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22.09.2020

Russlands Zeit bald zu Ende?


Russische Botschaft in Tallinn
Hier ist eine inoffizielle Übersetzung des offiziellen Kommentars der russischen Botschaft in Estland (wie auf Facebook veröffentlicht).


Nach Meinung der estnischen Präsidentin K. Kaljulaid, die sie am 14. September dieses Jahres im Interview für die Nationale Rundfunkgesellschaft Estlands äußerte, ginge die Zeit Russlands langsam zu Ende.

Um diese These zu untermauern, wurde auf Russlands Schwäche in wirtschaftlicher Hinsicht sowie auf seine aus demografischer Sicht angeblich äußerst schlechte Situation verwiesen.

Logischerweise stellt sich nun die Frage, wie viel Zeit denn genau das Staatsoberhaupt Estlands unserem Land zugemessen hat.

Derartige Vorhersagen haben eine lange Tradition. Seit über tausend Jahren russischer Geschichte gab es viele bemerkenswerte Beispiele dafür.

Während des tatarisch-mongolischen Jochs konnte Rus[sland] nicht gebrochen werden. Die napoleonische „Große Armee“ wurde mit dem russischen Staat auch nicht fertig. Im April 1945 fand der besessene Führer im unterirdischen Bunker unrühmliches Ende, als sein Traum vom neuen „Lebensraum“ auf dem russischen Territorium scheiterte. US-Präsident Barack Obama schrieb auch mal unser Land ab, als er ankündigte, dass Russlands Wirtschaft durch Sanktionen „zerfetzt“ worden wäre. In den jetzigen Prophezeiungen der estnischen Präsidentin kann man ähnliche Einschätzungen erkennen.

Doch immer wieder Pech gehabt: Nach vielen schwierigen Prüfungen führt Russland weiterhin ein erfülltes Leben und meistert erfolgreich anstehende Herausforderungen.

Was hat denn der kollektive Westen durch die Verhängung der Sanktionen gegen unser Land erreicht? Die Antwort liegt auf der Hand: Er erreichte die Mobilisierung interner russischer Ressourcen. Das bisher kaum bekannte Wort „Importsubstitution“ wurde zum nationalen Motto. Dabei verloren europäische Exporteure, die gezwungen waren, ihre Geschäftsaktivitäten auf dem russischen Markt einzuschränken, Hunderte von Milliarden Dollar und Euro. Über Nachteile dieser Sanktionen für die europäische Wirtschaft und die damit verbundene Müdigkeit kann man auch in Estland hören, denn der Handelsumsatz zwischen unseren Ländern im Sanktionen-Zeitraum hat sich fast halbiert (von 5,3 Mrd. USD im Jahr 2014 auf 2, 9 Mrd. USD im Jahr 2019).

Wurden diese „Strafmaßnahmen“ etwa zum Hindernis für die Durchführung in Russland bedeutender internationaler Veranstaltungen, wichtiger Wirtschaftsforen, Studentenuniversiaden oder Sportwettbewerbe, wie z. B. der FIFA-Weltmeisterschaft 2018? Die Antwort ist ein klares Nein.

Die Sanktionen konnten nicht einmal verhindern, dass Russland im Jahr 2019 den 6. Platz weltweit und den 2. Platz in Europa in Bezug auf das nationale Bruttoinlandsprodukt einnahm.

Die technologische Kraft unseres Landes wurde durch den Bau von 19-km-langen Auto- und Eisenbahnstrecken der Krimbrücke in kürzester Zeit verdeutlicht.

Immer wieder widerlegt also die Geschichte Russlands katastrophale Vorhersagen über sein Schicksal und seine Zukunft.

Dabei setzen real denkende Politiker im heutigen Europa einen aktiven Dialog mit Moskau fort, und sie erkennen auch, dass viele Probleme, mit denen unser Kontinent konfrontiert ist, für alle europäischen Länder gleichermaßen wichtig sind, und dass sie in Zusammenarbeit und nicht in Konfrontation gelöst werden müssen.

16. September 2020

Quelle

Russlands Zeit bald zu Ende? Rating: 4.5 Diposkan Oleh: Admin

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