03.05.2018

Gräueltat des Stalinismus

Zeitung aus der Stalin-Zeit
Auszug (s. Abbildung) aus einer sowjetischen Zeitung aus Stalin-Zeiten.

Über die Nutzung der Ruhetage vom Kommunisten und Ingenieuren Genossen Kortelew

Beschluss des Büros des Stadtkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion vom 15. Januar 1935

Das Büro des Stadtkomitees stellt fest, dass Genosse Kortelew B.P., der stellvertretende Chef-Ingenieur des Woroschilow-Bergwerks von seinen Ruhetagen systematisch keinen Gebrauch macht. Dadurch verstößt er gegen die geltende Ruhetagsverordnung, sowie beraubt sich der Gelegenheit, aktuelle technische Zeitschriften und allgemeine Zeitungen zu lesen und dadurch sein Wissensniveau zu erhöhen. Außerdem wird die Familie vom Genossen Kortelew durch sein ständiges Aufhalten im Bergwerk und durch seine Nichtnutzung der Ruhetage vernachlässigt.

Hierzu erlässt das Büro seinen Beschluss:

1. Genossen Kortelew wegen seines falschen Verhaltens zu mahnen und ihm zu empfehlen, die Ruhetage ordnungsgemäß zu nutzen.

2. Unter der Berücksichtigung der Tatsache, dass die Fälle eines solchen Fehlverhaltens auf Bergwerken und generell in dem ganzen Bezirk einen massenhaften Charakter haben, werden die Direktoren der Bergwerke Genossen Owsjannikow, Kuragin und Judkin verpflichtet, die Bergingenieure zu zwingen, ihre Ruhetage zu nutzen, sowie Personen, die derartige Ordnungsverstösse anregen, zur Verantwortung zu ziehen.

Gräueltat des Stalinismus Rating: 4.5 Diposkan Oleh: Rus Funker

1 Kommentar:

Hauke Haien hat gesagt…

Großartiges Dokument ! Gab es damals schon eine Satire-Zeitschrift, war das ein Aprilscherz, ein beliebter Witz damals oder jemand hat das mal jemand geträumt, anderen erzählt und alle haben darüber gemeinsam gelacht ? Alternativ wäre es auch möglich, das man das ausländischen Besuchern damit die das Märchen vom Arbeiter- und Bauernparadies glauben...

Oder es könnte auch der Anlaß gewesen sein, die Direktoren der Bergwerke für etliche Jahre ins GuLag zu verfrachten. Ich hatte die letzten Tage von Solschenizyn, Alexander die ersten 2 Teile von seinem Werk 'Der Archipel GULAG: gelesen. Noch nicht mal da wurde so etwas absurdes berichtet. Höchstens das einige eine Auszeichnung, Reise oder so bekamen, und auf dem Weg dahin verhaftet und für mehrere Jahre Zwangsarbeit bekamen. Die angeblichen Rechte der Menschen standen doch nur auf dem Papier, selbst die von Frauen und Müttern. Natürlich gab es damals auch ein Strafgesetzbuch und eine Strafprozeßordnung - nur gab es die weder zu kaufen, noch waren diese der Bevölkerung bekannt.

Wer sich also über die wirklichen Verhältnisse damals informieren möchte - sollte wenigstens mal die Bücher von ihm lesen. Kann man über http://de.b-ok.org/ finden. Dann weiß man, wie das System damals wirklich war, dessen Sieg man vorige Woche gefeiert hat. Es wäre aus moralischen Gründen angebracht den Tag als Volkstrauertag zu begehen, denn nach dem Krieg ging das Morden an den Russen und Osteuropäern weiter. Millionen wurden in die GuLags transportiert. Auch Mao verhalf man zur Macht, der dem russischen Beispiel folgen konnte und auch für zig Millionen Opfer sorgen konnte.

Und da sollen welche wegen Nichteinhaltung von Ruhezeiten auch nur ermahnt worden sein ? Da fällt einem doch gleich der Sketch von der britischen Gruppe Monty Python ein, mit der Geheimwaffe: einem absolut tödlichen Witz...
Soll aber kein persönlicher Vorwurf sein, die Verbreitung von politischen Märchen durch die Sowjetunion und seit etwas über 1 !/2 Jahrzehnten auch wieder in Russland, ist bekannt. Das ist hier im Westen ähnlich, nur umgekehrt.

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