Fett schwimmt immer oben

Siemens-Skandal mit Turbinen

Wissen Sie, worüber man sich in der ganzen Geschichte mit den Siemens-Turbinen auf der Krim besonders ärgert?


Nicht darüber, dass die Turbinen vom Kreml auf die Krim geschickt wurden, was eine neue Sanktionswelle auslöste. Auch nicht darüber, dass man es in Russland wohl völlig verlernt hat, selbst die Turbinen zu bauen.

Richtig ärgerlich macht einen die Tatsache, dass Siemens nie dafür bestraft wird. Die AG Siemens liefert zum Beispiel nach Iran aktiv dieselben Gasturbinen, Lokomotiven oder sogar elektronische Geräte, um die Dissidenten auszuspionieren (s. hier). Mit diesen Technologien konnten iranische Henker bereits tausende Dissidenten ausmerzen.

Übrigens, das Drastische an der Iran-Geschichte ist, dass es bei den Anwendungen nicht einmal eine theoretische Wahrscheinlichkeit gibt, sie zu einem anderen, friedlichen Zweck einzusetzen. Die Liebherr-Kräne, auf welchen die Dissidenten im Iran erhängt werden, kann man mindestens als "Dual-Use-Maschinen" betrachten. Bei Siemens-Spioniertechnologien im Iran ist das ausgeschlossen. Und keinen juckt's...

Solch eine sonderbare Unantastbarkeit von Siemens hat eigentlich eine lange Tradition. Zu Hitlers Zeiten gab es Siemens-Werke in Auschwitz und Ravensbrück. Nach dem Krieg sind aber die Siemens-Entscheidungsträger mit heiler Haut davongekommen. Der Konzern hat auch keinem etwas entschädigt.

Und nun macht Siemens munter weiter genau dort, wo es vorher aufgehört hat: Millionen Euro Schmiergelder, Dienstleistungen für Mörder und Diktatoren. Schuldig ist die Firma aber grundsätzlich nie. Denn notfalls kann man doch immer ein bisschen Ablassgeld in die richtige Kasse einzahlen - genau in die Kasse, der sich zufälligerweise die große Retterin Afrikas heute gern bedient.

Quelle

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