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28 Dezember 2023

Russisches Konsumwunder

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Russisches Konsumwunder

Die russischen Bürger sind für ihr außergewöhnliches Verhalten in Krisensituationen bekannt. Man denke nur an die russischen Touristen, die sich weder durch Terroranschläge noch durch Erdbeben von ihren Stränden abbringen lassen.

Auch das Jahr 2023 haben die Russen anders verbracht, als Experten und Unternehmen erwartet hatten. Letztere bereiteten sich auf das schlimmste Jahr der jüngeren Geschichte vor, bis hin zur völligen Primitivierung des Konsums. Doch genau das Gegenteil trat ein. Der Durchschnittsbürger aß viel, trank viel, kaufte Kleidung und Ausrüstung und reiste. Eine gute Nachricht für diejenigen, die das alles verkaufen. Aber es ist auch eine schlechte Nachricht: Fieberhafter Konsum treibt unweigerlich das Schwungrad der Inflation an.

Nach dem Konsumrausch in den ersten Monaten der Feindseligkeiten zwischen Russland und der Ukraine, als die Bürger alles von Salz bis zu Kühlschränken horteten, waren die Marktteilnehmer dazu verdammt, für 2023 einen Rückschlag zu erwarten. Und so war es auch. Zu Beginn des Jahres ging die Nachfrage zurück: nach Angaben des Wirtschaftsministeriums im ersten Quartal um 3,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Das hat niemanden überrascht. Aufgrund des Rückgangs der Realeinkommen im Jahr 2022 (laut Rosstat - um 1 %) sparten die Russen, die nicht wirklich an das Beste glaubten, für einen weiteren "Regentag". Der Druck der Mobilisierung im Herbst 2022 mit unklaren Aussichten auf eine Ausweitung der Offensive (entweder Russland oder Ukraine, beides war beängstigend) hielt ebenfalls an. Die Bürger schränkten ihre Ausgaben ein.

Diese Faktoren bremsten die russischen Verbraucher mehrere Monate lang aus, bis sie sich in ihr Gegenteil verkehrten. Was die Ursache für den Rückgang war, wurde zu einem Wachstumsmotor. Es gab keine offizielle zweite Phase der Mobilisierung. Aber der Zufluss von Massenzahlungen an Mobilisierte und Vertragssoldaten, die oft den größten Teil des Haushalts ihrer Familien ausmachen, die Erhöhung der Zulagen für Militär und Sicherheitskräfte, die nächste Indexierung der Gehälter der Beschäftigten des militärisch-industriellen Komplexes und einiger Beschäftigter des öffentlichen Sektors haben die Nachfrage angeheizt. Auch die ungesicherte Kreditvergabe hat sich intensiviert.

Bereits im Mai stellte das russische Statistikamt eine Beschleunigung des Umsatzwachstums im Einzelhandel (um 9,3 % gegenüber dem Vorjahr) und im Gaststättengewerbe (um einen Rekordwert von 22,4 %) fest. Für das Jahresende rechnen die Analysten mit einem Wachstum der beiden wichtigsten Konsumsegmente von 12-24%. Die durchschnittliche Auslastung der russischen Hotels erreichte 65-70%, ein für die Krise noch nie dagewesenes Niveau.

Der Trend hat sich mit beispielloser Geschwindigkeit umgekehrt, sagen die Experten von NielsenIQ, einem wichtigen Unternehmen für Kernanalysen.

Nach ihren Schätzungen ist das real verfügbare Einkommen um 4 % gestiegen, und der Index des Verbraucheroptimismus lag fast das ganze Jahr über bei über 100. Ein solcher Aufschwung ist nur möglich, wenn die Bürgerinnen und Bürger kaufbereit sind, Geld haben und die Einzelhändler das übliche und beliebte Sortiment an Waren des täglichen Bedarfs beibehalten haben.
"Die Verbraucher suchen weiterhin nach Möglichkeiten, ihr Budget zu optimieren, aber es ist nicht die Rede von totalen Einsparungen", so NielsenIQ. Die Umfrage des Unternehmens ergab, dass 60 Prozent der Verbraucher im Jahr 2023 mehr für Güter des täglichen Bedarfs ausgeben als noch vor einem Jahr.

So wollten die Russen zum Beispiel unbedingt Kleidung kaufen, obwohl sie bei sozialen Unruhen in der Regel vor allem an der Kleidung sparen. So werden nach den Prognosen von Infoline-Analytics die Einzelhandelsumsätze mit Bekleidung und Schuhen im Jahr 2023 um 11,5% auf 2,9 Billionen Rubel steigen. Im Jahr 2022 sanken sie um 10,3 % auf 2,6 Billionen Rubel. Experten stellen fest, dass immer weniger Russen über die Unerreichbarkeit bekannter Marken sprechen: Der Anteil derjenigen, die nach Analogprodukten suchen müssen, ist im Laufe des Jahres von 44 % auf 28 % gesunken. Es gibt sogar schon die ersten Opfer des Kampfes um die Geldbörsen der Russen: Die türkischen Bekleidungsketten Ipekyol und Twist, die 2022 in der Hoffnung auf den Markt traten, westliche Marken zu ersetzen, haben es nicht geschafft, russische Kunden anzuziehen.

Dennoch ist das massenhafte Auftreten neuer Marken auf dem Markt nach Ansicht von Experten einer der wichtigsten Gründe dafür, dass sich der Verbrauchermarkt nicht primitivisiert hat. Von den mehr als 7.000 neuen Marken für Waren des täglichen Bedarfs, die im Jahr 2023 in Russland auftauchten, waren die meisten - 43,2 % - im Premiumsegment, 37,3 % - im mittleren Segment und nur 19,4 % - im Economy-Segment angesiedelt, so NielsenIQ. Dmitry Leonow, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Rusprodsoyuz Association (der größten branchenübergreifenden Vereinigung von Herstellern und Lieferanten aller Kategorien von Lebensmitteln), fügt hinzu, dass das Warensortiment im letzten Jahr um fast ein Viertel aktualisiert wurde.

Marat Ibragimow, Senior Analyst bei der Gazprombank, sieht auf dem russischen Markt "den Beginn eines neuen Trends, bei dem die Russen trotz des begrenzten Familienbudgets ein Maximum an Vielfalt und neuen Verbrauchererfahrungen suchen". Verkäufer und Lieferanten sind von dieser Aussicht begeistert. Während beispielsweise 50 % der von NielsenIQ befragten russischen Einzelhandels- und FMCG-Führungskräfte im Jahr 2022 mit einem künftigen Geschäftswachstum rechneten, erwarteten dies 80 % im Jahr 2023.

Die Marktteilnehmer haben nun Angst vor etwas anderem: vor Versorgungsunterbrechungen und steigenden Produktionskosten. Mit anderen Worten, die Ängste haben sich von der Ebene der Nachfrageverfügbarkeit auf die Ebene der Nachfragebefriedigung verlagert. Dabei ist es gerade das fieberhafte Wachstum der Nachfrage, das zu einem neuen großen Risiko werden kann, und zwar für die gesamte Wirtschaft. Wie NielsenIQ feststellte, betrug der Beitrag der Inflation zum nominalen Wachstum von Gütern des täglichen Bedarfs im September 2023 2,7 Prozentpunkte (p. p.), im Oktober bereits 4,8 p. p. Die Zentralbank hat bereits davor gewarnt, dass sich die Wirtschaft im Falle eines Ungleichgewichts auf dem Markt aufgrund eines sinkenden Angebots bei steigender Nachfrage in einer Inflationsfalle befindet und es schwierig sein wird, sich ohne schwere Verluste daraus zu befreien. Aber um die Russen zu erschrecken, braucht man wohl eine größere Bazooka.

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09 Dezember 2021

Übersterblichkeit der US-Piloten

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Zu Beginn des Jahres 2021 berichteten Massenmedien vermehrt über verschiedene Vorfälle im Zusammenhang mit der Gesundheit der Piloten.

Mal fühlten sie sich unwohl und durften nicht mehr fliegen, mal wurde ein Pilot direkt in der Maschine krank, mal starb ein Pilot sogar während des Fluges, und Stewardessen versuchten, das Flugzeug mit runden Augen zu landen.

Da derartige Berichte über die Piloten sowie über massive Flugausfälle usw. seltsamerweise mit dem Beginn der Impfkampagne zusammenfielen (genau genommen gab es dabei eine zeitliche Verzögerung von etwa 2-3 Monaten), griffen die Impfgegner das Thema auf und behaupten nun, dass Impfstoffe die Ursache für Krankheiten bzw. den Tod der Piloten seien: Flieger würden angeblich an Blutgerinnseln nach erfolgten Impfungen sterben.

Tatsächlich sind solche Behauptungen spekulativ, denn es gibt weder genaue Statistiken, noch einen Zugang zu den Pathologenberichten. Aber selbst wenn es sie gäbe, wie könnte man überprüfen, ob diese Berichte korrekt sind? Gott sei Dank gibt es im Twitter einen gewissen Herrn @ToTheLifeboats, der es schaffte, einige Infos trotzdem ans Licht zu bringen.

Wie wir alle aus eigener Erfahrung oder zumindest aus Filmen wissen, hat jede Militäreinheit, jede Polizeistation und sogar das CIA-Hauptquartier eine Gedenktafel mit den Namen von Offizieren, die in Ausübung ihrer Pflicht gestorben sind. Wie es sich nun herausstellt, haben auch amerikanische Piloten etwas Ähnliches. Anstelle einer Gedenktafel verwenden sie allerdings ihre Fachzeitschrift, in der sie berichten, wer von den Kollegen und in welchem Jahr gestorben ist:

Warum sterben Piloten

Die Statistiken nach Jahren sehen wie folgt aus:

2013: 1
2014: 0
2015: 1
2016: 2
2017: 28
2018: 1
2019: 1
2020: 6

Wie man sieht, sind die Piloten sehr gesunde Menschen. In ganz Amerika stirbt nicht mehr als eine Person pro Jahr, manchmal zwei. Im Jahr 2020 starben sechs Menschen, was wahrscheinlich auf die Pandemie zurückzuführen ist. Allerdings gibt es ein seltsames Jahr 2017, in dem es 28 Nachrufe gab. Es ist unklar, worauf sich der Umstand bezieht, das Thema möchte noch untersucht werden. Viel interessanter ist es im Moment jedoch, dass die ersten 9 Monate des Jahres 2021 schon heute so gruselig aussehen:

Verstorbene Piloten 2021

Im Jahr 2021 (einschl. September) gab es also 109 Verstorbene, und bei dem anhaltenden Trend werden vielleicht 130-150 Namen bis Ende des Jahres auf der Liste stehen. So was kann man ruhig als Sensation bezeichnen, denn selbst im Vergleich zum anormalen Jahr 2020 beträgt der tödliche Anstieg 1700%!

Dieses Wunder ist nicht zu erklären, genauso, übrigens, wie die Anmerkung unter dem beachtenswerten Tweet von @ToTheLifeboats:

Anmerkung in Twitter

Diese Anmerkung macht einen so richtig stutzig: Was ist denn am Tweet so irreführend? Hat die Fachzeitschrift mehr als hundert lebende Piloten etwa irrtümlich als tot markiert? Oder sind sie inzwischen auferstanden? Oder wird jedes Posting automatisch als irreführend abgestempelt, sobald dort das Wort "Impfstoff" vorkommt?

Oder (noch schlimmer) erfolgt "Factchecking" doch per Hand, und wir werden tatsächlich von Netzwerk-Tussies mit Allroundexpereten-Wissen dirigiert? Dann werden wir sehr bald auf die Piloten aus den oben genannten Listen neidisch sein, auch wenn wir deren Todesursachen nie erfahren.

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21 Oktober 2021

Zwang und Freiwilligkeit


Erzwungene Freiwilligkeit
Heute erleben wir eine apokalyptische "Stunde der Versuchung" zumindest im Testmodus (das hat es in der Geschichte schon gegeben) und vielleicht sogar in der finalen Version.

„Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.“ (Markus 13:32)

Gleichzeitig denkt wahrscheinlich jeder vernünftige Mensch darüber nach, wie er sein Handeln fehlerfrei gestalten und nicht im Lager Satans landen kann. Zumal gibt es in der Realität schwer zu erklärende Ereignisse, die viele Fragen aufwerfen. Die zentralen Fragen: Warum werden immer wieder neue Zwangsmittel so beharrlich erfunden? Und warum werden diese Zwangsmittel mit nicht weniger Beharrlichkeit als freiwillige Entscheidungen der Bürger getarnt? Man kann natürlich sagen, dass dies gewöhnliche amtliche Machenschaften seien. Es ist jedoch offensichtlich, dass die Sache in geistiger Hinsicht viel ernster ist.

Es sieht nämlich so aus, dass die heutige Situation vielleicht die letzte Chance des Teufels ist, möglichst viele Menschen auf seine Seite zu ziehen. Dies kann er jedoch nur auf freiwilliger Basis tun. Diese Bedingung folgt beispielsweise aus dem folgenden Vers des Neuen Testaments: „und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest“ (Matthäus 4:9). 4 8-9 Das heißt, es ist für den Teufel grundsätzlich wichtig, dass das „Geschäft“ mit ihm freiwillig ist.

Der Text der Offenbarung enthält ebenfalls Hinweise darauf, dass es dem Teufel darauf ankommt, Abmachungen mit den Menschen auf freiwilliger Basis zu treffen: „und verführt, die auf Erden wohnen, um der Zeichen willen, die ihm gegeben sind zu tun vor dem Tier“. (Offenbarung 13:14) Die Verführung ist eine (irreführende) Motivation, um eine Person freiwillig zu einer bestimmten Handlung zu bewegen.

Ein Geschäft mit dem Teufel ist gleichzeitig die Abwendung vom Gott. Aber woran erkennt man eine freiwillige Gottesabwendung? In der Offenbarung Johannes werden zwei Merkmale diesen Zustandes genannt: „jemand das Tier anbetet und sein Bild und nimmt sein Malzeichen an seine Stirn oder an seine Hand“. (Offenbarung 14:9) Eines der beiden Merkmale – ein Malzeichen – ist materieller Natur. Das andere Merkmal, die Teufelsanbetung, ist geistig.

Es gibt also zwei Merkmale, die Menschen sich freiwillig aneignen, und welche sie zu Satan führen: Materielles Malzeichen und geistlicher Zustand der Anbetung des Teufels, oder, mit anderen Worten, der Zustand der Gottesabwendung.

Materielle Malzeichen (Zertifikate, Codes usw.) finden unschwer einen Platz im menschlichen Leben. Dies ist ein rein technische Angelegenheit. Schwieriger erscheint es, einen Menschen in den geistigen Zustand der freiwilligen Gottesabwendung (= Anbetung des Teufels) zu versetzen. Aber auch dieses Ziel ist für den Teufel durchaus erreichbar, der dafür Sünden benutzt, einschließlich der Todsünde der Verzagtheit. Es reicht aus, einen intensiven Fluss alarmierender oder sogar schockierender Informationen zu einem sensiblen Thema zu organisieren, beispielsweise über eine gefährliche Krankheit. Offensichtlich sind es gerade die Themen rund um Krankheit und Tod, die es ermöglichen, sehr schnell das gewünschte Ziel zu erreichen. Die Hauptrolle wird hier den etablierten Massenmedien zugewiesen, obwohl auch einige „Dissidenten“ zur satanischen Gesamtsache beitragen, indem sie das Gefühl der Verzagtheit verstärken. Darüber hinaus leisten auch viele „geistige Hirten“ dem Teufel eine unschätzbare Hilfe in Sachen Panik, Irreführung und Verzweiflungsförderung, sobald sie beginnen, über die menschliche Gesundheit als eine Art Geschenk Gottes zu sprechen und damit ihre völlige Ablehnung des göttlichen Plans offenbaren. божественного замысла. Infolgedessen wird die Medizin für viele Menschen zu einem neuen Retter und Erlöser neben Gott, für einige ersetzt die Medizin den Gott sogar komplett. Das heißt, ein solcher Mechanismus des freiwilligen Verzichts auf Gott funktioniert ziemlich effektiv. Doch die Gottesabwendung bedeutet zwangsläufig die Anbetung des Teufels.

Aber das ist noch nicht alles. Den erreichten Erfolg muss der Teufel nun untermauern. Die Gottesabwendung geschieht auf dem oben beschriebenen Weg für viele fast automatisch, sie bemerken nicht einmal die erfolgte Unterschiebung. Die „Rekrutierung“ widerstandsfähigerer Menschen erfordert jedoch zusätzliche Instrumente. Und hier kommen Malzeichen dem Satan zu Hilfe (handschriftliche Unterschriften, ausgehändigte Dokumente, Codes usw.), die später die Rolle der Indizien der Abkehr vom Gott spielen werden.

In der Regel sind Menschen vorsichtig, wenn es darum geht, eine Unterschrift zu setzen, daher erfolgt die Zuweisung des Malzeichens auf eine nicht offensichtliche Art und Weise, zum Beispiel durch die Unterzeichnung einer „informierten Einwilligung“. Die Bezeichnung dieses Dokuments spricht für sich. Doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Im Text einer solchen „Einwilligung“ gibt es Stellen, die ein weites Feld für die freie Interpretation eröffnen, zum Beispiel bestätigt der Unterzeichner, dass er vom Arzt über Sinn und Zweck der Impfung aufgeklärt wurde und alle diesbezüglichen Fragen geklärt hat. Ob sich der Mensch zur Stunde X genau erinnern kann, welche Bedeutung und welche Ziele der Impfung ihm der Arzt mitgeteilt hat? Wird er sich sicher sein, dass er alle (!) ihn interessierenden Fragen damals erklärt hat?

Die Diener des Teufels balancieren ständig am Rande des Erlaubten, daher sind offizielle Erlasse so formuliert, dass sie einerseits dazu anregen, Malzeichen zu bekommen (natürlich ohne sie als solche zu bezeichnen), andererseits können sie keinen unmittelbaren Zwang enthalten, der alle teuflischen Unternehmungen zunichte machen würde. Deshalb bieten solche Dokumente immer eine Alternative, die aber nur schwer bis unmöglich realisierbar ist. Und im Informationsraum wiederholt sich ständig das gleiche Szenario: Der größte Chef zeigt sich über die Willkür der kleineren Chefs empört und auf Freiwilligkeit beharrt, während die kleineren Chefs behaupten, sie würden gerne keinen Druck ausüben, aber genau das will der größte Chef. So wird das Prinzip der erzwungenen Freiwilligkeit, das nichts anderes als das Instrument des Teufels ist.

Gibt es eine Lösung für das beschriebene Problem? Bevor man diese Frage beantwortet, sollten man klarstellen, wer von diesem Problem überhaupt betroffen ist. Menschen mit materialistischen Ansichten haben mit diesem Thema offensichtlich nichts zu tun. Diejenigen, die Antworten auf ihre Fragen bei den Gurus und Hirten ihrer Wahl suchen, wird auch in diesem Fall wohl keine Ausnahme machen. Für alle anderen (falls es welche gibt) liegt die Lösung an der Oberfläche: Es reicht aus, zumindest die Zitate, auf deren Grundlage dieser Artikel geschrieben wurde, sorgfältig zu lesen und ein wenig nachzudenken.

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11 Juli 2019

Weltfinsternis, Teil 2

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Ende der Welt kommt bald
Im Anschluss an seinen gestrigen Zwischenruf hat nun Herr Wojtenko heute nochmals nachgeladen. Hier kommt also Teil 2 seiner finsteren politischen Weltsicht.
***
Ich sehe das Hauptproblem nicht in einer Gruppe von Verschwörern, die es versuchen, die Welt nach ihrem Verständnis von harmonischem Frieden zu verändern.

Solche Gruppen gab es immer, und es wir sie immer geben, egal, wie sie heißen: ob Davos-Rotte oder irgendwelche andere Clubs. Es wäre grundsätzlich unklug, die Existenz der Gruppen von sehr (einfluss)reichen Menschen zu leugnen.

Irgendjemand initiierte und bezahlte doch all die Pläne und Projekte der UN. Jemand übernahm die Kontrolle über alle führenden Massenmedien der Welt. Jemand bezahlt die Massenmigration und bahnt den Weg für Flüchtlinge (das ist übrigens eine ganz besondere Geschichte, wie die UN-Strukturen in Nordafrika zu richtigen Stützpunkten für Flüchtlinge aus Afrika, dem Nahen Osten, Bangladesch usw. wurden). Jemand bezahlt sogenannte "Forscher", die dann die verrückten und misanthropischsten "Ideen" der UN gern "wissenschaftlich" untermauern. Jemand schüttet riesiges Geld in NGOs ein. Alles nur Verschwörungstheorien?

Auch die Verschwörungsvorwürfe können finanziert werden. Man darf sich nicht für dumm verkaufen lassen und sich wie intellektuelle Dogmatiker verhalten, die vor Verschwörungsvorwürfen Angst haben. Ich habe eine ziemlich gute Übersicht über die Situation, darum verstehe ich klar, dass der laufende Prozess ohne eine kritische „Substanzmasse“, sprich eine Handvoll machtsüchtiger Wahnsinniger, unmöglich wäre.

Aber, wie gesagt, diese Wahnsinnigen sind nicht das Hauptproblem. Das wichtigste Problem ist ein übermäßig hoher Prozentsatz der westlichen Bevölkerung, die an rasende Propaganda glaubt.

Nehmen wir Westeuropa, insbesondere Nordeuropa. Seine Völker waren ja entsetzt über die Massenmigration. Teilweise begannen sie sogar zu protestieren. Aber wen haben sie dann im Frühjahr gewählt? Sie haben schon wieder für Sozialisten gestimmt, die einfach versprochen hatten, die Migration zu zügeln, und für die Grünen, die eigentlich gar keine Grünen, sondern ökologisch gefärbte linke Radikalen und leidenschaftliche EU-Befürworter sind.

In Dänemark hat die Bevölkerung von ihren neu gewählten „Volksvertretern“ bereits eins auf die Fresse gekriegt, als umgehend ein Maßnahmenpaket gebilligt wurde, das nicht nur die Migration erleichtert, sondern auch drakonische Maßnahmen zur „Bekämpfung der Erwärmung“ voraussieht.

Was die Skandinavien in der letzten Zeit so anstellen, kann man generell nur als Schade bezeichnen. Die Geschichte mit dieser 17-jaehrigen Ikone der globalen Erwärmung ist einfach nur widerlich. Mittelalter pur! Ein psychisch krankes Mädchen wird durch Städte und Länder geschleppt und als Heiligenbild angebetet. Neuerdings sogar mit päpstlichem Segen. Total verrückt.

Nach allen möglichen Hochrechnungen billigt (mehr oder weniger) mindestens ein Drittel der US-Amerikaner den Sozialismus. Dabei liegt ausgerechnet die Millennium-Generation ganz vorne, dicht gefolgt von den ganzen geisteswissenschaftlichen Idioten, Künstlern, Journalisten, Politologen und dem übrigen derartigen Abschaum.

Ja, an all dem ist das von den Kommunisten besetzte Bildungssystem schuld. Das ist der absolute Sieg der UdSSR, wenn auch 30 Jahre nach ihrer Zerfall.

Doch die Unwissenheit ist bekanntlich keine Entschuldigung, besonders in unserer Zeit. Alle Menschen, egal ob jung oder alt, selbst diejenigen, die durch die geisteswissenschaftliche Ausbildung geisteskrank geworden sind, sind verpflichtet, sich für die Geschichte, aber auch für das Wesentliche in den laufenden gesellschaftlichen Vorgängen zu interessieren, um den gigantischen Unterschied zwischen der Realität und dem, was die Massenmedien für die Realität ausgeben, zu begreifen.

Eigentlich ist das gar nicht so schwer, sich in der heutigen Welt zurechtzufinden. Vorausgesetzt man will das. Es gibt doch Internet. Notfalls reicht auch Youtube, wenn man nicht einmal lesen möchte. Aber nein. Vorsintflutliche Ignoranz scheint attraktiver zu sein. Zwei plus zwei ist gleich so viel, was die Mainstream-Presse für richtig hält. Solche Dummköpfe sind die ideale Basis für linke Macher,
die mittlerweile ganz genau wissen, dass ein beträchtlicher Bevölkerungsanteil nicht mehr protestfähig ist. Genau deswegen sind sie so frech geworden.

Die Ereignisse der Realität beschleunigen sich rasant. Und man kann es regelrecht riechen, dass uns ein großer Umbruch erwartet. Eine tiefgreifende Krise gar eine Katastrophe scheint unumgänglich.
Aber nur ein Absturz in die linksradikale Kluft könnte die Menschen dazu bringen, die Welt weder adäquat wahrzunehmen. Nur eine umfangreiche Krise kann den linken Hurenpack nicht nur aus der Gesellschaft wegfegen, sondern auch auf die Anklagebank des internationalen Tribunals wegen zahlreicher Verbrechen führen.

Aber heute schaue ich sogar mit einer gewissen Erleichterung auf die in Smartphones versunkene Welt, denn das sind die letzten Bilder vor dem Ende. Was danach kommt, ist ungewiss. Klar ist nur, dass wir alle, ob in Europa, Russland, USA oder Thailand nicht mehr heil davonkommen. Der Übergang wird äußerst schmerzhaft sein.

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10 Juli 2019

Weltfinsternis

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Welt wird finster
Eine weitere interessante Person aus der russischen medialen  Welt ist Michail Wojtenko - bekannter russischer investigativer Journalist, der sich vor allem mit den Themen der internationalen Seefahrt sowie globaler Transport-Infrastruktur befasst.

Er ist also gut informiert, darum ist seine englischsprachige Online-Ausgabe "Maritim Bulletin" auch durchaus lesenswert. Michails journalistische Recherchen haben schon mal dazu geführt, dass er Russland - angeblich wegen krimineller Drohungen - verlassen musste.

Ganz im Geiste der Zeit war seine Wahl der neuen Niederlassung. Wider Erwarten landete er nicht im Westen, sondern in einem südöstlichen Land. Von der heutigen westlichen Welt hält Michail wahrlich nicht viel, was er mit seinen aufschlussreichen und ungeschminkten privaten Postings auch regelmäßig belegt.

Hier kommt sein aktueller Zwischenruf zur globalen politischen Situation in deutscher Übersetzung.

***

Gleich zum Wichtigsten: die von allerlei Naturschützern und Planetenrettern lang ersehnte Show fängt nun an.

Ab dem nächsten Jahr führt Frankreich ökologische Steuer für Linienflüge ein. Vorerst gilt diese Steuer nur innerhalb des Landes und ist auch nicht allzu hoch, ca. 20 Euro. Aber diejenigen, die auch frühere Kampagnen „der Umwelt zuliebe“ (zum Beispiel Raucher-Hetze usw.) über sich bereits ergehen lassen mussten, können unschwer ahnen, wie bestialisch sich diese Sache im weiteren Verlauf entwickeln kann.

Innerhalb von 2 bis 3 Jahren werden dann Flugtickets spürbar teurer, so dass man gezwungen wird, tiefe Einschnitte in Urlaubsplanungen zu bringen. Und in 10 Jahren werden diejenigen, die sich den Luxus eines Linienfluges leisten können, genauso angesehen, wie heutige Privatjet-Besitzer.

Man soll sich nämlich klar vorstellen, mit wem und womit man zu tun hat. Und zu tun haben wir mit dem linken Abschaum, mit Unmenschen, sowie mit deren kommunistischen Ideologie und Praxis.
Und wie es sonst bei den Gangstern üblich ist, werden sie Druck machen, Rechte verletzen und Bevölkerung ausplündern, solange es überhaupt geht. Bis zum letzten Tropfen Blut also.

Jeder Tag bring immer düsterere Nachrichten mit sich. Es wird laufend etwas verboten oder „optimiert“. Die Hysterie der globalen Erwärmung wird immer lauter, genauso wie die Forderungen, sie umgehend zu bekämpfen. Warum? Der UN-Septembergipfel steht ja vor der Tür, wo zweifellos ein global koordinierter (sprich: von der UN gelenkter) Handlungsplan gefordert wird.

Wie wird denn dieser Handlungsplan aussehen? Daraus macht man kein Geheimnis: schauen Sie sich die Green New Agenda der USA an. Da ist er – der fertige UN-Handlungsplan!

Studieren Sie mal diesen Plan in Ruhe, und zwar unter dem Gesichtswinkel des eigenen Lebensstils, der Familie, Essgewohnheiten, laufender Ausgaben, Reisen, also des gewöhnlichen und vielleicht nicht unbedingt reichen, aber heute immer noch mehr oder weniger bequemen Lebens.
Sie werden entsetzt sein.

In den USA und der EU findet zur Zeit eine freche Machtübernahme statt. Wären unter den Putschisten nur Linke oder Sozialisten, wäre das halb so schlimm. An die Macht kommen aber echte Bolschewiken, und zwar radikale Bolschewiken. Ihre Faustregel: sittlich ist alles, was ihren Machtzwecken dient. Und umgekehrt: alles, was sie bei der Machtübernahme stört, muss eliminiert werden. Keine Gesetze, keine Prinzipien, keine Moral, kein Gewissen haben sie. Alles außer der Machtgier ist für sie zweitrangig. Die Wetten sind ja bereits gemacht.

Was in den USA vor sich geht, lässt den Mut vollkommen sinken. Es hat seit den Tagen des unvergesslichen Lenins und der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution keine so offensichtliche Verachtung der Gesetze und kein so ausgeprägtes Fehlen der elementaren Moral gegeben, wie heute in den USA.

Die Demokratische Partei und der ganze sie umrahmende Abschaum, d.h. die Mehrheit der Intellektuellen und Künstler, Lumpenproletarier aller Rassen und natürlich Islamisten, führen einen echten Vernichtungskrieg. Sie werden weder Trump noch seine Versuche, die Freiheit und wirkliche Demokratie zu retten, je hinnehmen. Das Einzige, was sie stoppen kann, ist eine reale Gegenwucht, ein entschiedener Widerstand. Sie sind total dialogunfähig, und sie gehen keine Kompromisse ein.
Das sind die leninschen Bolschewiken aus dem Jahr 1917. Das Einzige, was sie wollen, ist Macht.

Darum zerstören sie den US-amerikanischen Staat völlig offen und ohne Angst. Die staatliche Struktur, das Gerüst der Gesellschaft, ignoriert und sabotiert die Anweisungen des White Houses unverschämt.

Selbst bei Straftaten wird ein Auge zugedrückt. Unversehrt bleiben auch Straßengauner, extremistische und terroristische Antifa-Banden. Als ob man sie gar nicht sieht. Wenn eine Straftat nützlich für den Kampf gegen Trump, Freiheit und Demokratie ist, gilt sie eben als nicht geschehen.

So, das war's für heute.

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17 April 2018

Einsamkeit eines Halbblüters

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Dieser Mann hat in der westlichen Presse viele Namen: Putins Rasputin, Graue Eminenz im Kreml, Chefideologe Russlands, Demiurg des Kremls, Mastermind des Putinismus, Ex-Vize-Ministerpräsident und wohl immer noch der Chef der russischen staatlichen Propaganda.

Eigentlich heißt er Wladislaw Surkow, der Mann, für dessen Gedanken offensichtlich auch Putin ein offenes Ohr hat. Und hier kommt sein Artikel.

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Arbeit ist nicht gleich Arbeit. Es gibt Arbeit, die man nur in einem etwas anormalen geistigen Zustand verrichten kann. So steckt hinter dem durchschnittlichen Prolet der Informationsindustrie in der Regel ein Mann mit einer wirren Denk- und fieberhaften Handlungsweise. Das ist auch kein Wunder, denn das Nachrichtengeschäft setzt Eile voraus: erfahren, berichten, auslegen – überall muss man die Nase vorn haben.

Die Aufregung des News-Produzenten färbt auf News-Konsumenten ab. Die aufgeregten Nachrichtenverbraucher halten irrtümlicherweise ihre eigene Aufregung für einen Denkprozess. Dadurch werden langlebige Werte wie „Überzeugungen“ und „Prinzipien“ aus dem Alltag verdrängt und durch Einweg-Meinungen ersetzt. Das ist auch der Grund für zahlreiche falsche Prognosen, die aber kaum jemanden mehr in Verlegenheit bringen. Das ist eben der Preis für schnelle und frische Nachrichten.

Aber das überwältigende Umgebungsgeräusch der Massenmedien macht das spöttische Schweigen des Schicksals kaum noch hörbar. Fast unbemerkt bleiben dabei langsame und massive Nachrichten, die nicht von der Oberfläche, sondern aus den Tiefen des Lebens kommen. Aus jenen Tiefen, wo sich geopolitische Strukturen und geschichtliche Epochen bewegen und zusammenprallen. Den Sinn dieser Nachrichten begreifen wir (zu) spät. Aber besser später als nie.

Auf das Jahr 2014 besinnt man sich in Verbindung mit wichtigen und sehr wichtigen Ereignissen, die allen gut bekannt sind. Das wichtigste Ereignis aus jener Zeit offenbart sich aber nur allmählich, diese langsame, tiefliegende Nachricht erreicht uns erst heute. Das Ereignis nennt sich den Abschluss einer epischen Reise Russlands nach Westen. Es bedeutet das Aufhören mit zahlreichen ergebnislosen Versuchen Russlands, ein Teil der westlichen Zivilisation zu werden und sich mit der „guten Familie“ europäischer Völker zu verschwägern.

Mit 2014 fängt die russische Epoche 14+ an. Diese Epoche der geopolitischen Einsamkeit wird sich auf eine völlig unbestimmte Zeit (200, 300 Jahre?) erstrecken.

Die Westernisierung, die der Falsche Dmitri seiner Zeit einleitete, und die vom Peter dem Großen fortgeführt wurde, hatte in Russland alle möglichen Formen durchgemacht. Russland ließ kaum etwas unversucht, um sich mal Holland, mal Frankreich, mal Amerika, mal Portugal zu ähneln.

Mit vollem Einsatz versuchte es, sich in die westliche Welt regelrecht hineinzupressen. Alle Ideen und Anregungen, die aus dem Westen kamen, nahm die russische Elite mit einer riesigen (zum Teil evtl. übertriebenen) Begeisterung auf.

Russische Zaren heirateten tüchtig deutsche Prinzessinnen, russischer Adelstand vervollständigte sich aktiv mit sogenannten „wandernden Fremden“. Aber die Europäer in Russland verwandelten sich schnell in Russen, während sich die Russen kaum europäisieren ließen.

Die russische Armee kämpfte sieg- und opferreich in allen großen europäischen Kriegen, die es auf diesem von Massengewalt und Blutgier rekordverdächtig geplagten Kontinent mehr als genug gab. Große Siege und große Opfer brachten Russland viele westliche Territorien, aber keine Freunde.
Der westlichen (damals religiös-monarchischen) Werte wegen regte Sankt-Petersburg die Heilige Allianz dreier Monarchien an, und trat auch als ihr Schirmherr auf. Russland erfüllte damals seine Verbündetenpflichen redlich, als es Habsburger vor dem ungarischen Aufstand schützte. Aber als Russland selbst in eine schwierige Lage geriet, eilte Österreich nicht gerade zur Hilfe, ganz im Gegenteil – es trat gegen Russland auf.

Dann wurden die westlichen Werte anders: Marx kam in Paris und Berlin in Mode. Gewisse Bewohner in Simbirsk und Janowka (RF: Geburtsorte von Lenin und Trotzki) wollten es „wie in Paris“ haben. Sie hatten ja Angst, mit dem damals auf den Sozialismus versessenen Westen nicht mitzukommen. Sie fürchteten, dass die Weltrevolution, angeblich von europäischen bzw. amerikanischen Werktätigen angeführt, ihre Krähwinkel außer Acht lässt. Sie gaben sich Mühe.
Aber sobald der Sturm des Klassenkampfes vorbei war, musste die mit dem unglaublich tragischen Aufwand aufgebaute UdSSR feststellen, dass es gar keine Weltrevolution stattfand, und dass die westliche Welt gar nicht von „Arbeitern und Bauern“, sondern von Kapitalisten regiert wird. Schlussendlich wurde man gezwungen, die zunehmenden Symptome eines autistischen Sozialismus hinter dem Eisernen Vorhang zu verstecken. Zum Ende des vergangenen Jahrhunderts wurde Russland mit seiner „einzigartigen“ Rolle satt. Es wollte mal wieder nach Westen.

Dabei überlegte man sich anscheinend, dass die Größe manchmal doch eine Rolle spielt: Russland sei für Europa zu groß, furchterregend riesig. Also galt es dann, alles zu kürzen: Territorium, Bevölkerung, Wirtschaft, Armee, Ambitionen – bis auf das durchschnittliche mitteleuropäische Niveau. Auf diese Weise erhoffte man sich ein besseres europäisches Aussehen. Gesagt getan.
Der Glaube an Marx wurde prompt durch den Glauben an von Hayek ersetzt. So wurde das demographische, wirtschaftliche und militärische Potenzial glatt halbiert. Die Sowjetrepubliken wurden weggescheucht. Die russischen Teilrepubliken waren an der Reihe. Aber auch nach den ganzen Abtragungen konnte Russland die westliche Kurve doch nicht kriegen.

Dann traf man die Entscheidung, mit Selbstverstümmelung aufzuhören und - sieh mal einer an - sogar seine Rechte zu beanspruchen. Ab dem Moment wurden die Ereignisse des Jahres 2014 unumgänglich.

Russische und europäische Kulturmodelle sehen zwar sehr ähnlich aus, haben aber unterschiedliche "Software" und "Interfaces". Eine Vernetzung ist nicht möglich. Heute, als dieser alte Verdacht zur Tatsache geworden ist, werden Stimmen laut, ob man sich doch lieber dem asiatischen Osten zuwenden sollte. Nein.

Dort war Russland bereits. Das Moskauer Urreich wurde in einem komplexen militärpolitschen Coworking mit der Goldenen Horde aufgebaut. Sei das ein Bündnis oder ein Joch gewesen, in jedem Fall wurde die östliche Entwicklungsrichtung schon mal gewählt und ausprobiert.

Selbst nach dem Stehen an der Ugra (RF: die wochenlange Schlachtaufstellung zwischen der Goldenen Horde unter Akhmat Khan und dem russischen Heer unter Iwan III. im Jahr 1480, die nicht zu einer tatsächlichen Schlacht führte) blieb das russische Reich ein Teil Asiens. Es eroberte östliche Territorien. Es beanspruchte byzantinische Erbe, die Erbe des „asiatischen Roms“. Es wurde sehr stark von adligen hordischen Familien beeinflusst. Der Höhepunkt der asiatischen Ausrichtung war die (von Iwan dem Schrecklichen angeregte) Bestellung den Khan von Kassimow Sajin Bulat zum russischen „Alleinherrscher“. Historiker führen gewöhnlich diese „Ausschreitung“ von Iwan dem Schrecklichen ausschließlich auf seine angeborene Überspanntheit zurück.

Doch so einfach war es nicht. Nach Iwan dem Schrecklichen bildete sich eine durchaus starke Partei, die Sajin Bulat als einen wirklichen Herrscher sehen wollte. Es kam sogar so weit, dass der spätere Zar Boris Godunow von seinen Bojaren (RF:Adel) verlangte, dass sie öffentlich „dem Zaren Sajin Bulat und seinen Kindern abschwören“.

Also war Russland schon mal kurz davor, sich unter das Zepter von Dschingis-Khan-Nachkommen zu stellen und damit das „östliche Entwicklungsparadigma“ anzunehmen.

Weder Sajin Bulat noch Nachkommen vom Hordenfürsten Godunow hatten allerdings keine Zukunft. Es fing die polnische Invasion an, die neue Zaren für Moskauer Land mitbrachte. Die Herrschaft vom Falschen Dmitri und dem polnischen Titularzar Wladislaw IV. Wasa war flüchtig, aber sehr symbolisch.

Die russische Zeit der Wirren sollte man vor diesem Hintergrund nicht als eine dynastische Krise, sondern vielmehr als eine Zivilisationskrise betrachten: Russland spaltete sich von Asien ab und begann in Richtung Europa zu driften.

Also bewegte sich Russland vier Jahrhunderte lang in Richtung Osten, dann vier Jahrhunderte lang in Richtung Westen. In keiner der beiden Richtungen klappte es wirklich, Fuß zu fassen. Die beiden Wege haben wir bereits hinter uns.

Jetzt ist die Ideologie des dritten Weges auf der Tagesordnung: die Ideologie des dritten Zivilisationstyps, der dritten Welt, des dritten Roms... Aber trotzdem sind wir kaum eine dritte Zivilisation. Eher sind wir eine doppelte und zwiespältige Zivilisation, die sowohl den Osten, als auch den Westen gleichzeitig beinhaltet, und deswegen weder europäisch, noch asiatisch bleibt.
Unsere kulturelle und geopolitische Zugehörigkeit ähnelt sich der wandernden Identität eines Menschen, der in einer gemischten Ehe geboren wurde. Er hat überall Verwandte, aber nirgendwo die Nächsten. Er ist ein Freund unter den Feinden und ein Feind unter den Freunden. Er versteht alle, wird aber von keinem verstanden. Halbblut, Mischling, ein Seltsamer. Russland ist ein west-östliches Halbblutland.

Zweiköpfige Staatlichkeit, hybride Mentalität, transkontinentales Territorium, bipolare Geschichte. Deswegen ist Russland charismatisch, talentiert, schön und einsam, wie jeder andere Halbblüter auch.

Alexander III. behauptete (oder auch nicht), dass Russland nur zwei Verbündete habe: seine Armee und seine Flotte. Wie auch immer kann man diese Phrase als die beste Metapher für die geopolitische Einsamkeit Russlands betrachten. Man soll sie längst als unser Schicksal akzeptieren. Die Liste der Verbündeten kann man natürlich beliebig erweitern: Arbeiter und Lehrer, Öl und Gas, kreative und patriotische Mitbürger, General Frost und Erzengel Michael... Der Sinn bleibt aber unverändert: wir selbst sind unsere eigenen Verbündeten.

Wie wird unsere zukünftige Einsamkeit aussehen? Als Einspänner weit abseits der großen Welt? Oder als einsam glückliche Spitzenreiter? Als eine sich losgelöste Alpha-Nation, für die weitere Nationen den Weg frei machen müssen? Das hängt nur von uns ab. Einsamkeit ist nicht gleich Absonderung. Eine grenzenlose Offenheit ist ebenfalls unmöglich. Beides wäre nur die Wiederholung alter Fehler. Die Zukunft hat aber ihre eigenen Fehler, sie braucht keine weiteren aus der Vergangenheit.

Zweifelsohne wird Russland auch weiter Handel betrieben, Investitionen anlocken, Wissen austauschen, Kriege führen (auch ein Kommunikationsmittel!), an Allianzen teilnehmen, konkurrieren und zusammenarbeiten, aber auch Angst, Hass, Neugier, Sympathie und Begeisterung auslösen. Nun aber ohne falsche Ziele und ohne Selbstablehnung. Es wird schwierig, und wir werden uns oft ärgern, wieso unser Weg „durch das Raue zu den Sternen“ nur aus dem Rauen besteht.
Es wird interessant.

Und Sterne erreichen wir auch.


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