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21.04.2020

Belarus: gegen das Virus und den Rest der Welt


Lukaschenko

Die Situation in Belarus (Weissrussland) wird langsam immer spannender.


Dort lehnt Präsident Lukaschenko "herkömmliche" also in den Nachbarländern (inkl. Russland) eingesetzte Maßnahmen gegen das Coronavirus bei weitem ab und setzt auf eigenes System, dass im Allgemeinen darin besteht, Bürger in keiner Weise einzuschränken und nur symptomatisch behandeln zu lassen. Die Coronavirus-Pandemie nennt Präsident Lukaschenko Psychose oder Hysterie. Mittlerweile wird es von Tag zu Tag offensichtlicher, dass das weißrussische Staatsoberhaupt damit doch Recht haben könnte. Das wäre aber für die ganze "zivilisierte Welt" wirklich peinlich.

Als Kostprobe der weißrussischen Auffassung vom Coronavirus kommt nun ein Beitrag der weißrussischen Presseagentur Belta (ihre Website gibt es, übrigens, auch in deutscher Version, durchaus zum Reinschauen).

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Belarus ist besser auf die Bekämpfung des Coronavirus dank der Erhaltung notwendiger Strukturen im Gesundheitssystem vorbereitet. Das erklärte der belarussische Präsident, Alexander Lukaschenko, heute während des Besuchs des Textilbetriebs „Slawjanka“ in Bobruisk, wie ein BelTA-Korrespondent bekanntgab.

„Jetzt wurde dieses Coronavirus zur Politik. Alle sehen und wollen Lukaschenko und Belarus beißen, weil sie abtrünnig geworden sind. Seien Sie also nicht überrascht. Das ist deswegen, weil wir das System beibehalten und in Ordnung gebracht haben. Und zufällig sind wir mehr oder weniger bereit für diese Infektion und für andere“, unterstrich Alexander Lukaschenko.

Der Präsident wies gleichzeitig darauf hin, dass das Coronavirus und ähnliche Infektionen weitaus weniger Todesfälle verursachen als beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes mellitus. „Die Welt macht sich über mich lustig, besonders Russland. Lukaschenko sagt, in Belarus ist niemand am Coronavirus gestorben. Ich wiederhole noch einmal: Niemand ist am Coronavirus gestorben, sogar im Gebiet Mogiljow. Alle sterben an chronischen Krankheiten. Die Menschen mit schwacher Immunität sind vom Virus am häufigsten betroffen“, sagte der Staatschef.

In diesem Zusammenhang forderte er, auf keinen Fall die Behandlung anderer Krankheiten einzustellen und die geplanten medizinischen Untersuchungen der Bürger fortzusetzen, weil der Patient das Vorhandensein einer schweren Krankheit nicht bemerken kann.

Quelle
Belarus: gegen das Virus und den Rest der Welt Rating: 4.5 Diposkan Oleh: Admin

Kommentare:

  1. Hat es wegen dieses Charakterzuges der Weissrussen meinen Ahnen da so gut gefallen?

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  2. Großartig, Präsident Lukaschenko.
    Wie ist das Leben in Corona-Zeiten unter Putin?
    Danke für Ihre Lagebeschreibung, werter RusFunker.

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  3. Geehrter RusFunker,
    heute erzählte mir eine Verkäuferin an einer Käsetheke, dass sie Verwandte in Kasachstan hat, die ihr Schreckliches über die Corona-Maßnahmen berichten.
    Da werden Türen mit Brettern vernagelt und eine Wachperson steht davor und
    achtet darauf, dass kein Corona-Verdächtiger aus dem Haus gelangt.Es sollen schon Menschen verhungert sein.

    Und ich war der Meinung, Putin hat die Corona Einschränkungen beendet.
    Können Sie mich darüber aufklären, soweit möglich?

    Danke vorab und
    herzliche Grüsse!

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    1. Hallo! Über die Situation in Kasachstan kann ich nichts Bestimmtes sagen. Gerüchte an der Käsetheke sind aber auf jeden Fall mit Vorsicht zu genießen. Auf die Schnelle habe ich nun tatsächlich einen Bericht aus Kasachstan gefunden, wo es um eine angeblich verschweißte Eingangstür des Mehrfamilienhauses in dem kasachischen Aktau ging. Aber auch diese Nachricht wurde von den lokalen Behörden dementiert. Was Russland angeht, so werden hierzulande Corona-Maßnahmen nach und nach gelockert. Das betrifft aber hauptsächlich Großstädte, die sowieso von Einschränkungen am meisten betroffen sind bzw. waren. In der russischen Provinz hat man sich dagegen eher weniger von der ganzen Corona-Hysterie beeindrucken lassen. Auch Putin hat die Regelung der Corona-Einschränkungen größtenteils den regionalen Behörden überlassen, was in einem sehr unterschiedlich besiedelten Land auch nachvollziehbar ist. Generell gelten auf der "Bundesebene" immer noch merkliche Einschränkungen im Grenzverkehr (vor allem für Touristen). Die Situation entwickelt sich aber sehr dynamisch. Darum empfiehlt es sich, in jedem konkreten Fall russische Reiseforen zu konsultieren, wo Reisende ihre praktischen Erfahrungen beinahe online austauschen. Das hilft meistens viel besser, als Vorschriften zu studieren, zumal behördliche Verordnungen in Russland traditionell nur am Anfang streng eingehalten werden, dann mildern sie sich irgendwie von alleine. :)

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    2. Danke für Ihre Antwort! Zu "Gerüchte an der Käsetheke..", ;-) grundsätzlich gebe ich ihnen natürlich recht. In diesem Fall handelte es sich jedoch um eine hier lebende Kasachin, die diese Schilderung von ihrer Tante bekam.

      Viele Deutsche hoffen auf Putin, schreiben ihn an mit der Bitte um Befreiung
      von der momentanen Regierung und Wiederherstellung unserer Souveränität.

      Ich grüsse Sie herzlich!

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