Bericht von einer Demo

Bericht russischer Journalistin aus Dresden
Die russische Journalistin berichtet nun - etwas verblüfft - von einer Pegida-Demo in Dresden. 

Montag. Das Zentrum von Dresdner wird von vielen Polizeiautos umzingelt. Musiker in Trachten spielen Volkslieder, ältere Frauen und Männer singen und bödeln. Es gibt aber auch genug junge Leute mit herausforderndem Gesichtsausdruck.

Plötzlich erstarrte ich zur Salzsäule, denn ich sehe hier russischen Flaggen. Einer davon ist ganz besonders: halb russisch, halb deutsch. Der Fahnenträger bemüht sich, mir in gebrochenem Russisch zu erklären, dass das ein Symbol der russisch-deutschen Einheit sei.

Es laufen auch viele Jungs in T-Shirts mit Putin-Bild. Plakate mit Putin und gleich daneben Plakate, wo Merkel mit Schweineohren abgebildet wird. Oder Merkel in Nazi-Uniform und Euro-Zeichen, das dem Hakenkreuz ähnlich aussieht. Bilder mit gekreuzten muslimischen Frauen in Burkas.
Aufrufe zur „Freundschaft mit Russland“ und zum „Krieg mit NATO“.

Also wo bin ich denn jetzt? Ist das Deutschland? Viele Demonstranten haben Kuschelschweine in der Hand. Ein mastiges Schwein ist doch das Symbol vom wohlhabenden christlichen Deutschland. Also - kein Halal! „Es lebe Russland!“- erschallen plötzlich die Aufrufe um mich herum. Eine ältere begeisterte Frau wiederholt immer wieder: „Mein Herz gehört Putin“.
Mir wird langsam schwindlig.
- Warum glaubt ihr Putin? - wundere ich mich. Der Mann neben mir heißt Michael. Er klärt mich auf: - Er ist der einzige globale Entscheidungsträger, der gegen den Terrorismus kämpft. Im Übrigen, wer ist denn sonst glaubwürdig? Etwa unsere proamerikanische Marionette, die die Grenzen für Fremde offen hält? Die Invasoren vergewaltigen unsere Frauen und toten unsere Männer. Sie essen unser Brot, aber sie hassen unsere Religion und haben vor, in Deutschland ein Kalifat aufzubauen.
- Aber in Ostdeutschland sehe ich so gut wie keine Ausländer...
- Genau! Und wir tun alles, damit das auch so bleibt. Wir sind aber keine Rassisten. Andererseits muss jeder, der sich in unserem Land aufhält, die Gesetze dieses Landes respektieren.

Ich erzähle Michael darüber, was ich in München gesehen habe. Es waren junge hysterische Dumpfbacken, sie schrien: „München ist bunt!“ und „Wir lieben Flüchtlinge!“. Ich erinnere mich noch, wie ein paar tausend „Liberalen“ einige wenige zurechnungsfähige Menschen schlagen wollten, die gegen die Islamisierung Deutschlands demonstriert haben. Nur die Polizei konnte damals die Schlägerei verhindern.

- Das ist klar, das sind doch Wessis, - erwidert Michael verächtlich. - Die glauben doch alles, was ihre blöde Zeitungen schreiben. Aber wir sind in der DDR aufgewachsen. Wir sind anders. Wir sind gegen die Propaganda immun. Und genau das haben wir mit Russen gemeinsam!

Ein AfD-Abgeordneter teilt diese Meinung auch:
- Ja, wir - die Russen und die Ostdeutschen - sind misstrauisch. Und die kleinste Spur von Propaganda riechen wir auch sofort. Das ist der beste Schutz vor Illusionen. Westdeutschland war das Schaufenster des idealen Kapitalismus, und als solches hat es 50 Jahre lang ein ungetrübtes Leben geführt. Die da drüben sind total überzeugt, das ihnen nichts Schlimmes zustoßen kann. Wessis sind unrealistisch, sie sind einfach nicht in der Lage vernünftig analysieren, was jetzt passiert. Die DDR-Bürger wussten ganz genau, dass die Lüge ein integraler Bestandteil des Lebens ist. Sie wurden oft belogen, das war aber für sie kein Geheimnis. Und im Leben störte diese Lüge auch nicht äußerlich.
Damals war ich ein glücklicher junger Mann, erfolgreich im Studium, bekam mein Stipendium und hatte vor, im Ausland auf Kosten der DDR weiter zu studieren. Ich war sicher, dass auch morgen das Leben immer noch in Ordnung ist. Und dann brach alles zusammen.
Die jungen Leute hatten es vielleicht einfacher, sie sind flexibler. Für die Älteren war das eine schwere Zeit, Scheitern aller Träume. Aber viele von ihnen waren standhaft genug, um einen Neuanfang zu wagen. Sie wissen genau, dass das Leben kein Paradies auf Erden ist, der Erfolg muss schwer erarbeitet werden, aber er bleibt trotzdem unbeständig. Wir freuen uns über das vereinte Deutschland. Wir sind bereit für unser Land zu kämpfen. Das ist aber kein Nationalismus. Das ist lediglich unsere einzige Überlebenschance. Und auch in diesem Sinne können uns die Russen wohl am besten verstehen. Während der Perestroika haben auch sie ihre Identität verloren, und gewinnen sie erst jetzt wieder. Wessis haben allzu lange im abgesicherten Paradies gelebt, und sie sind leider nicht mehr fähig, zu kämpfen. Die Verkörperung ihrer Kultur ist Conchita Wurst. Mit solch einem Leitstern kann man das Land nicht schützen.
Aber wir können das!

Hier muss ich aufseufzen: - Sie wissen doch, Deutschland ist ein NATO-Mitglied, und ein von den USA immer noch besetztes Gebiet. Geheime Verträge, wissen Sie...
- Davon will ich nichts wissen, - sagt der AfD-Politiker mit ironischem Lächeln.
- Dennoch wird herumgesprochen, dass es einen Pakt zwischen den USA und Deutschland gibt...
- Die ganze Weltgeschichte hat schon mehrmals bewiesen, dass alle Vertrage nichts mehr als nur ein Stück Papier sind. Wenn die Welle des Volkszorn schlägt, fegt sie alles weg. Wir haben schon den Zusammenbruch der UdSSR, Jugoslawien, der DDR, des Warschauer Vertrags gesehen.
Das Gleiche kann auch der NATO oder der EU passieren. Sobald die Idee reif ist, und sie die Gemüter beherrscht, werden juristische Akte nichtig. Deutschland wird wieder mächtig und selbstständig. Es wird seine Interessen wieder schützen können. Dann versinken alle geheimen Abmachungen im Aktenstaub.

Quelle

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Sehr guter Beitrag. Schön wäre es aber, wenn immer das Datum angegeben würde. Vielen Dank.