Nach Russland auswandern

Tipps zur Auswanderung nach Russland

Die Ein- und Ausreise der Ausländer sowie deren Aufenthalt in Russland werden vom "Föderalen Gesetz über den rechtlichen Status ausländischer Bürger in der Russischen Föderation" sowie weiteren sog. untergesetzlichen Normen und Verordnungen geregelt.


An dieser Stelle bekommen Sie Antworten auf Ihre Fragen zum Thema „Nach Russland auswandern“ so, wie sie sich aus der aktuellen russischen Gesetzgebung schlussfolgern lassen.


Dazu brauchen Sie nur Ihre Frage per Kontaktform bzw. über den Kommentarbereich zu stellen. Das geht natürlich auch anonym. Die unverbindliche Antwort wird dann ebenfalls im Blog veröffentlicht.


F: Was sind gesetzlich anerkannte Einwanderungsgründe in Russland?


A:
Im russischen Ausländergesetz gibt es recht viel Einwanderungsgründe, die sich sogar je nach der Region unterscheiden können. Grob eingeteilt sehen die Einwanderungsgründe etwa so aus:
  1. Familiengründe
  2. Herkunft (meistens mit Bezug auf die an Russland direkt angrenzenden Staaten)
  3. Zielgebundener Aufenthalt (Studium, Wehrdienst usw.)
  4. Investitionen (wird noch diskutiert, die untere Grenze der Investition bewegt sich momentan knapp über 100.000 Euro)
  5. Arbeitsverhältnis (evtl. auch in der eigenen Firma)
  6. Politisches Asyl

Die ersten drei Punkte sind recht spezifisch und setzen eine gewisse (bis starke) grundlegende Anbindung an Russland voraus.
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F: Mehr Infos zum Thema Aufenthalt in Russland beim Arbeitsverhältnis

A: Es handelt sich hier um den Aufenthalt in Russland eben zu Arbeitszwecken. Das wichtigste Dokument, das den Aufenthalt begründet, ist dabei sinngemäß der Arbeitsvertrag.

Ein entscheidender Punkt besteht dabei darin, dass die russische Gesetzgebung zwischen „normalen“ und „hochqualifizierten“ Mitarbeitern unterscheidet. Die Procedere der Erlangung eines Aufenthaltstitels ist für die Letzteren viel einfacher.

Insbesondere haben die hochqualifizierten ausländischen Mitarbeiter (HQ-Mitarbeiter) folgende Vorteile:

  • Die Gültigkeit des Aufenthaltstitels bis max. 3 Jahre (gemäß dem Arbeitsvertrag)
  • Keine Quotenabhängigkeit (die Quoten für arbeitende Ausländer in Russland werden i.d.R. immer knapper)
  • Kürzere Bearbeitungszeiten bei den Ausländerbehörden
  • Keine Prüfung der Russischkenntnisse
  • Anspruch auf russische Visa für Familienmitglieder des HQ-Mitarbeiters
  • Keine knappe Frist für die Meldepflicht (bis 90 Tage statt 7 Arbeitstage im Normalfall)
  • Der HQ-Mitarbeiter kann seinen Aufenthaltstitel mehrmals (solange das Arbeitsverhältnis besteht) verlängern lassen, ohne Russland verlassen zu müssen.

Dabei ist die Höhe des Arbeitslohns im Arbeitsvertrag eigentlich die einzige vom Gesetz explizit formulierte spezielle Forderung für die Erlangung eines Aufenthaltstitels dieser Kategorie. Die geforderte minimale Gehaltssumme kann je nach dem Arbeitgeber variieren. Minimal ist sie jedoch nur bei den staatlich unterstützten Projekten. Für private Unternehmen liegt der monatliche Mindestlohn eines ausländischen HQ-Mitarbeiters bei 167000 Rubel = ca. 1800 Euro.

Aber auch hier gibt es übrigens eine interessante Ausnahme: Für einen HQ-Mitarbeiter, der in einer russischen Firma auf der Krim angestellt wird, reicht die Hälfte des regulär vom Gesetz geforderten Mindestlohns - also aktuell ca. 900 Euro pro Monat - um den Aufenthaltstitel eines HQ-Mitarbeiters anzustreben.
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