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19 März 2018

Mobilmachung auf weissrussisch

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Belarus macht mobil
Normalerweise werden Militärübungen frühzeitig angekündigt.

Manchmal geht es aber ganz anders: In Belarus (Weißrussland) holen Offiziere der Kriegskommissariate in diesen Tagen wehrpflichtige Reservisten direkt vom Arbeitsplatz ab. Völlig unangekündigt. Einige Bürger haben allerdings etwas mehr Glück: sie werden vorab angerufen und aufgefordert, unverzüglich auf dem Kommissariatgelände zu erscheinen.

Vertreter des weißrussischen Verteidigungsministeriums erklären, dass solch eine harte Vorgehensweise keineswegs etwas mit Herabwürdigung bürgerlichen Freiheiten zu tun hätte. Vielmehr handelte es sich um routinemäßige Mobilisierungsübungen, in welche jeder wehrpflichtige Bürger Weißrusslands bis zum vollendeten 50. Lebensjahr zum beliebigen Zeitpunkt einbezogen werden kann.

Solch eine Übung dauert bis zu 35 Tagen. Also kann heute kein weißrussischer Mann, der sein Haus morgens verlässt, sicher sein, dass er seine Familienangehörigen am Abend oder sogar in den nächsten Wochen wieder sieht.

Nach Expertenmeinungen ist die Kampagne in dieser Form eigentlich nicht so ganz routinemäßig, und eher mit der Vorbereitung auf einen großen militärischen Konflikt zu rechtfertigen.

In diesem Zusammenhang besinnt man sich u.a. auf Worte des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko: „Wir beobachten schon seit einiger Zeit, dass neue NATO-Kontingente immer wieder an unseren weißrussischen Grenzen aktiv werden. Belarus reagiert darauf angemessen, aber ohne viel Lärm“.

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14 Februar 2018

Gefechtsbereitschaft steigt

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Neues Mobilisierungssystem in Russland
Die russische Armee hat mit einer umfassenden Bildung der Mobilisierungsreserve begonnen.

Soldaten und Offiziere der Reserve, die Verträge mit dem russischen Verteidigungsministerium unterzeichnet haben, müssen nun jeden Monat Sonderunterricht besuchen und jährlich eine militärische Ausbildung absolvieren. Im Gegenzug garantiert der russische Staat ihnen monatliche Zahlungen und eine Reihe von weiteren Vergütungen. Im Falle eines Ausnahmezustandes werden die Reservisten bereits existierende Formationen ergänzen bzw. neue Truppen bilden. Nach der Auffassung der Militärexperten wird diese Reform die Verteidigungsfähigkeit Russlands stärken.

In diesem Jahr wird das neue Mobilisierungsreservesystem auf dem gesamten Territorium Russlands eingeführt. Entsprechende gesetzliche Grundlagen wurden bereits vor einigen Jahren vorbereitet und verabschiedet. Bis jetzt wurde das Mobilisierungsystem jedoch nur in einzelnen Regionen Russlands getestet. Die Abstimmung des Systems im Testmodus dauerte zwei Jahre lang. Nun gilt es als erfolgreich verifiziert.

Laut der neuen Mobilisierungsordnung kann ein Vertragsreservist jede Zeit einberufen werden, zum Beispiel beim Ausnahmezustand, während der Kriegsübungen, aber auch beim akuten Mangel an qualifizierten Einsatzkräften in den Truppen.

Das neue Mobilisierungsreservesystem wird es ermöglichen, qualifiziertes Militärpersonal vorzubereiten und seine Gefechtsbereitschaft ständig aufrecht zu erhalten, um notfalls einen raschen Kämpfertransfer zu jeweils aktuellen militärischen Einsatzgebieten zu gewährleisten.


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24 Oktober 2017

Gefährlicher Mobilisierungszirkus

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Mobilmachung der NATO
In der letzten Zeit stößt man öfters auf Nachrichten darüber, dass die NATO ihre Aktivitäten an Russlands Grenzen verstärkt und dort immer mehr Eingreifkräfte mobilisiert.

Auch Augenzeugenberichte bestätigen eine rege Mobilmachung an den russischen Grenzen. Das sind vor allem russische Autoreisende im Grenzverkehr, die manchmal darauf regelrecht angewiesen sind, langsam fahrende NATO-Transportpanzer auf baltischen oder polnischen Autobahnen zu überholen oder sogar die in Straßengraben liegenden bewaffneten NATO-Soldaten im Vorbeifahren aus nächster Nähe zu betrachten.

Meistens haben aber solche Augenzeugenberichte eher einen ironischen Charakter. Denn die Russen absolvieren ihre Prüfungen in Granatenwerfen oder MP-Zerlegen/Zusammensetzen/Schießen noch in der Schule. Darum lösen bei ihnen die NATO-Soldaten, die in estnischen Straßenrandpfützen mit Hörnern aus Fichtenästen theatralisch ausliegen, nur Schmunzeln und vielleicht ein bisschen Mitleid mit den so plötzlich verrückt gewordenen Nachbarn aus.

Aber was gutmütige russische Bürger so leicht nehmen, muss sich nicht unbedingt auf die politische und militärische Führung Russlands erstrecken. Was der Kreml von dem ganzen Mobilisierungszirkus im Detail hält, kann man ja nicht wissen. Man kann aber zum Beispiel das Buch vom Marschall Schaposchnikow „Das Hirn der Armee“ aufschlagen. Seit vielen Jahrzehnten gilt nämlich diese fundamentale Abhandlung des anerkannten "Lehrers der Generalstabsoffiziere" als eine meisterhaft formulierte und bei weitem zeitlose theoretische Grundlage für das Funktionieren der Armee.

Ein wichtiger Teil der Schaposchnikow-Lehre ist eben die Theorie der Mobilmachung. Der Marschall definiert den Begriff der Mobilisierung einfach und genau. Nach Schaposchnikow hat jede Mobilisierung – ganz kurz gefasst – folgende Merkmale:
- die Mobilisierung ist immer zeitlich begrenzt und muss ein vorbestimmtes Ende haben
- das Ende der Mobilisierung ist der Anfang des Krieges
- die Mobilisierung ist kein politisches Instrument, d.h. damit darf man nicht spielen, denn sie wird von der Gegenseite immer nur ernst genommen
- die Mobilisierung darf man nicht teilweise durchführen: einmal damit angefangen, muss man sie bis zum Ende führen.

Die Auslegung seiner Mobilisierungstheorie beendet Schaposchnikow unzweideutig: "Mobilmachung ist Krieg, und eine andere Deutung ist für uns undenkbar".

Das meinte also der Lehrer der russischen Generalstabsoffiziere. Was die Lehrer der NATO- Generalstabsoffiziere dazu meinen, ist leider nicht bekannt. Bleibt nur zu hoffen, dass sie mindestens welche hatten, aber im Moment sieht es leider gar nicht danach aus.
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