11.03.2017

Überlebenskunst: nach der Stadtflucht (2)

Übersetzung Russisch - Deutsch
So, jetzt müssen Sie sich überlegen, wie Sie zum Fluchtziel kommen.

Wie Sie bereits wissen, wird das Recht auf das Privateigentum im Krieg nicht so sehr geachtet, besonders wenn man das Eigentum mit der Waffe nicht schützen kann. Das ist ein kleiner Denkanstoß, falls Sie meinen, daß Sie Ihr weites Fluchtziel am besten mit dem Auto erreichen können, zumal öffentliche Verkehrsmittel höchstwahrscheinlich nicht mehr funktionieren.

Wenn Sie sich nun tüchtig umschauen, finden Sie bestimmt ein mehr oder weniger verwahrlostes Auto. Dabei ist ein verwahrlostes Auto mit dem leeren Tank für Sie uninteressant, denn Sprit gibt es nämlich nicht mehr zu bekommen. Sobald Sie mit der Autowahl fertig sind, versuchen Sie, es etwas der Situation anzupassen. Mahlen Sie zum Beispiel ein rotes Kreuz drauf. Oder basteln Sie ein Kreuz mit dem Klebeband. Der Trick ist nicht besonders schlau, aber vielleicht erleben Sie dadurch unterwegs einen Beschuß weniger.


Nun sind Sie mit dem Auto unterwegs. Fahren Sie aber langsam, maximal 50-60 km/h. Der Grund: für Militärs sind Autostraßen wichtige Objekte, die vorrangig benutzt und kontrolliert werden, also kann ein schnelles Fahren von Soldaten durchaus als verdächtig empfunden werden. Es kann auch passieren, daß Sie „für alle Fälle“ mit einem Schuß angehalten werden.

Andererseits sollten Sie alle Zivilisten, die Sie anhalten wollen, ignorieren. Jemanden per Anhalter mitzunehmen bringt Ihnen nichts außer neuen Problemen. Werden Sie aber von Militärs aufgefordert anzuhalten, denn bremsen Sie sofort und rudern Sie zum Straßenrand. Nicht aussteigen, vielleicht nur bloße Hände durch das Autofenster zeigen, dann einfach ruhig im Auto bleiben. Ein bißchen beten zwischendurch wäre dabei auch nicht verkehrt, denn niemand weiß, was jetzt kommt. Wie auch immer, ein aggressives Verhalten wäre im Moment gar nicht am Platz.

Wenn Sie schlußendlich es bis zum Ziel geschafft haben, dann haben Sie ein Dach über dem Kopf, Arbeit, Essen und Menschen, mit welchen Sie ruhig sprechen können (das haben Sie ja während der letzten Tage fast verlernt).

Nun können Sie sich endlich ein paar Tage (beim Schuften) ausruhen, sich mal umschauen und informieren, wie sich die Situation entwickelt. Es beginnt für Sie eine ganz neue Lebensetappe.

Und nun kommt eine extrem wichtige und traurige Ergänzung:

Wenn Sie glauben, daß Sie den ganzen Weg aus der Stadt nicht nur allein, sondern mit Ihrer Familie bewältigen können, dann liegen Sie völlig falsch. In diesem Fall sind Sie garantiert ein toter Mann, und die Familie auch. Diese Tips sind nur für Einzelgänger.

Also bitte rechtzeitig und gründlich vorsorgen: Zufluchtsort, Nahrungsmittel, Wasser - alles muss für Ihre Nächsten vorab vorbereitet werden. Und bei den ersten kleinsten Anzeichen der drohenden Unruhen bringen Sie vor allem die Familie aus der Stadt - sofort und ohne Wank.
Tun Sie das bitte wenigstens um Ihrer Familie willen. Familienmitglieder müssen vorrangig in Sicherheit gebracht werden, und in dem Zufluchtsort müssen sie auch was zu essen haben.

Danach können Sie tun, was Sie wollen.

Selbst wenn Sie patriotisch und kämpferisch sind, retten Sie zuerst die Familie und sich selbst, denn ein toter Patriot kann auch seiner Heimat nicht mehr helfen.

Quelle


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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Richtig lustig!

Anonym hat gesagt…

Sehr gut geschrieben und für den Ernstfall absolut überlebenstauglich! Danke!

Anonym hat gesagt…

Sehr gute Tipps, vielen Dank

cobobka hat gesagt…

Bis auf den Umstand, dass ein Benzinlager auf dem Dachboden nicht die schlaueste Idee ist, wie die Bilder aus dem Donbass zeigen, ist das realistisch und praxisnah beschreiben. Im kommenden Krieg in Deutschland können wir uns nicht als Zivilisten zwischen den Kriegsparteien als uninteressante Ziele hindurchbewegen, da wir als "Ungläubige" das Primärziel sind. Darum sollte man sich jetzt schon aus den Städten verkrümeln.