Armenien: Russland bedeutet Leben

Armenische Wissenschaftler über Russland
Im russischen Internet macht immer wieder Runden ein Artikel von Wasgen Awagjan, dem armenischen Wirtschaftswissenschaftler.

Der Artikel erschien im März 2014, also während der turbulenten Zeit in der Ukraine und - vor allem - auf der Krim.


Hier kommt eine etwas verkürzte Übersetzung dieses Textes. 

Noch beim Muttermilchsaugen begreift jeder Armenier eine grundlegende Regel: immer zuerst an Russland denken, und erst danach an sich selbst.

Das ist kein poetisches Bild. Das ist eine schlichte Berechnung: wenn es einmal kein Russland mehr gibt, dann verschwindet auch Armenien. Die Wörter "Russland" und "Leben" waren für uns viele Jahrhunderten land synonymisch. Die Redewendungen "wir leben noch" und "es gibt das große Russland" bedeuten für uns in Armenien das Gleiche.

Russland treu zu bleiben ist für alle euroasiatischen Völker nicht nur eine heilige Pflicht, sondern auch eine Grundbedingung ihres Überlebens.

Es ist wirklich verwunderlich, dass zum Beispiel die Ukrainer diese einfache Sache nicht begreifen können. Wie verkommen muss man sein, um freiwillig auf die nationale Bezeichnung "Russen" zu verzichten und sich selbst in ein "Randvolk" unzutaufen? ("Ukraine" kling auf Russisch dem Wort "okraina" also "Randgebiet" ähnlich - RF) Dabei wissen die Ukrainer nicht einmal genau, zu welchem "Rand" sie noch gespült werden. Aber der Gott soll sie scheiden. Wenn die Ukrainer nicht lebensmüde sind, müssen sie zu Russland zurückkommen. Die Bewegung in jede andere Richtung bedeutet für sie den Tod im direkten Sinne des Wortes. Russland wird ohne Ukraine überleben, nicht umgekehrt.

Aus der leidgeprüften armenischen Sicht heraus kann ich allen kleineren heute antirussischen Staaten mit voller Gewissheit sagen: ihr seid zu klein und schwach um wirtschaftlich selbständig zu sein. In dem Welthandel kann nur derjenige gewinnen, wer sich auf die große Kraft stützt. Die Kraft besitzt aber nur eine Großmacht. Mit einem kleinen Land wird man nicht handeln. Wozu denn, wenn man ihm alles Nötige einfach wegnehmen kann?

Russen haben uns - die kleinen Nachbarländer - während der ganzen Zeit richtig verwöhnt. Darum glauben wir, dass auch andere Großmächte uns genauso liebkosten werden. Das ist aber ein grober Fehler, denn Russen stellen hier eine Ausnahme dar. Jede andere "normale" Großmacht wird uns ausnutzen und ausbeuten wie es nur geht.

Aber wo beschweren wir uns dann, wenn wir uns heute zur Russophobie bekennen? Dabei bloß nicht an Den Haag denken! Nicht jedermann hatte bis jetzt das Glück, aus den dortigen Zellen lebendig in die Freiheit zurückzukommen.

Man sollte aus den Verfehlungen Anderer lernen, nicht wahr? Dann fragt einfach Iraker, wie läuft nun ihr (Öl)Handel mit den Amerikanern. Fragt Kolumbianer oder vielleicht Thailänder, wie es so ist, mit den großen "Partnern" zu handeln, die keine Mittel scheuen, um eigene Interessen durchzusetzen.

Die Russen haben uns immer bevormundet. Und - ehrlich gesagt - sind ihre philantropischen Absonderlichkeiten uns gegenüber manchmal schwer nachvollziehbar. Dagegen ist es ganz offensichtlich, dass niemand mehr uns solch eine privilegierte Partnerschaft anbieten wird.

Wenn wir russophob bleiben, dann erwartet uns eine miserable Rolle des pseudo-demokratischen "Sanitätskordons" um Russland. Und dieser Kordon kann ja naturgemäß nur aus wilden faschistischen Regimen bestehen. Über diese Rolle innerhalb der sog. großen Familie demokratischer Völker sollen sich die Russophoben aber nicht wundern, denn die Wachhunde gehören bekanntlich nicht am Tisch des Herrchen, sondern in die Hundehütte am Zaum und mit dem Band am Hals.

Quelle

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