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01.02.2020

Brexit aus russischer Sicht


Grossbritanien
Großbritannien hat dem europäischen Traum und der Soft Power der Europäischen Union einen Schlag versetzt und damit einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen.


Dies teilte der Vorsitzende des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des russischen Föderationsrates Konstantin Kosachev den Reportern mit:
"Dies ist zweifellos ein Schlag gegen den europäischen Traum und die "weiche Macht" der EU, obwohl klar ist, dass die ewig subventionierten postsozialistischen Staaten daran nicht denken, aus einer komfortablen Union auszusteigen, in der alles für sie von den 'großen Brüdern' aus Brüssel entschieden wird. Es ist jedoch ein Präzedenzfall geschaffen worden, und als solcher ist er für die EU durchaus gefährlich."
Das europäische Projekt wurde bis jetzt, so der russische Senator, als eine Allianz freier und unabhängiger Staaten präsentiert, als eine Art heilige Ökumene für jeden europäischen Staat, als eine glückliche Endstation und ein ersehntes Ziel für jede europäische Nation, das nur durch endlose "Hausaufgaben", "Reformen" und Umsetzung von Vorschriften der "Übermenschen" aus Brüssel erreicht werden könnte. Außerdem war das auch die weiche Macht der Europäischen Union. Diese Soft Power hatte allerdings sehr harte Konsequenzen wie Staatsstreiche, Morde, Zwiste zwischen einst treuen Partnern, Bereinigungen von medialen und politischen Landschaften und installierte Wirtschaftskrisen.

Nun wurde diese Macht über Nacht in Frage gestellt. EU-Beitritte wurden bis heute regelrecht als Verkörperung des "jahrhundertealten Strebens" jedes europäischen Volkes nach Unabhängigkeit hoch gepriesen. Aber Großbritannien widerlegte diese These auf einen Schlag. Ab jetzt heißt es: Entweder die EU oder die Unabhängigkeit. Vorrangig wird nun also die Souveränität und das Recht, das nationale Schicksal bis hin zum Krummheitsgrad eigener Gurken selbst zu bestimmen. Das ist der eigentliche Sinn des Brexits.

Auch die Verbesserung der Beziehungen zwischen Großbritannien und Russland wären, so Kosachev, nicht ausgeschlossen:
"Es ist bestimmt einfacher für uns, Beziehungen zu souveränen Staaten aufzubauen, die nicht EU-Handlungsdirektiven berücksichtigen müssen".
"Großbritannien muss auch nicht mehr chronische Ängste der baltischen Länder oder Polens in Kauf nehmen, die alle Versuche vernünftiger Kräfte in Brüssel, normale Kontakte mit Russland wiederherzustellen, zum Scheitern bringen."
Abschließend meinte Herr Kosachev:
"Ja, unsere bilateralen Beziehungen sind heute an einem der tiefsten Punkte in der Geschichte. Und ich glaube nicht, dass es momentan allzu viel Raum für Verbesserungen gibt. Aber immerhin haben wir nun einige Anhaltspunkte mehr, um über ein besseres Verständnis zwischen den Ländern nachzudenken."
Quelle

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1 Kommentar:

  1. Ein Anfang ist gemacht, danke Boris Johnson. Weitere Pfeiler werden fallen, DEXIT leider noch nicht....
    Merkel muss weg!

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