20.06.2018

Russenhass

Russophobie in einem Gedicht
Russische Dichterin Junna Moriz wurde im Jahr 1937 in einer jüdischen Familie in Kiew geboren.

Auch heute ist sie beruflich und gesellschaftlich aktiv und äußert sich - von Moskau aus - regelmäßig und gereimt zu wichtigen (politischen) Themen.

Vor kurzem erschien ihr Gedicht, das hier nun in meiner deutschen Übersetzung kommt, soweit das natürlich überhaupt möglich ist.

P.S. Vielleicht irre ich mich, aber es bedarf, meines Erachtens, nur weniger Textänderungen, um dieses Gedicht auch an die deutsche Realität anzupassen.

***
Hass auf Juden gilt als ein Verbrechen.
Hass auf Russen ist jedoch "normal":
Wir sind Abschaum, wessen Schädelbrechen,
Diskutiert man ernst und liberal.

Kriminell, strafbar, einfach zum Kotzen?
Ist doch Quatsch: Das ist begrüßenswert,
Wenn der Russenhass aus jeder Glotze
Strömt und flattert - völlig unbeschwert.

Fast in jedem Studio willkommen,
hallen Russlandhasser durch das Land:
Die Gehässigkeit von wilden Russophoben
Wird bezahlt - es lohnt sich der Aufwand.

Wo sind Menschenrechtler und Aufpasser?
Wer kann stoppen blinden Russenhass?
Und woher fließt Geld für Menschenhasser
In dem überraschenden Ausmaß?

Gibt es jemand, wer dagegen kämpfen
Oder schlicht die Fragen stellen kann:
Ist der Hass auf Russen doch zu dämpfen?
Und, zum Teufel, wie? All dem voran.


* Dies ist eine Gedicht-Übersetzung aus dem Russischen ins Deutsche.
Russenhass Rating: 4.5 Diposkan Oleh: Rus Funker

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Dieser geschürte Russenhass findet immer weniger Zuspruch, dies wird sich künftig steigern.

Anonym hat gesagt…

Da muß man einfach mal die Frage stellen: Wem dient der Russenhaß?
Und wem hat er in der Vergangenheit schon gedient? Und wer hat daran verdient?

Mit dem Deutschenhaß ist es ähnlich und ich glaube sogar noch schlimmer. Viele "Deutsche" hassen ja ihre eigene Nation bzw. sich selbst. Das ist fast unglaublich. Und wem nützt das? Und wer verdiente und verdient daran?

Offenbar dieselben, die sich den Russenhaß zu Nutze machen!
Es ist schon erstaunlich, daß ein geborene Jüdin sich solche Fragen stellt.

Zum Glück fällt der Russenhaß aber in Deutschland, besonders in Mitteldeutschland, aber nicht mehr auf fruchtbaren Boden. Besonders diejenigen Deutschen, denen ihre Nation noch etwas wert ist, weigern sich standhaft, die Russen zu hassen. Sie haben durchschaut, wie das Spiel läuft und wer die treibenden Kräfte sind.

Das ist eine gute Entwicklung. Schade, daß es so wenig Möglichkeiten gibt, Deutsche und Russen auf unterster Ebene in Kontakt zu bringen. Oder bin ich da schlecht informiert?

Es lebe die Deutsch-Russische Freundschaft!

Hauke Haien hat gesagt…

Vielleicht sollte man mal nachfragen, woher der »Hass auf Juden« und Russen kommt und wer eigentlich hasst ? Ebenso ob der Hass historische oder gegenwärtige Ursachen hat.
Man könnte - zumindest teilweise - auch die Theorie vertreten, das Hass die Waffe der Wehrlosen ist.

Hass auf »die« Juden ist sicherlich falsch, aber Hass auf Juden, also einzelne oder gewisse Gruppen, ist durchaus nachvollziehbar, wenn man die Geschichte kennt. Gerade Deutsche und auch «Sowjet-Russen« (gemeint sind alle Bewohner der früheren UDSSR) dürften reichlich Grund dazu haben.

Auch Hass auf «Russen« dürfte nachvollziehbar sein, vor allem für Ukrainer, obwohl es eher «Sowjet-Juden« waren, die den Hass verursachten.

Was den gegenwärtigen Hass betrifft, so ist es ja so das gewöhnliche Juden für die Politik von Israel und US-zionistischer Organisationen verantwortlich gemacht werden. Aber auch das ist nicht neu und gab es shon früher, das Juden Opfer Ihresgleichen wurden, direkt und indirekt.

Was den Hass auf die gegenwärtigen Russen betrifft, so sind damit doch nicht die normalen Menschen gemeint. Es ist wie damals ein Krieg zwischen 2 politischen Systemen, der mit allen Mitteln geführt wird. Auch Russland benutzt nicht nur militärische Mittel, sondern auch seine Rohstoffe, wie Öl und Gas, um andere Länder zu erobern, bzw. in seinen Herrschaftsbereich zu bekommen, damit diese Politik im Interesse von Russland machen. Daher ist es gar nicht so verkehrt, das z.B. die USA auf die Gefahren der Energieabhängigkeit hinweisen. Es ist doch gewissermaßen wie beim Drogendealer. Erst wird man mit billigem Stoff angefüttert und wenn man abhängig ist, kann man die Preise bestimmen und hat die Abhängigen in der Hand. Verkehrt ist nur, das man das man versucht dieses zu verhindern.

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