Italien: auf der Spur des Big Business

Mafia und Flüchtlinge in Italien
Die russische Journalistin berichtet aus Italien, wo heute hunderttausende afrikanische Migranten hergebracht werden.

- Du bist aber eine mutige Frau! Ich hatte richtig Angst, als der typische Mafoiso uns angegriffen hat. Ich bin selbst Sizilianer. Die Mafia kann ich also mit meiner Nase spüren, egal wie sich nennen. Alle diesen „NGOs“, die Flüchtlinge nach Italien schleppen, heuern doch kleine Mafiosi speziell zum Schutz vor Journalisten an. Und das machen sie bewusst, denn die Mafiosi hassen Journalisten. Ich bin aber feige. Ich habe Angst vor Mafia.
Mein Dolmetscher Giuseppe ist total frustriert.
Ich versuche ihn aufzumuntern:
- Angst ist völlig normal. Besonders wenn man sich an die Schnauze dieses Mafioso erinnert. Und er kniff mich auch so schmerzhaft. Meine Arme sind ja ganz blau. Wir werden diese „humanitären“ Helfer anzeigen, und auch klären, wieso die sog. Menschenrechtler so wenig Respekt vor Journalisten haben.

Dieses Gespräch fand nach einer heftigen Auseinandersetzung der russischen Journalistin (und ihrem italienischen Dolmetscher) mit den Wächtern eines „Flüchtlingshotels“ in dem sizilianischen Castell'Umberto statt.

Das unvollkommene Paradies

Castell'Umberto ist eine winzige sizilianische Stadt ganz nah am Himmel. Um hierher zu gelangen, braucht man starke Nerven. Der schmale Weg scheint direkt in die Wolken zu führen. Dass die Siedlung so hoch in den Bergen liegt, hat geschichtliche Gründen. Sizilien war schon immer ein Leckerbissen für Eroberer aller Art. Dabei dienten die Berge als eine natürliche Schutzeinrichtung gegen fremde Horden. Und das war ein durchaus effektiver Schutz. Mindestens bis vor kurzem – bis man angefangen hat, die Invasoren heimlich und organisiert mit den Bussen hierher zu bringen...

„Wie Atommüll“,- scherzt der Bürgermeister von Castell'Umberto verbittert. Eines Tages hat er nämlich einen Anruf bekommen. Man hat ich einfach informiert, dass 50 junge Neger ohne Papiere nun in dem hiesigen Hotel wohnen werden.
- Das ist doch eine richtige Invasion! - zeigt sich der Bürgermeister immer noch empört, - unsere Kommune hat ja keiner gefragt, ob wir damit überhaupt einverstanden sind, mit den fremden Menschen zusammenzuleben. Das war gemein und - eben - postfaktisch. Wir wissen gar nicht, wer diese Leute sind, aus welchen Ländern sie stammen. Und sie alle haben auch noch ihre Pässe „vergessen“! Das ist aber noch halb so wild, denn wir wissen nicht einmal, woher all diese Flüchtlingshelfer kommen. Wir wissen also gar nichts. Und so was nennt sich Integration?  In Castell'Umberto herrscht wilde Arbeitslosigkeit. Früher hatten wir hier erfolgreiche Milchverarbeitungsbetriebe, aber wegen der Krise und Globalisierung sind sie alle pleite. Kaum zu glauben, aber heute müssen wir Milch im Ausland kaufen. Das ist doch absurd. Und was tun wir nun mit diesen dunklen Jungs?

- Der Staat soll doch deren Aufenthalt finanzieren, - sage ich vorsichtig - vielleicht kriegt eure Kommune davon was ab?
- Gar nichts! - erwidert der Bürgermeister wütend - das ganze Geld bekommen NGOs und andere „Helfer“. Wir sind nicht dabei.

Humanitäre Fäuste

Im Hof des „Flüchtlingshotels“ spielen schwarzhäutige Jungs Fußball. Einer von ihnen winkt mir zu und ruft „Ciao!“. Auf dem Hotelgebäude flattert, weiß Gott warum, die Schwulenflagge. Plötzlich läuft ein richtiger Riese auf uns zu: ein echter Fettberg, fleischige Nase, dicke Lippen und ein verachtungsvoller Gesichtsausdruck. Ich stelle mich vor und zeige meine Papier.
- Haut ab! - schreit der Mann darauf.
- Was erlauben Sie sich? - sage ich entrüstet, - ich bin Journalistin! Und wer sind Sie?
- Haut bloß ab! - schreit der Riese schon wieder auf und versucht mich von der Treppe zu stoßen.
- Hände weg, du fettes Schwein! - werde ich offensiv.
Nun kommt aus dem Hotel eine weitere bemerkenswerte Person: ein anmutiger junger Mann mit einem Schal um den Hals (bei +40 Grad!). Mit einer Geste befiehlt er seinem „Kettenhund“ zurückzuziehen. Ich stelle mich wieder vor. Ich erkläre ruhig, dass ich einen Bericht über Flüchtlinge schreibe.
- Es ist nicht erlaubt, sie zu filmen! - sagt der junge Mann, - das sind politische Flüchtlinge!
Ich schaue mir - mit Verwunderung - die fast kindischen schwarzen Gesichter an. Die Mehrheit ist sicher kaum über 20 Jahre alt. Politische Flüchtlinge also? Kennen die denn überhaupt das Wort „Politik“?
- Na gut, - stimme ich trotzdem zu, - ich will aber wissen, wer Sie sind. Welche Organisation vertreten Sie hier? Wir könnten doch ein Interview machen. Und auf jeden Fall sollten Sie sich vorstellen...
- Haut ab oder ich rufe Carabinieri, - droht der „Helfer“ mit Nachdruck.
- Mir ist es scheißegal, wen Sie rufen! Haben Sie etwas zu verbergen? Und wenn Sie mir nicht erlauben, die Flüchtlinge zu filmen, denn filme ich eben Euch, zumal Sie sich nicht vorstellen wollen und hindern mich auch noch in meiner journalistischen Tätigkeit.
Ich schalte meine Kamera ein. Darauf stürzen sich die beiden Männer über mich. Der „Helfer“ versucht meine Kamera kaputt zu machen, während der Riese meine Hände brutal blockiert. Mein Dolmetscher rennt weg, ich muss auch den Rückzug antreten. Also werden wir aus dem Hotel regelrecht rausgeschmissen.

Das Restaurant auf der anderen Straßenseite wird zu unserer neuen Verteidigungsstellung. Die Bude ist recht groß, aber leer. Die Wirtin stellt raffinierte sizilianische Gerichte auf den Tisch.
- Sie haben ein tolles Restaurant, aber wo bleiben die Gäste? - frage ich.
- Woher denn? - die Wirtin ist sichtlich genervt, - zumal wir nun solch eine besondere Nachbarschaft haben.
- Was ist denn falsch an den Nachbarn? Das sind ja über 50 Leute. Sie wollen doch bestimmt essen. Und hier in der Gegend haben Sie wohl gar keine Konkurrenz.
- Sie haben ja gar keine Vorstellung, was hier abgeht, - wundert sich die Wirtin, - die Flüchtlinge werden hier aus einer Stelle versorgt, die 30 km entfernt ist, und diese Stelle wird von sehr seriösen Menschen kontrolliert. Ich glaube, Sie verstehen mich. Flüchtlinge sind ein kolossales Geschäft, wo kleine Menschen nichts zu suchen haben.


Quelle

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