabend eingesetzt.
Alle Bauarbeiten werden aus den Mitteln der sog. Stiftung für Grundsanierung finanziert. Also außer den monatlichen Gebühren, die in diese Stiftung eingezahlt werden, kostete die Sanierung den Hausbewohnern keinen Rubel mehr.

7.
Geschäfte.
In drei großen russischen Supermarktketten „Pjatörotschka“, „Magnit“ und „Perekrestok“ ist das Angebot vielleicht dreimal so groß wie in vergleichbaren deutschen Läden. Auch die Warenqualität ist sehr gut.

Das traditionsreiche Delikatessengeschäft am Roten Platz.
Einige von euch erinnern sich wohl noch an den berühmten Foliant aus Stalinzeiten mit dem Titel „Das Buch über schmackhafte und gesunde Gerichte“ und seine prachtvollen Abbildungen. In diesem Geschäft sind sie nun zur Realität geworden. Ich muss ehrlich sagen, Feinkosthandlungen solcher Klasse habe ich in Deutschland nicht erlebt. Märchenhaft. Alle Waren dort werden in Russland hergestellt (ich habe extra nachgefragt) und sind wirklich erstklassig. Es scheint, dass der Sanktionenaustausch - mindestens in dieser Hinsicht - Russland wirklich zugute kommt.

In Kleider- und Schuhgeschäften wird man auch bestens bedient. Die letzteren sind für mich besonders problematisch wegen meiner Übergröße. Aber in Moskau konnte ich sogar „vorrätig“ Schuhe kaufen. So viel Glück beim Einkaufen hatte ich das letzte Mal vielleicht vor 15 Jahren in Deutschland.

8.
Die Sberbank
Das ist wohl die populärste Bank in Russland. Automatisierung, Lächeln, alles auf dem gehörigen Niveau. Selbst der Kundendienst gibt sich Mühe, die Fragen zu beantworten. Die Antworten sind eher allgemeiner Natur, dafür aber schnell. Offenbar ist der Hotline-Leiter der Sberbank ein ehemaliger Komsomolze, der immer noch nach Prinzip „schnell geht vor sachlich“ handelt.
Mein Problem mittleren Schwierigkeitsgrades konnte leider auch nach mehreren Anläufen nicht endgültig gelöst werden.
Nach meinem Empfinden haben die westlichen Bankmitarbeiter mehr Entscheidungsfreiheit als die russischen.
Alles in allem würde ich der Sberbank eine Note 2,5 geben. Die Kundenbetreuer sind tüchtig, aber die Probleme liegen wohl auf einer höheren Ebene.

9.
Städtisches Info-System
Ich musste ein paarmal die Hotline der Gesundheitsamtes in Anspruch nehmen.
Die Berater dort sind geduldig, kompetent und zuvorkommend. Sie geben auch sehr gute Tipps.
Das versetzte mich schon wieder in Staunen.

10.
Versicherungen
Ich telefonierte mit allen Top-5-Versicherungen Russlands.
Fazit: die bestehende Kundschaft halten sie wohl für die Bürde, neue Kunden – für Ruhestörer.
Telefonate mit russischen Versichrungen sind sinnlos. Im persönlichen Kontakt fühlt man sich wie ein Bettler, dem gerade ein großes Gefallen getan wird. Am besten würde ich mit diesen Institutionen gar nichts zu tun haben.

11.
Die Moskauer
Meine Freunde kommen meistens aus theatralischen und Architektenkreisen. So eine typische intellektuelle Moskauer Opposition. Für sie gilt: kein Fernsehen, kein Radio (abgesehen von dem oppositionellen „Echo von Moskau“). Ihre Infos stammen hauptsächlich vom Hörensagen oder aus den bewahrten Internet-Blogs. Ich wurde als ein Außenstehender empfunden, dessen Eindrücke frisch und interessant sein könnten. Für sie waren sie aber auch recht enttäuschend, weil keine oppositionelle Stimmung in mir entwickeln konnte.

12.
Noch eine traurige Beobachtung.
Aus der russischen Entfernung sieht man viel besser, dass der Migrantenstrom den „Fototyp“ der deutschen Nation bereits stark veränderte. Damit meine ich, dass es in Deutschland wohl kaum noch Landschaften gibt, wo man Aufnahmen machen kann, ohne dabei nicht-europäische Gesichter auf Film zu bannen. In deutschen Großstädten hört sich Deutsch manchmal eher als eine Fremdsprache.
Und es wird immer schlimmer.
In Moskau ist das anders.
In Verkehrsmitteln und auf den Straßen blieb alles so, wie es vor Jahren war. Aber in Geschäften, Taxi oder bei sonstigen Dienstleistern dominieren schon fremde Gesichter. Ich habe nichts dagegen, aber wenn sich auch der Moskauer Fototyp ändern würde, wäre es zu schade...

Und zum Schluss mein wichtigster Eindruck: Nach meinem persönlichen Empfinden geht Russland in die richtige Richtung. Darauf bin ich stolz.

Quelle der Übersetzung
Weiter »

21.11.2017

Des Daseins unschätzbarer Lohn

1
Neue deutsche Bürger
Eine weitere Leseprobe aus dem russischen Germany-Forum in deutscher Übersetzung.

User 1
…Ich glaube nicht, dass Merkel wirklich will, dass die BRD-Bürger ihr Land verlassen. Eher umgekehrt – sie konsolidiert Deutschland methodisch! Denn sie holt Flüchtlinge ins Land, und damit beschleunigt sie den Zusammenbruch des verfaulten deutschen Sozialsystems (dieses „Futtertrogs“). So werden die Deutschen motiviert, sich von der Verdorbenheit des sozialen Schmarotzertums zu distanzieren.

Auch lässt sie Flüchtlinge die Straßen deutscher Städte brutal besetzen, aber damit versucht sie lediglich, bessere Charakterzüge in der deutschen Nation zu wecken: Selbstachtung, Ehre, Würde und Bereitschaft, sich selbst und die Nächsten mit allen Mitteln zu schützen. Mit anderen Worten, versucht die Kanzlerin, die Deutschen wieder zu den Deutschen zu machen, wie sie vor hundert Jahren waren. Ist das nicht großartig?

Sicherlich verschreibt Merkel dabei eine bittere Medizin, denn ihre Therapie setzt Kampfhandlungen und Blutvergießen praktisch unumgänglich voraus. Aber auch das, wenn man es sich gut überlegt, ist gar nicht so schlimm. Nehmen wir zum Beispiel dieses Forum. Hier gibt es sehr viele Teilnehmer, die sicherlich mit Ehrfurcht ihren deutschen Pass bereits am Herzen tragen. Diese Menschen haben ja vollkommen bewusst ihre Treue gegenüber Deutschland geschworen. Und wir haben natürlich absolut einen Grund, daran zu zweifeln, dass diese neuen Bürger nun bereit sind, ihre große deutsche Heimat auch mit der Waffe in der Hand zu schützen. Das ist doch offensichtlich, oder?

User 2
Glauben Sie mir bitte, ich weiß Ihren beißenden Spott zu schätzen! Bravo! Aber damit beleibt meine Frage immer noch unbeantwortet…

User 1
Moment mal… Das habe ich jetzt nicht verstanden. Wo haben Sie den beißenden Spott in meinem vorherigen Posting gefunden? Was genau hat Sie denn zum Lachen gebracht? Vielleicht könnten Sie mindestens ein Zitat anführen?

User 2
Zum Beispiel dass mit dem „ehrfürchtigen Tragen des deutschen Passes am Herzen“. Wir alle wissen doch, dass man ein solches Heiligtum in dem „breiten Hosenbausch“* trägt. Oder liege ich falsch?

*) Anspielung auf die „Verse vom Sowjetpaß“ von Wladimir Majakowskij:
Das will ich
aus breitem Hosenbausch ziehn –
meines Daseins
unschätzbaren Lohn.
Da, lest, beneidet mich,
seht, wer ich bin:
Bürger der Sowjetunion!


User 1
Ich glaube nur an das Beste in "unsrigen" (russischsprachigen) BRD-Bürgern! Wie kann es auch anders sein? Sie meinen doch nicht im Ernst, dass es in ihren Reihen Abschaum oder Verräter geben kann, die nicht willig sind, ihre neue deutsche Heimat als Gegenleistung für die bis jetzt erlebte soziale Sicherheit zu schützen. Und Sie werden mir bestimmt zustimmen, dass solches Luderzeug in den ausgesuchten und vornehmen Kreisen der russischsprachigen Bürger Deutschlands nicht vorstellbar ist, nicht einmal theoretisch. Nicht wahr? Allerdings hat jeder Einzelne von ihnen doch eine gewisse Entscheidungsfreiheit: entweder in Reihen der Bürgerwehr Schulter an Schulter mit seinem biodeutschen Nachbar in einem erbitterten Straßenkampf zu fallen, oder Feinde bis zum vorletzten Geschoss aus dem Fenster seiner Wohnung abzuknallen, oder - im Geiste der Zeit - selbst gemachte Granaten an Körper zu binden, Zündschnur anzuzünden und mit dem patriotischen Aufschrei "Ich echt deutsch nicht kapitulieren!" in die randalierende Invasorenmenge einzudringen.

Quelle ++
Weiter »

17.11.2017

Brief an Putin

5
Putin und Russlanddeutsche
Russisches (nach einigen Angaben kremlnahes) Internet-Portal Slovodel berichtet über einen Brief, den kinderreiche Familien der Russlanddeutschen an Wladimir Putin schutzsuchend gerichtet haben.

In diesem Brief sprechen die Autoren im Namen zahlreicher Russlanddeutscher, die sowohl ursprünglich aus der UdSSR stammen, als auch bereits in Deutschland geboren wurden.

Die Autoren erklären, dass sie aus Deutschland fliehen mussten, denn es bestehe dort die reale Gefahr der Zerstörung ihrer Familien und der Einziehung ihrer Kinder durch deutsche Behörden, weil die Eltern ihre Kinder in der russischen Sprache und Kultur, nach ihrem Gewissen und eigenen religiösen Überzeugungen erzogen hätten.

Im Brief wird weiterhin behauptet, dass die Zugehörigkeit zur russischen Kultur die Russophobie und Verfolgung von Russlanddeutschen in der BRD verursache. Um Familien zu retten, hätten sie, so die Briefautoren, samt Kindern Deutschland fluchtartig verlassen und dabei ihr ganzes Hab und Gut zurücklassen müssen.

Die russlanddeutschen Flüchtlinge seien überzeugt, dass es in Deutschland ein verheerendes juveniles System in Form von Jugendämtern gebe, das unbegrenzte Macht über Familien mit Kindern hat:

„Jeder Versuch, eigene Familie zu schützen, und das Recht auf die familiäre Kindererziehung zu verteidigen, endet in Deutschland katastrophal: Kinder werden weggenommen, und die Eltern insofern sanktioniert, dass die Kommunikation mit den eigenen Kindern vollkommen unterbrochen wird. So ergeht es jedem Bürger, der es nur wagt, gegen das System aufzutreten. Darum sind viele Eltern psychisch am Ende, sie können den ständigen Stress nicht verkraften. Oft begehen solche Eltern Selbstmord.“

Russophobie in Deutschland hätte in den letzten Jahren – besonders nach den Ereignissen auf der Krim und in der Ostukraine – ein kolossales Niveau erreicht, und die negative Haltung gegenüber allen in Deutschland lebenden russischsprachigen Familien mit Kindern würde sich ständig zuspitzen. Russischsprachige Kinder würden in der Schule gemobbt, was bei ihnen häufige Nervenzusammenbrüche verursachen würde. Die Eltern hätten aber Angst, sich darüber offen zu beschweren, denn als eine staatliche Gegenreaktion könnten ihre Kinder einfach weggenommen werden.

Die Briefautoren nennen Russland „das letzte europäische Land, wo das Recht auf traditionelle Kindererziehung, Gewissens- und Religionsfreiheit respektiert wird“. Sie bekräftigen ihre Bereitschaft, auf die deutsche Staatsbürgerschaft zu verzichten und bitten den russischen Präsidenten um Unterstützung bei der „Erlangung des Asyls in Russland aus humanitären Gründen“.

Quelle der Übersetzung
Weiter »

16.11.2017

Geheiminformationen

0
Geheime Informationen aus Georgien und Deutschland
Laut der Erklärung des georgischen Staatssicherheitsdienstes wurde zwischen der georgischen Regierung und der Regierung der Bundesrepublik Deutschland ein Abkommen über den Austausch und den gegenseitigen Schutz von geheimen Informationen unterzeichnet.

Der georgische Staatssicherheitsdienst glaubt, dass das unterzeichnete Abkommens eine weitere Entwicklung fördern, sowie die Zusammenarbeit und Partnerschaft zwischen Georgien und Deutschland stärken wird.

Die Unterzeichnung des Dokuments dient der Bildung von Rechtsrahmen für den bilateralen Schutz der Geheiminformationen, die während der Zusammenarbeit zwischen zwei Ländern entstehen bzw. ausgetauscht werden. Dies so eine angemessene Reaktion von Georgien und Deutschland auf die gemeinsamen globalen Herausforderungen erleichtern.

Gleichzeitig wird das Abkommen zur soliden Rechtsgrundlage für den Austausch von sensiblen Informationen zwischen den beiden Ländern im Bereich der Strafverfolgung und Sicherheit, sowie in den Außenbeziehungen und anderen Bereichen. Die Unterzeichnung der Vereinbarung wird zur Weiterentwicklung und Stärkung der Zusammenarbeit und Partnerschaft zwischen Georgien und Deutschland beitragen.

Kommentar eines georgischen Lesers zum Artikel: "Bleibt zu hoffen, dass deutsche Geheimnisse nicht nach Russland weitergeleitet werden."


Quelle der Übersetzung
Weiter »

Selbstmord

1
Suworow über Hitler und Stalin
In den deutschen Foren wird oft der Name von Viktor Suworow erwähnt.

Auch in den Leserzuschriften und Kommentaren, die ich bekomme, stützt man sich gern auf seine geschichtlichen Konzepte. Ich habe nun in der Wikipedia nachgeschlagen, welche Suworow-Werke denn für deutsche Leser zugänglich sind. Wenn die Angaben in der Wiki richtig sind, dann erschien das Buch „Samoubijstvo“ („Selbstmord“) bis jetzt weder auf Deutsch noch auf Englisch. Das ist aber seltsam und eigentlich schade, denn ausgerechnet in dieser Schrift leistet der Autor eine sehr interessante vergleichende Personenanalyse von Stalin und Hitler. Wie auch immer kommt hier eine kleine Leseprobe in der deutschen Übersetzung aus diesem Buch.
---

Zuallererst wollen wir die Fähigkeit zum Zuhören unter die Lupe nehmen, denn derjenige, der zuhören kann, ist immer stärker als derjenige, der es nicht kann, und der Letztere wird deswegen immer verlieren. Eigentlich ist es mehr als eine Fertigkeit. Das ist ein Talent. Die einzigartige Fähigkeit - eine Begabung, wenn man so will - dem Gesprächspartner zuzuhören, reicht vollkommen aus, um einen solchen Menschen in die Kategorie der herausragenden Persönlichkeiten zu erheben, denn diese Eigenschaft ist unter den Bewohnern unseres Planeten extrem selten anzutreffen.

Sowjetischer Marschall D. F. Ustinov: "Stalin besaß unglaubliche Leistungsfähigkeit, große Willensstärke und hervorragendes Organisationstalent... Stalin war sich des Gewichtes seiner Worte bewusst, darum versuchte er in einer Diskussion seine Meinung möglichst lange nicht zu äußern. Meistens saß er bei der Besprechung sichtbar teilnahmslos oder ging ganz still durch das Büro. Es schien manchmal sogar, dass er weit entfernt vom Gesprächsthema war und an etwas ganz anderes dachte. Dann ertönte plötzlich mitten im Gespräch seine leise und kurze Bemerkung, die die Richtung der Diskussion zuweilen entschieden änderte. Oft erwies es sich dabei, dass diese neue Diskussionsrichtung schlussendlich die einzig richtige war."

Ich kann zwei Dutzend ähnlicher Beschreibungen nennen: genau so sprach über Stalin Churchill, Roosevelts Gesandter Harry Hopkins, Hitlers Außenminister Ribbentrop, so beschrieben Stalin auch seine Marschälle, Generäle und Minister.

Der große Machiavelli empfahl den Oberhäuptern so wenig wie möglich zu sprechen. Stalin folgte dieser Empfehlung strikt. Er hörte aufmerksam zu und schwieg wie eine Sphinx in der Wüste. Und wenn er schon etwas sagte, dann war er äußerst wortkarg. "Stalin formulierte seine Gedanken und Entscheidungen klar, eindeutig, präzise und mit unerbittlicher Logik. Er hasste Weitschweifigkeit." (Ustinow).

In dieser Hinsicht war Hitler ein absolutes Gegenteil von Stalin. Hitler konnte und wollte niemandem zuhören. Hitler genoss es regelrecht zu reden. Stalin kam als ein stummer Verschwörer an die Macht, Hitler als ein lautstarker Redner. Aber der Diktator darf nicht geschwätzig sein. Nach der Machtübernahme sollte Hitler seine Geschwätzigkeit zäumen. Er sollte sich am besten in einen stummen Führer verwandeln, der nur aufmerksam das hört, was um ihn herum gesagt wird. Aber das passierte nicht.

"Hitler ist in seinen Reden unerschöpflich. Sprechen ist das Element seiner Existenz" (Otto Dietrich).

Der Minister für Rüstung und Munition A. Speer: „Er sprach unaufhörlich, wie ein Verbrecher, der sich ausreden wollte, der bereit war, seine innersten Geheimnisse selbst dem Staatsanwalt auszuplaudern, ohne dabei die schlimmsten Konsequenzen zu befürchten.“

Generaloberst Kurt Zeitzler: „Sobald ich im Hauptquartier ankam, wandte sich Hitler an mich, wie gewohnt, mit einem stundenlangen Monolog. Es war unmöglich, seine Rede zu unterbrechen."

Zeitzler weiter: "Im Winter 1943 versuchte Rundstedt, Hitler über die tatsächliche Situation im Westen zu berichten. Das war aber reine Zeitverschwendung. Das Treffen in Obersalzberg dauerte 3 Stunden, und zwei Drittel davon war Hitler am Reden, wo er seine Gedanken über die Lage an der Ostfront äußerte. Die restliche Zeit wurde Tee getrunken, dabei durfte man aber keine dienstlichen Themen ansprechen. Rundstedt war so wütend, dass er es kaum aushalten konnte, am Tisch bis zum Schluss zu bleiben.“

Ein paar Monate später bestanden die Feldmarschälle Rommel und Rundstedt schon wieder auf dem Treffen mit Hitler. "Die Feldmarschälle wurden mit einer spürbaren Kälte empfangen. Sie wurden gezwungen, mehrere Stunden auf die Audienz zu warten. Schlussendlich traf sich Hitler mit ihnen, dabei kam es aber nicht zum Gespräch, es war ein langer Monolog Hitlers über Resultate, die er im Zusammenhang mit der der neuen Wunderwaffe erwartete.“ (Zeitzler).

Hitlers Geschwätzigkeit kannte keine Grenzen. Jeden Abend versammelte er Stenographen, Minister, Stenotypistinnen, Generäle, Sekretärinnen, Gauleiter, Fahrer und Helfer, für das Abendessen, und dann begann er zu sprechen. Er sprach und sprach. Bis drei Uhr morgens, bis vier Uhr. Er sprach über alles: über die Geschichte und Wirtschaft, Klima und Religion, und wie er vorhat, seinen Schäferhund zum Vegetarier zu machen. Er sprach darüber, dass die Vorfahren der Deutschen die Griechen waren (ein anderes Mal waren es angeblich die Wikinger). Er äußerte sich zu der Denkweise der Frau, was sie wolle, und was ihr fehle. Er berichtete über die Produktion von Stahl und Papier, über Qualitäten von Kölnisch Wasser, aber allem voran über sich selbst, über sich selbst, über sich selbst. "Hitler machte oft den Eindruck einer extrem unausgewogenen Person. Die Gäste schliefen zum Morgen fast ein, und nur die Höflichkeit und Pflicht zwangen sie, diese Teerunden zu besuchen. Während solcher langen und langwierigen Sitzungen wirkte Hitlers eintönige Stimme auf uns wie ein Schlafmittel." (Speer).

Diese nächtlichen Zwangspredigten waren qualvoll für Hitlers Gefolge. Schreibkräfte, Sekretärinnen und Stenographinnen führten sogar einen inoffiziellen Zeitplan, wo es stand, wer wann die nächste „Nachtschicht“ bei Hitler schieben sollte. Und wenn sich jemand von dieser Pflichtaufgabe drückte, kam es manchmal zum offenen Gezänk zwischen ihnen, sogar in Anwesenheit von Hitler…
Weiter »

12.11.2017

Interview mit dem Fachflüchtling

3
Bericht-Übersetzung: Fachflüchtling aus der Ukraine
Der Journalist des weißrussischen „Euroradios“ lernte Igor per Zufall kennen. Hier kommt sein Bericht in deutscher Übersetzung.

Dieser gepflegte Mann in mittleren Jahren begegnete ihm auf dem Minsker Bahnhof. Igor will nicht fotografiert werden. Er sagt, das wäre geschäftsschädigend. Er nennt sich einen Fachflüchtling und macht aus seinem Knowhow kein Geheimnis.

Euroradio:
Wie wurden Sie zum professionellen Flüchtling?


Igor:
Eigentlich rein zufällig. Ich komme aus der Westukraine. 1993-1994 arbeitete ich in Polen und Tschechien. Mein Arbeitgeber schuldete mir Geld. Eines Tages sagte er mir: „Wenn Du willst, gebe ich Dir statt des Geldes einen sehr guten Tipp. Dafür wirst Du mir Dein ganzes Leben dankbar sein, denn er bringt Dir viel mehr, als die Summe, die ich Dir schulde. Abgemacht?“ Ich stimmte zu.

Dann erzählte er mir, wie man zu einem Illegalen Einwanderer in Bayern wird, und wie man sein Leben dort in vollen Zügen genießen kann. Diese Anweisungen habe ich mir tüchtig eingeprägt.

Ich erinnere mich immer noch sehr gut an meinen ersten „Einsatz“. Es war im Oktober 1994. Ich weiß sogar immer noch ganz genau, wie meine Route ins neue Leben verlief. Der Weg startete im tschechischen Domažlice, dann lief ich durch den Wald über die Grenze in Richtung Bayern. Der Chef gab mir eine gute Karte.

Genaugenommen waren wir zu zweit mit meinem Freund, beide knapp 25 Jahre alt. Wir haben uns auf diese Reise wie richtige Spione vorbereitet: zum Essen hatten wir sogar Marmelade in Tuben gekauft. Wir wussten auch, dass ein richtiger Flüchtling unbedingt neue Kleider (Schuhe, Hosen, Jacke) mitnehmen muss. Man muss sich auch sofort umziehen, sobald man es über die Grenze schaffte. Alte Klamotten sind dabei umgehend zu entsorgen - am besten in einen Sack einpacken und im Wasser versenken.

In Deutschland ging es dann ganz flott: Per Anhalter fuhren wir mit einem Bus nach Regensburg, dann weiter bis nach München. Die Adresse der Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München war uns natürlich auch bekannt. Dort haben wir uns „ergeben“. Wichtig: ohne Pässe!

Euroradio:
Also ins neue Leben ohne Pass?

Igor:
Das ist ein Muss! Nur so bekommt man die nötige Handlungsfreiheit, indem man jede beliebige Identität annehmen kann, Hauptsache - nicht die eigene!

Wenn man aber seinen Pass nur versteckt, dann kommt früher oder später bestimmt ein Moment, wo der Pass sehr unpassend zum Vorschein kommt. Die Faustregel ist: ohne Pass bis du ein König, mit dem Pass hast du Probleme. Also jenseits der Normalität.

Die weitere Prozedur ist dann eigentlich routinehaft: in der Aufnahme erklärt man, dass man Asyl braucht und keine Papiere hat. Die Beamten fragen nach dem Namen. Man nennt sich, wie man will. Als Nächstes wird man in den Speiseraum verwiesen. Das bedeutet, dass man schon „an Bord“ ist.
Es vergehen dann ein paar Wochen in einem Umverteilungslager. Dort wird entschieden, wohin der Migrant weiter verlegt wird. Bei meinem ersten Mal in Deutschland bin ich schlussendlich in Kempten gelandet. Während meines Aufenthalts gab es Interviews. Als Erstes kommt die Frage nach dem Weg, wie man also nach Deutschland gekommen ist. Dann muss man Motive nennen, warum das Asyl beantragt wird. Die Motive können unterschiedlich sein: politisch, religiös, moralisch und, nicht zuletzt, gesundheitlich.

Das mit der Gesundheit wird oft und unverdient außer Acht gelassen, ist aber eine tolle Begründung: Man kann tatsächlich sagen, dass man krank sei, und diese Krankheit in der Heimat nicht kurierbar wäre. Und die Behörden haben das hinzunehmen. In diesem Fall werden manche Formalitäten sogar zurückgesteckt. Und man wird dann monatelang ärztlich behandelt, dabei kriegt man einen anständigen Wohnraum und ein paar hundert Euro bar.

Aber auch in den Heimen lebt es sich gar nicht so schlimm. Die Verpflegung ist perfekt: Fleisch, Fisch, alles, was man will. Essen gibt es dreimal pro Tag, und in keiner Weise limitiert.

Der Tagesablauf gestaltet sich in etwa so: der Tag beginnt mit dem Frühstück, dann geht man in die Stadt spazieren, danach kommt man zum Mittagessen, anschließend folgen ein weiterer Spaziergang und das Abendessen.

Als Asylbewerber bekommt man, wie gesagt, auch bares Geld. Aber mit der Zeit reicht es immer weniger aus. Andererseits darf man in diesem Status nicht arbeiten. Darum werden so gut wie alle Flüchtlinge zu Dieben. Man fängt praktisch zwangsläufig an, alles Mögliche in Geschäften zu klauen: Essen, Kleider, alles.

Und wenn man so was mehrere Jahre lang Tag für Tag macht, dann stellt man sich am Ende gar kein anderes Leben vor. Und man kommt schon gar nicht mehr auf den Gedanken, eine Arbeit zu suchen. Diebstähle werden auch dadurch provoziert, dass man dafür nur sehr milde bis gar nicht bestraft wird.

Auch sonst kann ich mir keine Situation vorstellen, wo sich die Behörden einen Flüchtling so richtig vornehmen. In der Regel kriegt man ganz schnell neue Papiere und Kärtchen (Bankkarte und Krankenversicherung), und ist dann ein freier Mann.

Die Prozedur der regelmäßigen Verifizierung des Flüchtlingsstatus ist bei weitem formell. Und wenn man bereit ist, ein paar hundert Euro für den Anwalt auszugeben, dann verlässt man Deutschland garantiert nie.

Euroradio:
Na gut, aber auch dieses Geld muss man erst finden...

Igor:
Wie ich schon sagte, es wird geklaut auf Teufel komm raus. Zum Beispiel lässt man ein paar teuere Jacken aus den Geschäften mitgehen. Dann werden sie an bekannte Schieber zum halben Preis verkauft. Mit etwas Glück hat man dann ganz schnell bis 500 Euro in der Tasche. Die Technik, wie man unbemerkt klaut, wird schnell erlernt. In jedem Heim gibt es genug gute Lehrer. Aber selbst wenn man auf frischer Tat ertappt wird, ist das überhaupt kein Problem. Man wird ja sowieso fast nie verhaftet und bestraft. Und wenn schon, dann kann der deutsche Knast eher als eine Art Erholungsheim betrachten werden. Alle wissen das, und keinen schreckt das ab.

Euroradio:
Bestimmt besuchen Sie Ihre Heimat. Oder?

Igor:
Ab und zu schon. Zum Beispiel als meine Mutter krank wurde. Manchmal wird einem auch der endlose asylantische Müßiggang zum Kotzen. Dann geht man zur zuständigen Behörde und sagt, dass man nun Schluss mit dem Theater machen möchte. Dann wird die Akte ordnungsgemäß abgeschlossen, und man kriegt sogar eine Abrechnung. Einmal konnte ich auf diese Weise 6700 Euro „für die Heimreise“ ergattern.

Die Ausreise sieht nicht nach einer Abschiebung aus. Man kriegt einfach Geld und Tickets in die Hand gedrückt und fliegt bequem nach Hause. So ist das System. Ich habe es bereits in den Niederlanden, Deutschland, Norwegen, Schweden und Finnland ausprobiert. Es funktioniert überall bestens. Aber in meiner Liste gibt es immer noch Länder, die einen Flüchtlingsbesuch wert sind.

Euroradio:
Warum haben Sie als Flüchtling nicht geheiratet? Zum Beispiel in Deutschland.

Igor:
Es gibt nichts Einfacheres als das. Eine deutsche Dame hat es mir sogar selbst angeboten. Sie wollte mich naiv damit locken, dass ich dadurch einen vollwertigen legalen Status bekomme. Aber wenn ich mit diesem legalen Status gegen das Gesetz verstoße, dann gerate ich definitiv hinters Gitter. Brauche ich das wirklich? Der Flüchtlingsstatus ist doch viel günstiger.

Euroradio:
Alles klar. Sie sind ja sowieso verheiratet...

Igor:
Ja, ich habe in der Ukraine geheiratet. Jetzt habe ich schon zwei Söhne: 7 Jahre und 3 Monate alt. Aber es ist natürlich schwer, ohne Familie im Ausland zu leben.

Euroradio:
Wozu verlassen Sie dann immer wieder Ihre Heimat?

Igor:
Das ist doch wie eine Dienstreise: man kommt nach Europa als Flüchtling, um die Familie zu Hause zu versorgen. Aber denken Sie bitte bloß nicht, dass mein Leben leicht ist. Man ist ja immer allein, man hat Heimweh. Und man spielt öfters mit dem Gedanken, die Familie zu sich zu holen. Das ist aber nicht so einfach. Eigentlich ist es finanziell viel günstiger, Kinder und Ehefrau nach Europa zu bringen. So kann man in 5 Jahren sogar ein kleines Vermögen fürs Leben ansammeln... Ich denke darüber nach.

Euroradio:
Und was halten Sie von Weißrussland?

Igor:
Nichts. Aus der Sicht eines Flüchtlings ist das Land uninteressant. Ich habe hier sofort gesagt bekommen, dass ich keine Chancen als Flüchtling habe. Etwas bessere Aussichten haben nur Ostukrainer und nur aus den Gebieten, wo es wirklich Krieg gibt. Gute Flüchtlingsperspektiven haben Ukrainer in Russland, besonders wenn sie wehrpflichtig sind. So versucht Russland wohl die Kampfkraft der ukrainischen Armee zu schwächen. Für mich als Westukrainer wäre das alles aber völlig sinnlos: ein russisches Heim würde für mich sofort zur Hölle. Außerdem mag ich die russische Mentalität nicht. Also komme ich bald schon wieder nach Europa.

Aber mein großes Ziel ist Kanada. Die sind richtig großzügig! Besonders, wenn man die Familie gleich mitnimmt. Ich weiß, dass Flüchtlinge in Kanada sehr große Kredite aufnehmen dürfen. Bis zu einer Million Dollar. Dann haben wir ein ganz leichtes Spiel: mit dem großen Geld zurück nach Hause. Das würde uns ja bis zum Lebensende reichen!

Euroradio:
Wie lange sind Sie schon in Weißrussland?

Igor:
Seit einer Woche. Aber ich habe es satt. Neulich wurde ich hier fast verhaftet, weil ich im Park Alkohol getrunken habe. Ich habe das unauffällig gemacht, trotzdem hat die Polizei mich erwischt, allerdings dann auch bald freigelassen.

Euroradio:
Wollen Sie, dass auch Ihre Kinder Fachflüchtlinge werden?

Igor:
Eigentlich nicht, aber sie sollten wissen, dass es sowas gibt. Vielleicht können sie meine Erfahrung eines Tages gut gebrauchen. Ich bleibe aber in diesem "Beruf" für den Rest meines Lebens. Das ist profitabel und... romantisch, verstehen Sie. Man gewöhnt sich daran, und jede andere Lebensweise wird dann zu fade.

Quelle der Übersetzung
Weiter »

09.11.2017

Deutsche Willkommenskultur

6
Übersetzung eines Postings über Botschaft in Russland
Hier ist die Übersetzung des Livejournal-Postings eines (nach eigenen Angaben) Moskauer Arztes, der sich eines Tages an die deutsche Botschaft in Moskau gewandt hatte.

Ich war in verschiedenen Ländern und habe dabei verschiedene Botschaften besucht, aber so eine Hölle, wie in der deutschen Botschaft in Moskau habe ich bis jetzt noch nie erlebt. Über ähnliche Schockerlebnisse können auch alle meine Freunde, die mit dieser Botschaft zu tun hatten, berichten. Jetzt aber zur Sache.

Eines Tages beschloss ich, meine Deutschkenntnisse aufzufrischen. Unsere Klinik wurde renoviert, also wollte ich die freie Zeit sinnvoll verbringen. Auf die Idee kam ich eigentlich per Zufall: meine deutschen Kollegen, mit welchen ich zusammenarbeite, und an welche ich einige Patienten verwies, luden mich nach Deutschland ein. Sie fanden auch Deutschkurse und passende Unterkunft für mich.

Ich bezahlte alle Rechnungen, und ging mit den sämtlichen Papieren in die deutsche Botschaft. Na ja, was heißt „ging“… So einfach „gehen“ gibt es bei der deutschen Botschaft in Moskau nicht. Man muss einen Termin einen Monat im Voraus buchen…

Mein erstes Erlebnis in der konsularischen Abteilung war ein fast unerträglicher Gestank im Warteraum, dann auch noch kaputte Stühle, irgendwelche Kartons auf den Tischen mit "Bürobedarf". Totales Durcheinander. Eigentlich bereute ich schon in dem Moment meine Entscheidung, Deutschland zu besuchen.

Wie auch immer, konnte ich schlussendlich meine Papiere einreichen. Dabei habe ich gesagt bekommen, dass ich mindestens einen Monat warten soll. Oder „schneller wenn ich Glück habe“, als ob ich nicht in der Botschaft, sondern im Casino war. Warum? Weil die Papiere angeblich „in Deutschland geprüft werden“. Spätestens ab diesem Punkt war das eine Lüge. Denn meine spätere Anfrage bei dem Außenamt ergab, dass meine Unterlagen nur bei der Botschaft bearbeitet wurden. Die Fragen während des Interviews waren recht sonderbar. Es drehte sich alles nur darum, wieso ich den Deutschkurs direkt in Deutschland kaufte, und nicht bei dem Goethe-Institut in Moskau. Warum denn solche Fragen? Später erfuhr ich warum: die Sprachkurse über das lokale Goethe-Institut zu buchen kostet 2000 Euro. Meine Kurse kosteten mir aber nur 200 Euro. Darum also. Das ist natürlich ein klarer Schwindel, und die deutsche Botschaft macht aktiv mit, genauso sie die offizielle Willkommen-Website der deutschen Regierung.

Wirklich schade um russische Jugendliche, die so schamlos aufs Kreuz gelegt werden und müssen mit ihrem Geld die Gauner bei der deutschen Botschaft finanzieren. Denn die Spielregel ist einfach: kommt die Einladung von einer anderen Schule aus Deutschland, wird der Antrag abgelehnt.
Ich wartete 19 Tage. Am Sonntag wurde der Flug nach Deutschland bereits geplant (am Montag sollte der erste Unterrichtsstunde stattfinden!), als ich am Freitagnachmittag erfuhr, dass ich kein Visum bekomme, weil ich (hier aufgepasst!) kein Zertifikat über meine Deutschkenntnisse beigelegt hatte. Was soll das jetzt? Und was soll ich nun tun? Das Zertifikat beim Goethe-Institut (käuflich, versteht sich) holen – war die Antwort. Warum hat man mich vorher nicht informiert, dass etwas in den Unterlagen fehlte? Denn gerade am Freitag vormittags sprach ich persönlich mit dem Konsul, und er sagte, die Unterlagen wären erst jetzt in Deutschland angekommen. Und nur in ein paar Stunden am gleichen Tag kommt die Absage von der Botschaft.

Als ich diese Geschichte meinen deutschen Kollegen erzählte, waren sie regelrecht wütend. Sie sagten, es wäre unvorstellbar, dass ein Arzt mit einer seltenen und gefragten Qualifikation eine Absage selbst für Studienbesuch bekommt, während Araber haufenweise ins Land geholt werden…

Später habe ich übrigens erfahren, dass man ein Visum für deutsche Sprachkurse doch leicht, schnell und ohne schamlose „goethische“ Abzocke bekommen kann – bei der österreichischen Botschaft.

Quelle der Übersetzung
Weiter »

08.11.2017

Missglückte Propaganda

2
Übersetzung aus dem Forum
Auf dem russischen Germany-Forum hat ein ergebener User 1 das (nebenstehende) Foto mit Angela Merkel beim Shoppen in einer Kaufhalle mit einem entsprechenden lobpreisenden Kommentar platziert. 

Darauf folgte eine Diskussion (in der deutschen Übersetzung):

User 2:
Sehen Sie eine Frau (Leibwächter) im Hintergrund? Davon gibt es bestimmt noch mehr in der Gegend. Und wieso läuft eigentlich das Staatsoberhaupt in einer Kaufhalle herum? Wird etwa im Staat daran gespart? Dumm und unsicher.

User 3:
Bestenfalls ist das nur blöde Propaganda. Schlimmstenfalls jedoch ein Verfallssymptom und bewusster Verzicht auf Verantwortung. Man kann nur hoffen, dass es die „bessere“ Variante ist, das schlimmere Szenario ist aber durchaus zu befürchten.

User 1:
Das mit dem Verfallssymptom und Verzicht auf Verantwortung habe ich jetzt nicht verstanden. Was soll das?

User 3:
Das ist doch ganz einfach. Der Kanzler ist natürlich ein Beamter. Aber jede politische Nation muss eine nationale führende Persönlichkeit haben, die nicht mit einem formellen Vorsteher zu verwechseln ist! So ist es halt unter den Menschen üblich. Solche Persönlichkeiten kommen auf verschiedenen Wegen an die Spitze: Volksentscheid, Parlamentswahlen, manchmal als Nachfolge oder irgendwie sonst. Sie können auch unterschiedliche Titel haben: Präsident, Parteivorsitzender oder sogar Kaiser. Und im heutigen Deutschland ist es halt der Kanzler.

Der entscheidende Unterschied zwischen einem Beamten und der nationalen führenden Persönlichkeit besteht aber darin, dass die letztere Person die Verantwortung für das Land und das Volk übernimmt, und zwar bewusst, betont und rund um die Uhr, nicht nur zu den Büro-Öffnungszeiten.

Und hier läuft es ganz offensichtlich nach dem Motto: „Schicht geschoben - endlich Feierabend!“ Und das scheint eine gezielte und öffentliche Deklaration zu sein, die hier im Bild zum Ausdruck gebracht wird: „gutbürgerlich tue ich den Job im Rahmen meiner Dienstpflichten und Arbeitszeiten, aber abends kümmere ich mich lieber um diese schöne gelbe Paprika“. Sehr überzeugend.

Das Problem ist nur, dass damit gleichzeitig ein klarer Verzicht auf eine nationsweite persönliche Führungsmission und Verantwortlichkeit manifestiert wird. Und wenn der höchste Staatsbeamte nichts Besseres zu tun hat, als am helllichten Tag in Obstkisten eines Tante-Emma-Ladens zu stöbern, wie kann man noch mehr Arbeitseifer und Einsatzbereitschaft von anderen Beamten erwarten? Also läuft alles, wie es laufen muss – strikt nach dem höchsten Vorbild.




Weiter »

06.11.2017

Karrierechance

0
Schanna Nemzowa und die Deutsche Welle
Vor einigen Tagen wurde im Blog "Propagandaschau" (hier) ein Staatsender-Check bzw. Vergleich (Deutsche Welle gegen Russia Today) veröffentlicht.

Hierzu gab es den folgenden Rusfunker-Kommentar:

Die „Leistungen“ der russischen Redaktion der DW sind lächerlich bis peinlich.  In Russland wird diese Wanzenbude kaum noch ernst genommen. Zitierbare Nachrichten produziert DW Russisch nicht, und wenn schon, dann nur über sich selbst.

So war es vor ein paar Jahren, als eine gewisse Schanna Nemzowa bei DW Russisch angestellt wurde. Diese „Journalistin“ spricht kaum Deutsch oder Englisch auf dem gehörigen Niveau. Das wäre aber noch halb so schlimm. Doch selbst auf Russisch formuliert sie ihre Gedanken mit sichtbarer Mühe. Aber was soll’s. Dafür ist sie Tochter von Boris Nemzow, dem erschossenen „oppositionellen russischen Politiker“ (TM).

Dieser Umstand reicht wohl vollkommen für eine erfolgreiche journalistische DW-Karriere aus. Auch sonst hat man das Gefühl, dass DW Russisch konsequent gegen Deutschland arbeitet. Wie es mit dem Qualitätsjournalismus à la DW funktioniert, kann man zum Beispiel hier sehen.


Weiter »

Dreamteam der Versager

1
Puigdemont als ein musterhafter Politiker
Hier kommt eine (leicht modifizierte) Textversion eines Ausschnitts aus der in Russland sehr populären politischen Fernsehendung „Nachrichten der Woche“ in deutscher Übersetzung. 

Sie läuft auf dem zweiten russischen staatlichen Fernsehkanal, wird vom staatlichen russischen Medienunternehmen „Russland Heute“ produziert und vom dessen Generaldirektor persönlich moderiert.

---
Puigdemont ist typisch für Europa. Er ist ein regelrechter Prototyp eines klassischen europäischen Politikers von heute: Er ist auffällig schwach, wendig, feige, verantwortungslos, kurzsichtig, hat geschniegeltes Aussehen und bedeutungsvolle aber inhaltsleere Augen.

Er zettelte seinen Landesleuten eine Volksabstimmung an und brachte sie auf die Straßen, dann wiegelte er die katalonische Polizei gegen Madrid auf. Damit kriminalisierte er seine zahlreichen Anhänger und... ließ sie schlussendlich im Regen stehen, indem er einfach abgehauen ist.

Ist Puigdemont ein Unikum? Ganz und gar nicht. Im heutigen Europa ist das eher normal.

Vielleicht erinnern Sie sich nicht mehr, aber es gab einmal einen britischen Ministerpräsidenten David Cameron. Er organisierte auch mal ein Referendum, nur um Brüssel Schrecken einzujagen. Dann trat er aber gegen Brexit auf. Schlussendlich hat er alles verloren und... war einfach weg vom Fenster.

Übrigens hat Cameron auch Libyen gebombt. Und zerstört. Dabei hat er viele Menschen ums Leben gebracht und Zentralafrika mit Terroristen überflutet. Verantwortung? An ihm gleitet doch alles ab.

Oder sein Kollege Tony Blair. Dieser hat - mit den Amerikanern zusammen - den Irak gebombt. Und zerstört. Im Ergebnis gibt es da drüben hunderttausend Tote und mehr als eine Million Flüchtlinge. Danach gab es in Großbritannien sogar eine Untersuchungskommission! Sie hat tüchtig untersucht und festgestellt, dass Tony wohl etwas überreagiert hat. Und das wäre es dann auch. Der Mann genießt das Leben.

Noch mehr Beispiele? Kein Problem.

Als der (bis jetzt) letzte Aufputsch in der Ukraine voll im Gange war, haben Außenminister von Deutschland, Frankreich und Polen als Garanten einer friedlichen Machtübergabe in der Ukraine durch Wahlen aufgetreten und eine entsprechende verbindliche Erklärung unterschrieben. Nur wenige Stunden danach wurde der ukrainische Präsident gewaltsam abgesetzt. Nochmals: man verpflichtet sich schriftlich, den Frieden in der Ukraine zu schützen, aber gleich danach wird der ukrainische Präsident angeschossen und muss fliehen. Was tun die „Garanten“? Sie schweigen. Warum auch nicht?
Man sieht doch immer noch gut aus, und Augen bleiben bedeutungsvoll und inhaltsleer. Also ist die Welt in Ordnung! Der damalige deutsche Außenminister wurde übrigens dann sogar zum deutschen Präsidenten.

Auch Angela Merkel wurde zum vierten Mal die Bundeskanzlerin, obwohl sie eines Tages grundsätzlich alle Flüchtlinge nach Deutschland einlud. Sie freute sich damals und machte Selfies: Es konnte also nichts schief gehen. Dann hat es sich herausgestellt, dass doch etwas schief gegangen ist. Aber was soll's... Keiner nimmt ihr wohl den kleinen Ausrutscher übel. Aussehen stimmt, Augen auch. Nur das zählt, oder?

Der französische Präsident Hollande war ein Nichts. Und er wurde von Macron abgelöst.
Der französische Pöbel war begeistert und hoffnungsvoll. Nach nur ein paar Monaten ist alles weg: sowohl die Begeisterung, als auch Hoffnungen. Na ja, etwas ist geblieben: Geschniegeltes Aussehen und bedeutungsvolle aber inhaltsleere Augen sind immer noch da. Was will man denn mehr?

Weiter »

31.10.2017

Biologischer Krieg gegen Russland?

3
Biologische Proben in RusslandWährend der gestrigen Sitzung des russischen Rates für Menschenrechte hat Wladimir Putin eine durchaus sensationelle Erklärung gemacht:

„Es gibt gewisse Organisationen, die das biologische Material unserer Bürger im ganzen Land sammeln, und zwar in verschiedenen ethnischen und geographischen Gemeinschaften der Russischen Föderation. Es stellt sich nun die Frage, wozu diese gezielte und professionelle Arbeit geleistet wird. Wir stehen damit eindeutig im Mittelpunkt des großen Interesses. Aber wir brauchen natürlich keine Angst zu haben. Sie können machen, was sie wollen. Wir müssen jedoch das tun, was zu tun ist.“

Eigentlich wird das Biomaterial von Wissenschaftlern und Forschern auf der ganzen Welt gesammelt, aber dabei geht es meistens nicht um menschliche Proben. Allerdings haben diverse Massenmedien bereits vor einigen Monaten berichtet, dass Pentagon beabsichtigt, Proben der Ribonukleinsäure (RNS) von europoiden Russen zu kaufen. Das Ziel solcher Einkäufe ist unklar. In den Medien gab es lediglich Hinweise auf einen nicht näher definierten Vertrag der US-Luftwaffe, der angeblich auf der Webseite der amerikanischen Regierungskäufe zu finden war.

Nach der Expertenmeinung sind das alles äußerst besorgniserregende Signale.

Der FSB-General a.D. Alexander Michajlow:

„Das Thema ist durchaus ernst zu nehmen. Und die Tatsache, dass der Präsident dieses Thema nun öffentlich artikuliert, bedeutet, dass entsprechende Aktivitäten nun in eine aktive Verwirklichungsphase übergehen.

Die Theorie der Züchtung einer neuen Rasse ist nicht neu. Damit beschäftigte man sich auch früher, zum Beispiel in dem faschistischen Deutschland. Hier geht es aber - aller Wahrscheinlichkeit nach - um die Schaffung eines Systems der Einwirkung auf den Menschen auf der zellulären bzw. Chromosomenebene.

Der Begriff der „rätselhaften russischen Seele“ ist ja im Westen seit langem geläufig. Die Seele ist aber immateriell. Dagegen stellt eine biologische Probe ein durchaus realistisches Werkzeug zur Beeinflussung des menschlichen Körpers dar.

Es ist nämlich kein Geheimnis, dass es Rassen gibt, für welche gewisse Bedingungen tödlich sind.
Zum Beispiel ist der Alkohol für manche nördliche Völker schädlich, weil er in ihren Körpern nicht abgebaut wird. Also ist die Gefahr wirklich da. Wenn jemand möchte, den Krieg auf dem genetischen Niveau zu führen, dann kann das Sammeln von Bioproben kolossale Verluste für die Gegenseite verursachen.

Die Erklärung des Präsidenten soll als eine wichtige Vorwarnung an Amerikaner interpretiert werden.
Denn wir passen ja auch auf, und solche Forschungen sind auch in Russland möglich. Dabei ist die Frage noch offen, wessen Forschungsergebnisse effektiver sind, wenn es mal hart auf hart kommen sollte."

Quelle der Übersetzung
Weiter »