08 November 2021

Globalisierungsfaktor

Deutsche Journalisten

Ab und zu finde ich in meinem Briefkasten jammernde E-Mails von einem deutschen News-Portal.

Seine Journalisten stufen sich selbst als regierungskritisch ein und beklagen sich deswegen über mächtige Feinde, die ihrer Website immer wieder das Licht auszuknipsen versuchen. Anschließend fordern sie natürlich ein bisschen Geld für ihren weiteren selbstlosen Einsatz.

Als Hauptbeweis ihrer Unterdrückung führen die virtuellen deutschen Freiheitskämpfer vor allem das Argument an, dass die größten Suchmaschinen ihre wirkungsvolle Artikel auf Betreiben der deutschen Bundesregierung vollständig aus den Suchergebnissen löschen.

Nun habe ich diese angeblich leidgeprüfte regierungskritische Website besucht, um zu sehen, ob sie noch am Leben ist. Aber auch um zu überprüfen, wie schlimm es tatsächlich um die Indexierung deren Seiten durch führende Suchmaschinen bestellt ist.

Die Überprüfung ergab, dass die Indexierungszeit für die neuesten sog. "Anonymous News" durchschnittlich bis ca. 5 Stunden beträgt. Dabei werden die Artikel - entgegen den o.g. Behauptungen - doch zu Hunderten im Suchmaschinenindex wiedergefunden. Also halb so schlimm.

Dann beschloss ich bei dieser Gelegenheit, die Indexierung der Postings des Rusfunker-Blogs zu überprüfen, das bekanntlich weder das Regime noch die Globalisten bekämpft. Und während die Nachrichten mutiger deutscher Journalisten Stunden brauchen, um indexiert zu werden, dürften meine naiven Postings sekundenschnell von jeder Suchmaschine aufgegriffen werden. Das dachte ich mir. Totale Fehlanzeige.

Hier sind die Ergebnisse vom 7. November 2021:

Posting "Archivbericht" vom 03. November 2021: nach 5 Tagen immer noch nicht indexiert
Posting "Krypto-Rebellen" vom 26 Oktober 2021: nach 14 Tagen nicht indexiert
Posting "Impfstoff hat Marker" vom 25. Oktober 2021: nach 15 Tagen nicht indexiert
Posting "Grüße an Annegret" vom 25. Oktober 2021: nach 15 Tagen nicht indexiert

Übrigens, das Posting über Margarita Simonjan "Verwünschung als Mittel zum Zweck?" vom 25. Oktober 2021 ist jedoch sauber indexiert worden! Warum sollte das bloß so passieren?

Eine mehr oder weniger regelmäßige Indexierung der Artikel des Russischen Funkers beginnt erst drei Wochen nachdem sie "in Quarantäne" gestellt worden waren. Aber auch nach Ablauf dieser Frist werden Beiträge, die bestimmte wichtige Länder oder Städte in zweideutiger Weise erwähnen (z. B. das Posting "Genf"), nicht in den Suchindex aufgenommen.

Fazit
Globalisten sind - grob formuliert - diejenigen, die wollen, dass (fast) alle Menschen auf dem Planeten gleich (schlecht?) leben. Wie das obige Beispiel zeigt, stimmt eine ca. fünfstündige "globalistische Indexierungsverzögerung" verzärtelte deutsche "Regimekritiker" hysterisch. Die Beiträge eines russischen Bloggers für dieselben Leser werden dagegen im Durchschnitt 500 Stunden (3 Wochen) lang von globalistischen Suchmaschinen nicht indexiert. Mit stiller Hinnahme - wie auch sonst?

Damit bietet sich eine tolle Möglichkeit, einen imaginären Globalisierungsfaktor mindestens in diesem speziellen Fall zu berechnen. Dazu dividieren wir einfach 500 durch 5. Das Ergebnis ist 100. Also wird ein russischer Blogger von Globalisten und ihren Suchmaschinen bei der Indexierung per se 100-mal schlechter behandelt (gefährlicher eingestuft?), als kühne deutsche Online-Journalisten.

Könnte dieser Faktor auch in anderen Lebensbereichen genutzt werden? Warum nicht. Aber wie wird dann die Angleichung erfolgen? Werden die deutschen Probleme mit 100 multipliziert, oder werden die russischen durch 100 dividiert? Das Letztere bezweifle ich sehr.

Globalisierungsfaktor Rating: 4.5 Diposkan Oleh: Admin

1 Kommentar:

  1. Charakter zahlt sich halt nicht aus. Deswegen sind die Politiker so erfolgreich, was Geld und Machtgelüste angeht.

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