15.06.2018

Russen aus chinesischer Sicht

Chinesischer Journalist schreibt über die Russen
Sheng Shiliang, Vizepräsident der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua in Moskau, leitender Korrespondent. Seit mehr als 10 Jahren lebt und arbeitet er in Russland.

Neulich wurde in der chinesischen Ausgabe Shanghai Observer sein großer Beitrag über Russland und Putin veröffentlicht. Aber die ersten Zeilen seines Artikels hat Herr Shiliang dem russischen Volk gewidmet. Sie sind durchaus interessant und kommen hier in deutscher Übersetzung.

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Russen sind recht ungezügelt. Im ersten Band des bekannten Romans "Der stille Don" heißt es, dass es in Russland ein verbreiteter Hochzeitsbrauch ist, zuerst Spaß zu haben und viel zu trinken, und dann sich zu schlagen. Die Russen bestätigen das gern: „Was für eine Hochzeit ohne Schlägerei?!“ Also scheuen sie keine Keilereien. Vielleicht gerade deswegen spielen sie so gut Eishockey...

Die Chinesen haben ein Sprichwort: „Nicht mit Gewalt, sondern mit Geschick gewinnen“, also sind wir es gewohnt, die sanfte Durchsetzungskraft mit der harten zu kombinieren. Die Russen sind anders. Sie sind eher draufgängerisch. Ihr Sprichwort lautet: „Gegen eine Brechstange hilft nur eine andere Brechstange“.

Vor drei Jahren sagte Putin auf einer Konferenz eine Phrase, die den chinesischen Journalisten tief beeindruckt hat: „Noch vor 50 Jahren haben mich die Straßen von Leningrad eine Regel gelehrt: wenn die Schlägerei unvermeidbar ist, soll man als Erster zuschlagen“.

Von den Russen kann man nicht erwarten, dass sie schlechte Behandlung still hinnehmen. Ihr Grundprinzip lautet „Auge fürs Auge“. Das wurde auch in der jüngsten Geschichte am Beispiel von zwei großen Kriegen (mit Frankreich und Deutschland) bewiesen.

Russen aus chinesischer Sicht Rating: 4.5 Diposkan Oleh: Rus Funker

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