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03 November 2021

Archivbericht

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Impfstoff gegen Grippe

Bei der Durchsicht einer Archive des sowjetischen Fernsehens stieß ich auf einen bemerkenswerten Fernsehbericht der Sendung "Wremja" (so etwas wie deutsche "Tagesthemen") vom 06. Mai 1979.

Im ersten Teil des Berichts wird eine neue Methode der Impfstoffherstellung in der Sowjetunion präsentiert, und im zweiten Teil spricht der Journalist mit einem der Entwickler dieser neuen Methode Professor Friedrich Saweljewitsch Noskow, der damals am Pasteur-Forschungsinstitut (Leningrad / Sankt-Petersburg) als stellvertretender Direktor für wissenschaftliche Arbeit tätig war. Herrn Noskow zufolge gelang den Virologen selbst in jenen "vorsintflutlichen" Zeiten locker, eine effektive und schnelle Zusammenarbeit auf internationaler Ebene zu organisieren, um den richtigen Impfstoff im Voraus herzustellen sowie eine entsprechende Impfkampagne lange vor dem Auftreten einer neuen Infektion durchzuführen. Im 21. Jahrhundert scheint dies eine nicht mehr erreichbare Leistung zu sein.


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11 November 2018

Sowjetische Ausbildung

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sowjetische ausbildung in den usa

Die Cornell University ist eine der größten und berühmtesten Universitäten der USA, die unter anderem auch zur elitären Ivy League gehört.


Der heutige Assistant Professor an der University of California, Flip Tanedo, wurde an der Cornell University – nach dem Studium in Stanford und Cambridge – zum Doctor of Philosophy in Physics promoviert.

In seiner Dissertation, die auf der offiziellen Webseite der Uni zu finden ist, schriebt er beiläufig:

A ist ein Faktor, der schwer zu berechnen ist, es sei denn, man wurde in der UdSSR ausgebildet.



Link zum Fundstück
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03 Mai 2018

Gräueltat des Stalinismus

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Zeitung aus der Stalin-Zeit
Auszug (s. Abbildung) aus einer sowjetischen Zeitung aus Stalin-Zeiten.

Über die Nutzung der Ruhetage vom Kommunisten und Ingenieuren Genossen Kortelew

Beschluss des Büros des Stadtkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion vom 15. Januar 1935

Das Büro des Stadtkomitees stellt fest, dass Genosse Kortelew B.P., der stellvertretende Chef-Ingenieur des Woroschilow-Bergwerks von seinen Ruhetagen systematisch keinen Gebrauch macht. Dadurch verstößt er gegen die geltende Ruhetagsverordnung, sowie beraubt sich der Gelegenheit, aktuelle technische Zeitschriften und allgemeine Zeitungen zu lesen und dadurch sein Wissensniveau zu erhöhen. Außerdem wird die Familie vom Genossen Kortelew durch sein ständiges Aufhalten im Bergwerk und durch seine Nichtnutzung der Ruhetage vernachlässigt.

Hierzu erlässt das Büro seinen Beschluss:

1. Genossen Kortelew wegen seines falschen Verhaltens zu mahnen und ihm zu empfehlen, die Ruhetage ordnungsgemäß zu nutzen.

2. Unter der Berücksichtigung der Tatsache, dass die Fälle eines solchen Fehlverhaltens auf Bergwerken und generell in dem ganzen Bezirk einen massenhaften Charakter haben, werden die Direktoren der Bergwerke Genossen Owsjannikow, Kuragin und Judkin verpflichtet, die Bergingenieure zu zwingen, ihre Ruhetage zu nutzen, sowie Personen, die derartige Ordnungsverstösse anregen, zur Verantwortung zu ziehen.

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26 Oktober 2017

Geschichtslügen

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Der zweite Weltkrieg
Neulich habe ich einen Leserbrief mit der folgenden Frage dankend erhalten:

Gibt es eine politische Richtung in Russland, die zurechten Völkerverständigung die Geschichtslügen des 20. Jahrhunderts nicht anerkennt? Wenn ja, wieso wird diese Organisation, Partei oder unorganisierte Mehrheit nicht öffentlich wahrgenommen? Wieso macht sie sich nicht bemerkbar? Gibt es in Russland Zensur?

(Dabei werden unter den „Geschichtslügen des 20. Jahrhunderts“, wenn das richtig verstanden wurde, hauptsächlich kontroverse Auslegungen des Anfangs des Krieges zwischen Deutschland und der UdSSR im Jahre 1941 gemeint.)

Eine politische Organisation bzw. Partei, die ihre politischen Ziele durch Ereignisse des Jahres 1941 definiert, ist in Russland wohl kaum vorstellbar. Schon gar nicht, wenn es um die geschichtliche Version von Viktor Suworow geht, wo die traditionelle Rollenverteilung Täter / Opfer zwischen Deutschland und der UdSSR ziemlich unkonventionell dargestellt wird. Der Grund ist einfach – das bringt keinen klaren politischen Nutzen.

Ansonsten gibt es bestimmt Gruppen in Russland, die sich für das Thema interessieren. Das sind jedoch meistens Historiker, die sich tatsächlich außerhalb ihrer Fachkreise kaum bemerkbar machen. Das hat aber bestimmt nichts mit Zensur zu tun, vielleicht eher mit Besonnenheit. Denn die Geschichte hat sich inzwischen als eine sehr manipulative wissenschaftliche (?) Sparte erwiesen. Und wer heute historisch als Bösewicht gilt, kann morgen locker zum Helden erhoben werden, aber auch umgekehrt.

Insofern trägt die Anerkennung der sog. Geschichtslügen des 20. Jahrhunderts offensichtlich kaum zur Völkerverständigung bei, eher ist das Gegenteil der Fall.

Dagegen würde die Erkennung und Bekämpfung der Gegenwartslügen, die heute durch Massenmedien massiv zerstreut werden, die Völkerverständigung mit Sicherheit fördern. Daran scheint aber keine Staatsmacht so richtig interessiert zu sein.
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31 August 2017

In der Einheit - unsere Kraft

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Sowjetische Armee in Deutschland
Heute vor 23 Jahren, also am 31.08.1994, haben die letzten sowjetischen Truppen Deutschland verlassen.
Die Überschrift dieses Postings stammt übrigens aus dem beigefügten Video (1:52).


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26 Mai 2017

DDR: Vom Osten verraten - vom Westen beraubt

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Ostdeutschland verraten und verkauft
Die russische Journalistin berichtet weiter aus Ostdeutschland.

... Die ganze Atmosphäre wurde plötzlich anders. Es bildete sich rasch eine Ellbogengesellschaft. Die Solidarität und Hilfsbereitschaft wurden rar. Es gab keine Kollegen mehr - nur Konkurrenz.
Diejenigen, die die Arbeit hatten, schufteten wie verrückt. Kein Zeit fürs Kino oder Theaterbesuche, wie das in der DDR üblich war. Die Arbeitslosen glitten in Verfall.

Manche Leute verloren ihre Wohnungen und Häuser. Aus einem unschönen Grund. Viele Ostdeutsche wohnten in Häusern, die während des Krieges zerstört wurden. In diesem Sinne hatte Westdeutschland etwas mehr Glück gehabt.
Auch die Baumaterialien waren im Osten knapp. Aber im Laufe von 40 Jahren konnten die Häuser mit Mühe repariert werden. Und die Ostdeutschen waren oft sehr stolz auf ihre „Villen“.
Nach der Wende kamen aber die lieben westlichen Verwandten, die den Ostdeutschen vorher meistens nur durch die zugeschickten Weihnachtskarten bekannt waren, persönlich und erklärten ihre Ansprüche auf Immobilien, die gern auch in Geldform befriedigt werden dürfen. Aber so viel Geld konnten viele DDR-Bürger nicht haben. Und falls kein Geld parat war, dann mussten oft die Häuser verkauft werden. Manchmal spielten dabei wirklich tragische Geschichten ab...

Aber das Schlimmste war ein totaler Elitenwechsel. Aus dem Westen strömten Glücksritter, um die besten Stellen im Osten zu besetzen. Sie waren vielleicht nicht sonderlich erfolgreich, aber für die neuen Machthaber vertrauenswürdig. Bis heute stammen zum Beispiel in Leipzig ca. 70% der „Verwalter“ aus dem Westen. Wahrlich verdient der Verlierer keine Gnade. Faktisch übernahm die neue Kolonialverwaltung komplett die Kontrolle über die ehemalige Republik.
Die UdSSR hat die DDR einfach im Regen stehen lassen, ohne zahlreiche Eigentumsfragen vertraglich zu regeln. Weise Staatsmänner haben vorausgesehen, dass es zu Eigentumskonflikten kommt, weil es keine faire Vereinigung sondern ein Anschluss war.
Aber damals hat Gorbatschow gesagt: die Deutschen sollen alles selbst regeln. Das bedeutete das Recht des Stärkeren. Und die Stärkeren waren die Wessis.
Es hat also eine Kolonisierung der DDR angefangen.

Zunächst wurden die lokalen Manager angeschwärzt und erniedrigt, damit sie keine Macht mehr hatten, und danach starteten die Kolonisatoren das leckerste Teil des Programms: die komplette Privatisierung des staatlichen Eigentums der DDR.
Ein System hat schlicht ein anderes System aufgefressen.
Rauben auf dem Staatsniveau muss man sehr geschickt und elegant, aber auch sehr schnell, bis das Opfer wieder zu sich kommt. Die DDR war das erfolgreichste Land des Warschauer Vertrags.
So ein fettes Stück musste man auf einmal verschlucken, ohne zu zögern.

- Hat man euch beraubt? - frage ich den ehemaligen Direktor eines Metallurgiewerks in Eisenhüttenstadt Herrn Karl Döring.
- Natürlich. Die DDR-Bürger hatten kein Geld, also wurde die ganzen Wirtschaftsgüter den Wessis überlassen. Und wir vergessen auch nicht den Namen des Verkäufers. Er heißt Gorbatschow. Ja, es gab Demos für die Reisefreiheit, aber es hat keiner verlangt, dass die DDR von der Landeskarte verschwindet. Das muss ich betonen. Für solch eine Entscheidung bedarf es einer entsprechenden Einstellung von Gorbatschow. Und diese historische Prüfung konnte er nicht bestehen.
- Was nun? - führt Döring fort - Die Ostdeutschen sind immer noch ärmer als Wessis. Zahlreiche Studien belegen, dass die Ossis immer noch als Menschen zweiter Klasse eingestuft werden.
Was war für die westlichen Industriellen wichtig? Neue Absatzmärkte um die Ecke, wo man schnell Umsätze machen kann. Das war der totale Grundgedanke. Und er hat sie so mitgenommen, dass sie eines Tages feststellen mussten, dass die neuen „Kunden“ arbeitslos sind und ihre Waren nicht kaufen können. Erst danach kamen die neuen Machthaber einigermaßen zur Besinnung.

Und Herr Döring konnte dann mindestens einige Teile seines Betriebs retten. Dazu hat er die alten Beziehungen mit den russischen Partnern wiederhergestellt, und das Werk konnte wieder Blechstahl nach Russland liefern. Das Geschäft lief so gut, dass das Metallurgiekombinat vom russischen Tscherepowetsk Anteile des Partnerbetriebs in Eisenhüttenstadt kaufen wollte. Das war aber zu viel für die Politik. Das Angebot wurde abgelehnt. Schließlich haben Indier das Werk gekauft.

Herr Döring ist stolz auf seine kleine Stadt der Stahlwerker (vormals auch Stalinstadt genannt). Eisenhüttenstadt ist gerade mal 60 Jahre alt. Das war die erste sozialistische Stadt auf dem deutschen Boden, die von Null aus mit der sowjetischen Hilfe aufgebaut wurde. Der verkörperte Traum von Gerechtigkeit und Gleichheit für alle. Das Schaufenster des Sozialismus.

- Das war eine ganz neue Organisation des gesellschaftlichen Lebens, - erzählt Karl Döring sichtlich berührt, während wir durch die menschenleer Straßen spazieren - Und stellen Sie sich vor! Das erste, was hier nach dem Stahlwerk gebaut wurde, was das Theater! Kindergärten, Kulturhäuser, Skulpturen und Springbrunnen, Kinos und gute Kliniken hatten hier immer den Vorrang. Der Mensch hatte den Vorrang.

Die Stadt sieht auch heute gepflegt aus. Aber etwas stört das Bild. Bald begreife ich, woran das liegt: man hört fast wie keine Stimmen, vor allem keine Kinderstimmen. Nur unsere Schritte erschallen auf der Straße. Das wirkt langsam deprimierend. Als ob die Menschen in der Vergangenheit geblieben sind...

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