22.05.2017

Vergebliches Warten auf die Russen

Übersetzung eines Postings über die russische Armee
Dieses Posting ist nicht neu. Seit zwei Jahren wandert es in der russischen Blogosphäre und verliert irgendwie nicht an Beliebtheit. An der Aktualität auch nicht. Das ist eine Art Appell an Odessa und seine Bewohner. Nun kommt es in der deutschen Übersetzung.

Im Laufe der Zeit bekommt man aber langsam das Gefühl, dass sich nicht nur die Odessaer von diesem Posting angesprochen fühlen könnten...


Die Russen kommen nicht nach Odessa. Sie kommen weder mit Panzern noch mit Hubschraubern. Es kommen keine „höflichen grünen Männchen“ mit Maschinenpistolen um den Hals. Genauso wie sie auf den tobenden Kiewer Maidan nicht kamen. Weder im Dezember, noch im Januar, noch im Februar. Sie kamen nicht auf den Maidan und zerstreuten ihn nicht in alle Winde. Sie kommen auch nicht nach Odessa.

Egal wie viel und wie grausam die Menschen ermordet werden. Egal, wer die Mörder sind. Die Russen kommen nicht, um russische bzw. prorussische Odessaer zu retten, um den Völkermord zu ahnden.

Die Russen kommen nicht in die Ukraine. Ob das für jemand gut oder schlecht ist, sie kommen nicht dahin. Die Prorussischen sollen endlich aufhören, um Hilfe und nach der russischen Armee zu rufen. Die Gegner Rußlands sollen endlich aufhören, paranoid gegen Russen zu hetzen.
Die russische Armee kommt nicht.

Warum?
Eine einfache Rechenübung. Die Heldenstadt Odessa hat ca. 1 Mio Einwohner. An dem Tag des Massenmordes standen ein paar hundert Prorussischen gegen ein paar tausend ukrainische Nationalisten.
Jetzt kommt die Frage:
Falls die Ukro-Nazis in Odessa in der Mehrzahl sind, was für eine Stadt ist Odessa? Prorussisch oder pro-"banderisch"? Nach alldem, was passiert ist, paßt hier der Name „Banderstadt“ wohl besser. Nicht wahr?
Dann kommt die zweite Frage:
Wo waren die ganzen Odessaer - die ganze Million - als die Menschen in Gewerkschaftshaus lebendig brannten? Wo war diese Million am nächsten Tag? Wo steckt sie heute?

Ich weiß, wo sie sind. Sie sind zu Hause. Oder im Büro. Oder auf der Datscha. In der Kneipe vielleicht. Es gibt viele schöne Plätze, wo man vom Krieg, der ja schon lange da ist, nichts mitbekommt.

Und nun kommen die Hauptfragen:
Wohin und wozu soll denn die russische Armee kommen? Wen soll sie retten und schützen? Wozu soll sie denn in der Millionenstadt aufkreuzen, wo die Menschen das Leben genießen, während ihre Landsleute ermordet werden? Sie läuft sicher Gefahr, von dieser sorglosen Million als "die russischen Okkupanten" genannt zu werden. Braucht sie das wirklich? Was hat die russische Armee in der Banderstadt zu suchen, wo nur eine Handvoll Menschen es für nötig hält, mit den Nazis zu kämpfen?

Also liebe Odessaer, die Russen kommen nicht.
Die Russen kommen nie in die Städte, wo die Nazis ungestört marschieren. Die Russen kommen nur dann und nur dorthin, wo sie als Befreier mit russischen Fahnen und Blumen begrüßt werden.
Wie auf der Krim.

Und in eurem Fall, liebe Odessaer, haben die Russen guten Grund skeptisch zu sein. Darum kommen die Russen nicht. Weder heute, noch morgen, noch übermorgen.

Im Übrigen sind sie schon in Odessa. Seit 200 Jahren. Und sie haben diese Stadt seitdem auch nie verlassen. Denn ihr seid die Russen. Oder nicht? Oder doch? Dann habt ihr das zu beweisen!

Quelle
* Dies ist eine Artikel-Übersetzung aus dem Russischen ins Deutsche.
Vergebliches Warten auf die Russen Rating: 4.5 Diposkan Oleh: Rus Funker

Kommentare:

cobobka hat gesagt…

Aus den genannten Gründen werden sie auch nicht nach Deutschland kommen, um uns erneut zu befreien.

cobobka hat gesagt…

Der Schreiber des Textes hat einen Ort vergessen, der es verdient hätte, von den "Russen" gerettet zu werden. Mariupol. Dort gab es heftigen Widerstand, der zahlreiche Opfer forderte. Und kurz vor Minsk2 wurde der Ort ein zweites Mal verraten. Die ukrainischen Militärs hätten sich zurückgezogen. Nur noch die Nazi-Bataillone waren vor Ort, deren Standorte allerdings von den Einwohnern regelmäßig gebloggt wurden, damit die Volkswehr sie rechtzeitig eliminieren konnte.

Wenn sie denn gedurft hätte. Sie brauchte nur noch in die Stadt einzumarschieren, sie wie ein reife Frucht zu pflücken und wurde dann von "oben" zurückgepfiffen. Die Übernahme der Stadt wurde untersagt. Und dafür haben die Einwohner teuer bezahlt und zahlen noch immer mit ihrem Blut, während der Ort zu einer Festung ausgebaut wurde.

Für die Einnahme von Mariupol hätte man keine Russen gebraucht. Sie waren es, die diese verhinderten, weil es, so wird gemunkelt, Absprachen mit dem dortigen Oligarchen Achmetow gab.

Auch in Charkow gab es Widerstand. Und dieser war so bedrohlich für das Regime, dass man den Einwohnern sagte, der gesamte Ort sei mit Grad-Raketenwerfern umstellt. Wenn es einen Aufstand gäbe, dann würde man die Stadt gnadenlos zusammenschießen.

https://www.youtube.com/watch?v=Pmp0AaItuwU

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